Dies ist die Geschichte eines tapferen kleinen Katerchens, Namens
Purzel.
Wie meine lieben Freunde und Leser
wissen, begannen mit Neujahr 2017 erste Krankheits-Symptome und endlich, Mitte
des Jahres, kam der Befund aus Athen: zweierlei komplizierter
Lymphdrüsenkrebs, und Empfehlung, die Therapie in Deutschland zu
machen.
So weit, so gut. Aber wohin mit mir,
wohin mit Purzel? Mir blieb nur eine einzige Hoffnung. Meine
Schwester und mein Schwager leben am Rande einer bezaubernden
Universitätsstadt im Süddeutschen. Dort rief ich an: „....ich
habe....ich sollte....könnte ich vielleicht erst mal....?“ Es
folgte ein promptes „Ja, selbstverständlich, komm.“
Also schnell Flieger buchen, Purzels
Ticket teurer als meins. Reiseausrüstung für Purzel
zusammenstellen. Tierarzt, impfen, chippen. Der datierte sogar noch
liebenswerterweise zurück. Alles lief prächtig.
Am Tag vor Abflug, „Purzel geht
nicht, wir sind allergisch“
So! Hier in Griechenland gibt es zwar
mittlerweile Hundeasyle, aber Katzen leben auf der Straße. Also
Absprache mit meiner guten Fee, die schon lange nicht mehr nur für
mich putzt, und sie übernahm die tägliche Pflege von Purzelchen,
wenigstens eine Stunde am Tag bei ihm zu sein.
Aber was ist schon eine Stunde von 24,
für solch kleinen Kerl? Meine einzige Argumentation war, dass er in
seiner gewohnten Umgebung war, mit 130 m2, Kratzbaum und Höhle. Es
musste einfach gehen.Und irgendwann im Herbst würde ich ja wieder da
sein.
Dann begann die Chemo. Eine und noch
eine und noch eine und es nahm kein Ende. Das Jahr ging dahin. Hatte
mir absolut neue Wintergarderobe zulegen müssen. Aber wenn ich an
den kleinen einsamen Kater in der großen vielleicht kalten Wohnung
dachte, war das unerträglich. Gut, es hatte dieses Jahr nicht
geheizt werden müssen. tröstete Charikleia. Aber was der Kleine den Tag über so alleine trieb, konnte auch sie mir nicht sagen. Ob er sich grämte, ob er sich ängstigte, ob er unter dem Alleinsein litt. Ich durfte gar nicht daran denken, war aber etwas beruhigter, wenn ich hörte, Öhrchen und Krällchen seien in Ordnung.
Die Chemos liefen, dann die
Leukopherese, die Stammzellentransplantation. Ich habe während
dessen meine Scherenschnitte und Aquarelle gemacht. Insgesamt etwa
100. Ich habe nie eine einzige Träne um mich geweint. Aber um
Purzelchen. Niemand konnte ahnen, dass das Tierchen ein ganzes Jahr
lang würde allein durchhalten müssen.
.
Dann PET CT ok. Nächster Flieger heim.
Als Takis und Charikleia mich , vom
Aerodromo Thessaloniki kommend, Punkt Mitternacht in der Wohnung
absetzten, interessierte sich Purzel nur für die Beiden, übersah
mich geflissentlich. Aber kaum schloss sich die Tür hinter ihnen,
ein Satz, ein Ansturm und wir purzelten beide vertraut auf der Couch
herum. Er macht seinem Namen wieder alle Ehre, purzelt morgens durch
mein Schlafzimmer, nachmittags durch meine Maler- oder Schreiberei
und abends auf der Couch über mich.
Dieser kleine tapfere Purzel.
Eine traurige und doch wunderschöne Geschichte, liebe Heidi. Ich freue mich das es dir wieder gut geht und du alles überstanden hast! Ich habe selber 2 Katzen....sicher war dein Purzel lang alleine,maber jetzt bist du wieder da und alles ist vergessen! Obwohl Katzenn schneler jemanden vergessen, wie Hunde. Hunde sind irgendwie treuer.
AntwortenLöschenKatzen sind selbständige Wesen, und haben ihren eignen Kopf!
Ich wünsche dir weiterhin, alles Gute. Ganz lieben gruss Margrit
Schön daß du nun wieder zu Hause bist. Ich wünsche dir weiterhin eine recht gute
AntwortenLöschenGenesung bzw. Erholung . Liebe Grüße aus dem auch recht warmen Norddeutschland
von Christa