Hey du, ein liebes Hallo! Freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Hübsch wäre, wenn dir meine Einstellungen gefielen, wunderschön, wenn sie ein Lächeln, Schmunzeln, oder gar eine kleine Freude und paar gute Gedanken hinterließen.
Selber würde ich mich über jeden Kommentar freuen . Und nun viel Spaß beim Lesen

Donnerstag, 23. Februar 2017



Februarmärchen


Die Primel... wirklich die erste?





Vor langer, langer Zeit erwachte Mutter Natur eines schönen Morgens, rieb sich die Augen und staunte.

Es war noch viel zu früh für sie. Es war Ende Februar. Der letzte Schnee begann gerade erst zu schmelzen und nahm das Schneeglöckchen mit. Aber für das Märzenveilchen war es noch zu früh. Wie für alle anderen Blümchen auch.

Da sie aber nun schon einmal wach war, und es ein wunderschöner Tag zu werden versprach, stand sie auf. Falls sie doch noch schläfrig wäre, könnte sie sich ja später noch ein wenig niederlegen. Aber im Augenblick fühlte sie sich stark. Sie wollte ein wenig hinaus gehen und die warme Sonne genießen.

Sie schlang ein warmes Wolltuch um ihre Schultern und trat hinaus.

Oh, wie gut diese frische Luft zu atmen war! Und diese herrliche Sonne! Rüstig schritt sie aus und überlegte schon, ob sie nicht doch schon ein paar Blumenkinder wecken sollte. Aber dann sah sie über diese weiten Fluren, wie sie glänzend vor Frische vor ihr lagen, und  sie sah auch, dass da, wo die Sonne nicht hin kam, noch Schnee lag und der Winter mit eisiger Hand sein Regiment verteidigte.

Nein, sie wollte keines ihrer Kinder dieser Willkür aussetzen. Gut, das Schneeglöckchen war ein kleiner Rebell gewesen und hatte sich trotzdem hinaus gewagt. Aber es wollte ja mit seinen drei Blütenblättchen, Glaube, Liebe, Hoffnung, demonstrieren , dass mit diesen Drei alles möglich sei. Ein mutiges kleines Dingelchen. Jedoch für die Anderen war es noch zu früh.

Grerade wie sie so zu diesem Entschluss gekommen war, hatte sie eine Anhöhe erstiegen und befand sich vor einer wehrhaften Burg. Unter sich sah sie das weite Land. Die Wälder, Felder, Äcker und Wiesen und das silbrig glänzende Band des Flusses. Alles schien zu warten, dass sie den Startschuss gab zu neuem Leben. Aber nein, es ist zu früh , dachte sie.Bemerkte auch, wie ein wenig Schläfrigkeit in ihre Glieder zurück kehrte. Sie würde sich doch noch etwas hin legen und ruhen, damit sie danach so richtig und in voller Kraft erwachen könne.

Da hörte sie ein seltsames Geräusch.Erst klang es nach nach einem fürchterlichen Hustenanfall und dann folgte ein krampfartiges, tiefes Ringen um Luft, dann ein matter Wehlaut. Mutter Natur schwang sich auf die Fensterwölbung hinauf und was sie sah, ließ sie erschrecken.

Da lag das Grafentöchterlein bleich und matt danieder und schien einen vergeblichen Kampf um Leben und Tod zu führen. Sicher, diese wehrhaften Mauern konnten einem Feind von draußen trutzen, aber gegen die Kälte und den Zug von innen konnten sie wenig tun. So hatte sich das Mädchen erkältet. Der ständige Husten hatte es an den Rand der Erschöpfung gebracht. Die Atemwege schienen verstopft, das Herz inzwischen geschädigt zu sein und der Kopf schien zerspringen zu wollen. Nein, diese Kleine befand sich in keinem guten Zustand.

Sie hörte auch den jungen Mann, der an ihrem Lager saß und das Mädchen umschlungen hielt, verzweifelt sagen:

„Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben. Ich liebe dich doch so sehr und ich glaube ganz fest, dass du wieder gesund wirst. Es muss doch irgend ein Kraut geben, was dir helfen kann. Wenn ich nur wüsste, wo ich suchen müsste!“ und im selben Augenblick ließ er den Kopf mutlos auf die Brust des Mägdleins sinken:

„Aber es ist ja noch Winter. Nichts blüht. Nicht mal ein einziges Blümlein!“

Dann hielt es ihn nicht mehr und er sprang auf und lief ins Freie. Da lief er nun auf und ab, zürnte dem Himmel und betete doch gleichzeitig zu ihm.  Hoffte auf ein Wunder und glaubte in seiner Verzweiflung daran.

„Oho“, dachte da die große Mutter aller Natur, „der liebt sein Mädchen so herzinnig. Dem muß doch zu helfen sein. Ein Plänzchen, das all diesen Kummer heilen könnte?“

Im Augenblick und auf die Schnelle fiehl ihr nichts ein. Aber schon lief ihr Erfindungsgeist auf Und Hochtouren. In Gedanken hatte sie das Blümchen bereits fix und fertig. Nun müsste sie nicht sie selbst gewesen sein, wenn sie nicht auch manchmal auf Tricks und kleine Wunder zurückgreifen würde. Und mit abbittendem Blick nach oben, schwupp, ließ sie fast vor den Füßen des Jungen ein Blümchen wachsen. Das Erste in diesem Jahr. Und so nannte sie es auch: Primula.

Der Bursche, den Blick immer traurig zur Erde geneigt, stand plötzlich vor der Blume. Er zwinkerte erst einmal und dann war es, als erwache er aus einem bösen Traum. Dann schaute er um sich und gewahrte , da und da und da, überall im sonnigen Gras wuchsen plötzlich diese Blumen. Lachend und weinend kniete er nieder und pflückte sie. Er wußte nicht wie und was diese Pflanze wirken sollte, aber sie war die Einzige weit und breit und die einzige Möglichkeit überhaupt etwas zu tun. Seine einzige Hoffnung.

Er brachte das Sträußchen zu seiner Liebsten. Diese schlug die Augen auf und er sah den Hoffnungsschimmer auch in ihnen und Freude schien ihr Gesicht mit leichter Röte zu beleben. Im besten Glauben und all seinem Mut kochte er dann einen Tee.Es ging langsam, aber das Mägdlein erholte sich und übers Jahr wurde sie seine Frau.

So also wurde Primelchen die erste Blume.

Dachte Mutter Natur.

Aber im fernen Griechenland gab es zu dieser Zeit eine Göttin Flora. An ihrem Hof lebte eine Nymphe, namens Anemona. In diese verliebte sich Zephyr, Floras Mann. Die Göttin Flora war jedoch, wie jede andere Frau an ihrer Stelle, sehr eifersüchtig, ließ alles Göttliche vermissen und verwandelte die Nymphe in eine Blume.

Seither versucht die Anemone der Primel den Rang abzulaufen und ist die Erste .

Wie es sich aber damit tatsächlich verhält, können wir jedes Jahr selber heraus finden.


In Deutschland sagen wir auch zur Anemone Windröschen, was auf das griechische „anemos“= Wind zurück zu führen ist.

Kommentare:

  1. Liebe Heidi, schön Deine Geschichte uns die Blümlein vor Augen zu bringen, die wir demnächst erwarten.Gerade jetzt sind wirklich nur Schneeglöckchen da. Krokus habe ich noch keine gesehen. Aber gelber Winterling. Liebe Grüße Eva

    AntwortenLöschen
  2. Guten Morgen, Heidi!
    Was für eine hübsche Geschichte! Und dabei habe ich wieder was gelernt. Dass es Primeltee gibt, habe ich noch nie gehört, und schon gar nicht, dass er bei Husten hilft. Interessant! Das muss ich mir unbedingt merken - Husten habe ich nämlich oft ...
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende. Hoffentlich ist es bei Dir wärmer als hier bei uns ...
    Christine

    AntwortenLöschen
  3. hallo, Evchen, Tatsächlich ist die Primel nicht die Erste. aber die Prächtigste in dieser Zeit.auf dem Bazaari leuchtete es gestern überall in allen Farben. Wunderschön! liebe Grüße Heidi

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Christine, zuerst auch dir ein freundliches, sonniges Wochenende. Leider ist auch bei uns kühl, aber in der Sonne doch schon sehr warm, sodass man draußen sitzen kann.
    In der Tat wusste ich auch nichts über die Heilwirkung der Primel.Dachte sogar immer, dass sie etwas giftig wäre. Aber beim Recherchieren wurde ich dann Besseren belehrt. Lach, ich wäre aber dennoch vorsichtig mit eigener Heilanwendung, gell? Liebe Grüße Heidi

    AntwortenLöschen