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Samstag, 7. Januar 2017

Januarmärchen, Das Schneeglöckchen




Was uns das Schneeglöckchen sagen will




Es war vor langer Zeit. 

Die große Gärtnerin Natur ging durch ihren Garten . Sie hatte vom Meister allerhand Sämereien bekommen, sie zu ihrer Zeit ausgesät und nun besah sie sich das Ergebnis. 

Das war vielleicht ein Spektakel. Da wuchs alles wild durcheinander. Sie war vielleicht nicht sorgfältig bei der Aussaat gewesen und vielleicht hatte auch der Wind seine Finger im Spiel gehabt. Nun, so konnte es nicht bleiben. 

Die Rose hatte sich mit dem Lavendel befreundet, wollte ihn unbedingt bei sich haben. Die Wasserminze stocherte unlustig im Erdreich herum und war mit dem ihr zugewiesenen Stückchen Land nicht zufrieden. Sie brauchte Platz. Sie würde ihn sich schaffen, koste es, was es wolle. Die Heide, verspielt und etwas störrisch, wollte sandeln, und wenn schon nicht Sandburgen, so doch hübsche Landschaften bauen. Die Alpenrose war da im Flachland tief unglücklich und suchte Trost bei Edelweiß und Arnika. Zusammen beschloss man, eine Eingabe zwecks Umsiedelung zu machen. Die Hortensie, in wunderschönem hellen Blau, beklagte sich ebenfalls. Ihre Erde sei zu feucht. Sie reagierte darauf ganz schön sauer und wurde vor Ärger ganz rot. Der Hahnenfuß dagegen, ließ sein Köpfchen hängen und sehnte sich nach einem Bachrand oder einer feuchten Wiese.

Das ging ja alles gar nicht.

 Schließlich war es der erste Garten, den Mutter Natur anlegte. Auch sie würde lernen und immer wieder neue Erfahrungen machen müssen. Aber sie war damals ja noch so jung. Sie hatte ihr Reich zugeteilt bekommen ...und nun mach mal was draus. 

Tja, so war das damals, auch sie musste einmal klein anfangen. Heut steht sie weit über allem, hat eine wunderbare Ordnung geschaffen. Sie weiß, dass sie gut ist und steht hoch über uns Menschen, die wir immer glauben, wir hätten hier das Sagen. Sie lässt es zu, dass wir immer weiter versuchen, mit ihren Abkömmlingen zu experimentieren. Dennoch bleibt eine Rose immer eine Rose und wird in hundert Jahren, wenn wir es denn erlebten, immer noch eine Rose sein. Dazu lächelt diese große Mutter milde. Sie weiß, der Mensch lebt eine kurze Zeit. Dann vergeht er, wie die Blumen auf dem Feld. Sie aber, sie bleibt.

So ging sie also damals in Gedanken und großen Landmesserschritten über ihr Terrain. Sie überlegte, wo und wie sie das alles bewerkstelligen sollte. Es gab soviel zu tun und so Vieles schrie nach sofortiger Änderung.Wo und womit sollte sie anfangen? Sie würde sich irgendwie erst einmal Hilfe beschaffen müssen, bis alles seine Richtigkeit hätte.

Da fielen ihr die Erdgeister ein, dieses kleine Völkchen, welches tief im Verborgenen arbeitete und damals allen Dingen auf unserer Erde zu Ansehen und Wachstum verhalf.

So ging sie also zu dem König der Feen und Elfen, besprach sich mit ihm und alsbald hatte sie für jedes Blumenkind ein Patchen ausgehandelt, ein Elflein, das fortan seinem Blümchen beistehen sollte.

Ja, da wäre noch etwas, worüber ich mit dir sprechen möchte, wenn du schon da bist", meinte dann der Elfenkönig. " Wir haben hier ein Elflein. Ein sehr liebes, aber es hat einen kleinen Tick. Es glaubt immer noch an Glaube , Liebe und Hoffnung. „

Und was ist daran falsch???“

Nun jaaa, das kam mal von den Menschen und wird doch kaum noch praktiziert. Und hier nun läuft das dumme kleine Ding den ganzen Tag mit einem Glöckchen umeinander, ruft, wie früher in den Dörfern der Büttel, mit der Glocke, ständig zu Liebe , Glaube und Hoffnung auf. Das ist ja im Prinzip nicht schlecht, aber  e s   n e r v t   u n s   f ü r c h t e r l i c h !!! Zumal wir ja von unserem Wesen her auf diese drei Dinge bedacht sind.“

Was erwartest du nun von mir?“

Nun, könntest du es nicht mitnehmen auf die Erde? Dort könnte es wie jener Rufer in der Wüste agieren und dort wäre es auch von Nöten.“

Nun ja, eigentlich habe ich mein Trüppchen zusammen. Aber das arme Dingelchen tut mir Leid und du hast Recht, da auf der Erde heroben könnte es rufen und bimmeln , wie es will. Da ist es so laut, da hört es eh niemand und keiner wird sich daran stören. Ich werde es mitnehmen.“

Der Elfenkönig klatschte in die Hände und wünschte, man solle Glöckchen doch gleich zu ihm bringen.

Was da dann angetrippelt kam, ließ die gute Mutter Natur tief aufseufzen. Ein kleines junges Elflein, so klein und schmächtig, dass es sie erbarmte. Es hatte ein seltsames weißes Kleidchen an.Weiß, wie die Farbe der Unschuld. Den Saum schmückte ein schmaler Streifen in Grün. Die Hoffnung? Und über dem Röckchen trug es drei Überwürfe in Form hübsch gerundeter Zipfel. Liebe. Glaube. Hoffnung?

Der Abschied ging schnell und freundlich. Dann zog Mutter Natur mit ihrem Regiment ab und nahm Glöckchen schützend unter ihren Umhang. Sie wollte ganz besonders auf es aufpassen und es ein wenig herausfüttern.

Der Sommer kam, der Herbst, der Winter. Mutter Erde hatte alles versucht, aber Glöckchen wurde immer matter. Einmal, während eines Gespräches meinte es betrübt:

Weißt du, es ist fast so unmöglich, diese drei Dinge unter die Menschen zu bringen, als dass eine Blume im Schnee wächst.“

Und als der erste Schnee kam, starb es.

Sie begruben es sehr still und alsbald hatte der Schnee mit seiner unschuldigen weißen Decke das kleine Grab bezogen

Der Januar ging fast zu Ende. Manchmal beschien eine warme Sonne den kleinen Hügel, aber was war das?

Da war über Nacht der Schnee aufgebrochen und ein Blümchen stand da. Zart und schmächtig. Aber unverdrossen streckte es seine Blättchen zum Himmel, als wolle es Mut und Kraft gegen die Kälte der Welt erflehen.

Und wider jegliche Vernunft blüht es jeden Winter, läutet immer weiter und gemahnt sanft an Liebe , Glaube und Hoffnung, diese drei...



Unser Schneeglöckchen





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