Vier Kalenderblätter
1998
Menschen,
überall Menschen
dazwischen
du und ich
zwischen
gestern und morgen das Heute
neben
mir du, neben dir ich
Du
gehst an meiner Seite
und
bist unendlich weit weg
Das
Gestern verbietet das Heute
Das
Morgen erscheint ohne Zweck
An
deiner Seite allein zu sein
tut
so unendlich weh
und
verzweifelt such ich immer
wieder
deine Näh
´
Kannst
mir deine Hand nicht geben
bist
in Gedanken bei ihr
Wie
dürft´ich da wagen zu sagen
mein
Leben und all meine Liebe
gehören
doch immer nur dir
2002
Warum
darf ich nicht fragen
frage
nur wozu
Wozu
alles wagen
wenn
nicht am Ende du-
Hab
geduldet, hab gestritten
wollte
doch nur dich
Schließlich
in des Lebens Mitten
da
verlor ich mich
Hab
dich nie ganz besessen
hab
dich doch ganz verlorn
du
wolltest nicht vergessen
ich
bin an dir erfrorn
So
bin ich nun am Ende
zerbrochen
der Hoffnung Schild
Sieh
meine leeren Hände
wo
dennoch Liebe draus quillt.
Ohne
Datum
Nun
ist es doch geschehen
sie
hat dich fort geschickt
Nun
wird nicht weiter gehen
Was
dich hat so beglückt
Du
glaubtest nochmal an die Liebe
an
die Liebe, oder an sie?
Sie
wollte mit dir ja nur spielen
Deine
Liebe wollte sie nie
Sie
spielte ihr Spiel und sie spielte es gut
doch
du, mein Lieb, warst nicht auf der Hut
Du
wolltest Böses nicht denken
dein
ganzes Herz ihr nur schenken
Nun
schickt sie dich fort, ich sah deinen Schmerz
Sie
kannte kein Erbarmen
Da
brach auch beinah mir das Herz:
du
weintest in m e i n e n Armen
2012
Nachruf
An
G. Th.
Sei
froh, dass ich nicht hassen kann,
ich
schlüge dich mit deinen Waffen,
mit
denen du an meinem Mann
solch
Unheil hast geschaffen
Er
suchte Ruhe, suchte Frieden
in
Waldes Einsamkeit
und
Heilung für uns beide.
Es
war uns nicht beschieden.
Durch
dich-
Du
stelltest dich frech zwischen uns,
wolltest
dein Mütchen wohl kühlen.
Du
sprachst von - Panzer knacken-
Du
wolltest mit ihm doch nur spielen.
Im
lauschigen Tann warfst du dich ihm an,
wichest
nicht mehr von seiner Seite.
Du
spanntest um ihn Dein Spinnennetz,
War
er Dir leichte Beute?
Du
suchtest Bestätigung, brauchtest den Kick
und
musstest doch eigentlich wissen,
dass
Schalentierchen, deren Panzer man knackt,
ganz jämmerlich sterben müssen-
Doch
deiner Eitelkeit war das egal;
du
fingst ihn dir ein mit Liebesschwüren,
mit
Worten von Sehnsucht und Abschiedsqual,
von
-Perlentränchen- und -Trostbreimahl-
und
fingst ihn mit goldenen Schnüren.
Du
fandest es gut, du fandest es schick
in
deinem Selbstfindungswahne-
Doch
Perlentränchen weinte ich nicht,
ich
weinte Ozeane.
Sein
Fehler war, erglaubte dir
zu
gerne deine Lügen.
Du
tatest damit nicht nur ihn,
auch
deinen Mann betrügen
Hast
du nur einmal je bedacht
-
nein, so sensibel warst du nicht -
was
Willkür solchem Herzen macht,
dass
es vielleicht zerbricht.
Ich
wusste, du nicht, wenn ein solcher Geist
im
Anderen sich gänzlich verliert,
all
seine Prinzipien dafür aufgibt und sieht, das war sie nicht wert,
seinen
eigenenTod gebiert.
Du
wolltest ihn haben. Er gab sich dir ganz.
Doch das war dir dann zuviel.
Sehr
schnell hast du ihn abserviert,
er
passte nicht mehr in dein Spiel.
Nun
ist er tot, du nahmst ihn mir. Was bleib, sind deine Briefe.
Die
könnte ich jetzt böse nützen.
Wovor
sollte ich dich auch noch schützen?
Dir
nicht tun gerade so weh?
Sei
froh, dass ich nicht hassen kann.
Gern
schlüg ich dich mit Deinen Waffen.
Doch
mein ist die Liebe. Und er war mein Mann.
Deswegen
kann ich es nicht schaffen.
©
H. M. Kalitta
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