Morgengedanken
nur
ein Versuch
Liebe Freunde und Leser, viel Zeit ist vergangen und weder Morgengedanken noch Monatsmärchen sind erschienen.
Liebe Freunde und Leser, viel Zeit ist vergangen und weder Morgengedanken noch Monatsmärchen sind erschienen.
Nun
will ich es wenigstens mit den Morgengedanken versuchen.
Da
sitze ich also wieder, mit dem altvertrauten Blick in einen endlich
wieder blauen Himmel. Ja, auch Griechenland ist zur Zeit kalt und
grau gewesen. Das kälteste Osterfest seit Jahren.
Auch
meine Zeit war nicht zur Freude geschaffen.
Das
neue Jahr hat mir seit Beginn drei Klinikaufenthalte, zweie in der
Uniklinik in Thessaloniki, beschert, mit mehreren kleinen Biopsien
und letztendlich einer Op und offenen Biopsie. Und dann wieder und
wieder warten.
Die
Therapien mit hochdosierten wochenlangen Antibiotika- und
Cortisoninfusionen machen sich inzwischen sehr unschön bemerkbar und
ich hangele mich mühselig von Tag zu Tag, bin total am Ende, ohne
Kraft, ohne Mumm. Ein Zustand, mit dem ich einfach so nicht zurecht
komme. Es gab beileibe viele dunkle Momente in meinem Leben, aber
irgendwas ging trotzdem immer. Jetzt geht nichts mehr. Nur die
Gedanken, die kreisen und kreisen und das Warten. Und ich versuche es
mit meiner alten Taktik, dass ja noch gar nichts bewiesen ist und ich
also getrost abwarten kann, bis..... Aber auch die trägt zur Zeit
nicht.
Gestern
nun, hielt ich es nicht mehr aus und rief meinen Enkel, z. Zt. noch
am dortigen Krankenhaus im Bereitschaftsdienst, wo er auch immer
wieder liebevoll nach mir schaute, an. Er wollte sich um das Ergebnis
kümmern und es mir bei Vorliegen übermitteln.
Nun ,
das Ergebnis lag seit Dienstag vor, hätte aber eine größere
Konferenz ergeben und sei anschließend per Kurier an die Uni Athen
gegangen....etwas sehr Seltenes und Seltsames ...und der
ursprüngliche Verdacht immer noch im Raum.
Erst
hab ich mal Rotz und Wasser geheult. Es ging nicht anders. Und dann
kamen die Fragen. Und deswegen schreibe ich das hier auch auf.
Ich dachte immer , ich sei
gläubig. Und so, wie ich meinen Gott hatte, bin ich mit ihm durch
alle Fährnisse meines Lebens gekommen ( nur mal so: 21 OP´s
insgesamt, lach, weil immer volles Risiko). Und nun?
Ich erinnere mich an eine
Situation mit meiner Tochter, die war so fast unerträglich grausam
und jede Andere wäre vielleicht daran zerbrochen. Ich habe meine
Tochter nicht einmal weinen gesehen. Sie glaubte.
Also, wie ist das jetzt
mit mir? Wo stehe ich jetzt mit meinem Glauben? Wenn ich doch glaube,
bin ich doch in besten Händen.
Dann darf ich doch hoffen
und dann kann ich mir den Rotz von der Backe streichen und das
Selbstmitleid zum Kuckuck wünschen. Dann kommt, wie es kommt und Er
wird mir dann auch die nötige Kraft zum Tragen geben, das tat Er
bisher immer.
So werde ich nun versuchen
, mit Anstand auf das Ergebnis aus Athen zu warten....und mich im
Glauben zu üben. Und ich werde versuchen, das Wort "Gottvertrauen" neu für mich zu definieren.


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