Hey du, ein liebes Hallo! Freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Hübsch wäre, wenn dir meine Einstellungen gefielen, wunderschön, wenn sie ein Lächeln, Schmunzeln, oder gar eine kleine Freude und paar gute Gedanken hinterließen.
Selber würde ich mich über jeden Kommentar freuen . Und nun viel Spaß beim Lesen

Samstag, 28. Januar 2017

Morgengedanken









Morgengedanken






 Hallo Ihr da draußen,

seid gegrüßt in Nah und Fern. Nun ja, eher fern, denn mindestens 1500 Km trennen uns voneinander.

Draußen ist ein wunderschöner Morgen herauf gezogen. Sonnig, aber kalt . Die Sonne steht hoch im Osten über Philippi und scheint durch die hintere Tür. Vor meinem Blick, schräg gegenüber im Westen, bescheint sie ein langgestrecktes Haus. Die Fenster reflektieren ihre Strahlen und werfen sie direkt hier auf meinen Frühstücksplatz. Ich sitze voll umfangen in diesem Licht.

Ich- sitze - im - Licht.

Ich sitze im Licht. Diesen Satz will ich mir auf der Zunge zergehen lassen und ich will in diesen Tagen danach handeln. Bis....

Mein Leben hat sich in eben diesen letzten Tagen etwas geändert. Es fing genau am ersten Tag dieses Jahres an. Da ging ich hinüber in die Ambulanz des nahe gelegenen General Hospital. Mit modisch hübsch bis unter die Nasenspitze geschlungenem Schal, damit mein Schiefhals mit den Hamsterbäckchen schön versteckt wäre..

 Man sagte mir, da bestünde Handlungsbedarf, aber der entsprechende Arzt sei noch im Urlaub. Nun, ich hatte eh schon gewartet , da könnte ich auch jetzt noch die paar Tage warten. Aber mein Zustand verschlechterte sich sehr und als es dann endlich soweit war, dass ich wieder hinüber ging,  behielten sie mich gleich da und steckten mich sofort an den Tropf.

Da lag ich nun Tag und Nacht eine Woche lang unter schwerem Geschütz und hatte das Gefühl, sie pumpten die ganze Wasserblase, auf der Drama liegt, in mich hinein. Unter dem Antibiotika geschah nichts. Dann folgte ein Kopf CT und noch am selben Abend begannen sie zusätzlich mit Cortisoninfusionen. Und arbeiteten einen Plan aus, wie weiter vorzugehen sei. Pathologe, Serotologe, weitere spezielle Blutuntersuchungen ,etc.

 Das würde dauern. Ich entließ mich selbst. Die Cortisontherapie konnte ich auch zu Hause streng nach Plan oral fort führen und schon drei Tage später hatte ich einen Termin bei einem Prof. von der Uni in Alexandropolis, der auch hier in Drama praktiziert.

Der untersuchte nur kurz sämtliche Lymphknoten,, auch am Körper, und sprach dann viel. In meiner Verwirrtheit, Griechisch , Englisch,  Deutsch, hörte ich immer wieder das Wort Lymphoma, dachte , nun ja, ich weiß, dass ich eine Lymphkrankheit habe. Erst als ich Chemotherapie hörte, wurde ich hellhörig: You mean it´s a Cancer?

Tja, was es nun wirklich ist, werden weitere Untersuchungen zeigen. Sie werden mir ein zwei Knoten entnehmen, umliegendes Halsgewebe entfernen und eine Biopsie machen. Am 1.2. werden sie mit einem weiteren CT des Bauchraumes beginnen und dann wird sich eines ans andere fügen.

Bis dahin werde ich meine Tage genießen. Zuerst war ich schon recht ängstlich, schwankte zwischen Panikattacken und Quatsch- sowas - bekommen - doch -nur- andere. Dann entschloß ich mich für letzteres und dass ich nicht gewillt bin, jetzt in Histerie aus zu brechen. Es ist nur der Verdacht. Heulen und Zähneklappern kann ich, wenn es  wirklich dann so wäre.

Alles ist offen. Und das eigentlich ist, was ich sagen will. Wir machen uns Tag für Tag soviele unnütze Gedanken im Voraus. Das ist bei vielen Dingen auch notwendig. In Terminsachen, Geldangelegenheiten, Urlaubsplanung,etc. Aber was soll ich mich heute darum kümmern, was der Tag mir übermorgen bringen wird, wenn ich doch den heutigen leben kann. Gut leben kann. Muss ich heute unbedingt mir Sorgen machen, was übermorgen sein wird? Muss ich das? Ich kann vorsorgen, meine Tasche packen, meine Rechnungen bezahlen, mein Katerchen versorgen. Aber mir ernsthaft nun Sorgen zu machen, bevor sie real sind?

Nö! Dazu bin ich nicht bereit. Ich werde diese "freien" Tage bis Mittwoch nächster Woche genießen, mich von den Klinikstrapazen erholen, schlafen, schreiben, neue Bücher binden, mit Katerchen auf Vorrat schmusen und lauter schöne Dinge tun.

Ich meine, es gibt Zeit zum Weinen und es gibt Zeit zum Lachen. JETZT ist noch Zeit zum Lachen.  Lassen wir sie uns nicht vergällen durch Sorgen, die uns vielleicht gar nicht treffen wollen. Und es gibt diese Zeiten  mehr, als wir wagen, zu glauben. Nur, meine Freunde, nehmen, nehmen müssen wir sie uns selber. Uns immer wieder einmal dran erinnern, wie schön das Leben ist und wie gut es uns doch geht.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag. Meiner ist es bereits.

Eure Heide Marie

Mittwoch, 11. Januar 2017

Morgengedanken. 11.01.2017



Morgengedanken



Mit einem wettermäßig frostigem, gefühlsmäßig dennoch herzlichem Guten Morgen, grüße ich euch heute. Es ist passiert: Griechenland liegt unter einer geschlossenen Schneedecke. Sogar die Inseln sollen betroffen sein. Man hat mir gesagt, seit 60 Jahren hätte es das nicht mehr gegeben. Ob das so ist, weiß ich nicht, muss es aber wohl glauben.

Gestern hat es den ganzen Tag geschneit. 
Charikleia kam mit gehöriger Verspätung, hatte sich den ganzen Weg von Ambalakia hierher im 2. Gang durchgekämpft. Gegen Mittag haben wir uns dann mutig auf gemacht, meinen monatlichen Großeinkauf zu tätigen und schafften das auch. Aber dem Heimweg von ihr, sahen wir beide etwas ängstlich entgegen, die Straßen waren wieder zu. Es wird hier in der Provinz weder geräumt, noch gestreut, man ist hier für so etwas einfach nicht vorbereitet.

Nun sitze ich also wieder hier und schaue in diese doch eigentlich so schöne Winterwelt hinaus, die so heimatlich anmutet. Ich bin vorhin von Balkon zu Balkon gewandert, um nach irgendwelchen Lebenszeichen meiner Umwelt zu suchen. Die Welt scheint still zu stehen: kein Mensch auf der Straße, kein Auto, und selbst den Hunden scheint es die Lust am Bellen  verschlagen zu haben. Ab und zu kommt ein Rabe geflogen, setzt sich auf einen der Telefondrähte. Dann rieselt da etwas Schnee herab. Der Vogel erhebt sich, fliegt davon. Wieder rieselt Schnee. Und das war dann auch schon das einzige Zeichen von Leben da draußen.

Eigentlich ist heute unten in der Stadt wie jeden Donnerstag Bazaari, Markt. Ich verschwende nicht mal einen Gedanken daran, runter zu fahren, überlege mir eher, wie er wohl bestückt sein wird. Konnten die Händler ihre Anwege schaffen , und wenn , wie. Sie tun mir leid, aber c´est la vie.
Und ich denke überhaupt an die Menschen da draußen. Viele Dörfer sollen abgeschnitten sein. Und ich denke an die Ärmsten der Armen, deren es hier immer mehr gibt. Das Sozialsystem hier ist zum K...., das heißt, es gibt hier ja absolut gar keins. Wo also sind sie? Haben sie eine Bleibe? Haben sie zu essen? Haben sie warm? 

Wir haben seit Tagen Minusgrade und als gestern die Heizung nicht ansprang, reagierte ich leicht panisch, zumal diese weitläufige Wohnung ohnehin schwer warm zu bekommen ist, die Heizungskosten immens hoch sind und ich zu sparen versuche. Der Winter hat hier erst richtig angefangen und schon sind es mehrere hundert Euro. Ich gedenke , es mir in warmem Strickzeug und immer einer heißen Kanne Tees auf dem Stövchen, recht gemütlich zu machen. Und das klappt auch.

 Aber diese Menschen da draußen, die das alles nicht haben! Unlängst schrieb ich an gleicher Stelle von "Guten Gedanken" Die nützen denen nicht. Und ob Jener da Oben ihnen hilft? Fast schäme ich mich, um die kleinen Dinge des Alltags zu bitten...um unser täglich Brot....das wir so selbstverständlich hin nehmen. Nein, nichts ist selbstverständlich. Bereits morgen kann alles ganz anders sein und ich für mich habe mir vorgenommen, in Zukunft etwas dankbarer mit meinem Schicksal um zugehen. Wir wissen doch oft gar nicht mehr, wie gut es uns geht. Wir denken nur an das , was uns fehlt, nicht an das, was wir  v e r l i e r e n  können. Und ich denke mal, Letzteres auf die Waagschale geworfen, würde allemal überwiegen.

So will ich für mich selbst also doch etwas dankbarer sein. Zumal ich neulich irgend wo etwas Hübsches gelesen habe, was ich als  eine Super-Option an euch weitergeben möchte:

Nicht die Glücklichen sind dankbar, sondern die Dankbaren sind glücklich.

In diesem Sinne wünsche ich euch nun einen guten Wintertag, macht was Hübsches aus ihm.

Eure  Heide Marie




Sonntag, 8. Januar 2017

Eine Liebesgeschichte








Vier Kalenderblätter






1998

Menschen, überall Menschen
dazwischen du und ich
zwischen gestern und morgen das Heute
neben mir du, neben dir ich

Du gehst an meiner Seite
und bist unendlich weit weg
Das Gestern verbietet das Heute
Das Morgen erscheint ohne Zweck

An deiner Seite allein zu sein
tut so unendlich weh
und verzweifelt such ich immer
wieder deine Näh
´
Kannst mir deine Hand nicht geben
bist in Gedanken bei ihr
Wie dürft´ich da wagen zu sagen
mein Leben und all meine Liebe
gehören doch immer nur dir






2002



Warum darf ich nicht fragen
frage nur wozu
Wozu alles wagen
wenn nicht am Ende du-

Hab geduldet, hab gestritten
wollte doch nur dich
Schließlich in des Lebens Mitten
da verlor ich mich

Hab dich nie ganz besessen
hab dich doch ganz verlorn
du wolltest nicht vergessen
ich bin an dir erfrorn

So bin ich nun am Ende
zerbrochen der Hoffnung Schild
Sieh meine leeren Hände
wo dennoch Liebe draus quillt.




Ohne Datum


Nun ist es doch geschehen
sie hat dich fort geschickt
Nun wird nicht weiter gehen
Was dich hat so beglückt

Du glaubtest nochmal an die Liebe
an die Liebe, oder an sie?
Sie wollte mit dir ja nur spielen
Deine Liebe wollte sie nie

Sie spielte ihr Spiel und sie spielte es gut
doch du, mein Lieb, warst nicht auf der Hut
Du wolltest Böses nicht denken
dein ganzes Herz ihr nur schenken

Nun schickt sie dich fort, ich sah deinen Schmerz
Sie kannte kein Erbarmen
Da brach auch beinah mir das Herz:
du weintest in m e i n e n Armen




2012 
Nachruf

An G. Th.

Sei froh, dass ich nicht hassen kann,
ich schlüge dich mit deinen Waffen,
mit denen du an meinem Mann
solch Unheil hast geschaffen

Er suchte Ruhe, suchte Frieden
in Waldes Einsamkeit
und Heilung für uns beide.
Es war uns nicht beschieden.

Durch dich-

Du stelltest dich frech zwischen uns,
wolltest dein Mütchen wohl kühlen.
Du sprachst von - Panzer knacken-
Du wolltest mit ihm doch nur spielen.

Im lauschigen Tann warfst du dich ihm an,
wichest nicht mehr von seiner Seite.
Du spanntest um ihn Dein Spinnennetz,
War er Dir leichte Beute?

Du suchtest Bestätigung, brauchtest den Kick
und musstest doch eigentlich wissen,
dass Schalentierchen, deren Panzer man knackt,
ganz jämmerlich sterben müssen-

Doch deiner Eitelkeit war das egal;
du fingst ihn dir ein mit Liebesschwüren,
mit Worten von Sehnsucht und Abschiedsqual,
von -Perlentränchen- und -Trostbreimahl-
und fingst ihn mit goldenen Schnüren.

Du fandest es gut, du fandest es schick
in deinem Selbstfindungswahne-
Doch Perlentränchen weinte ich nicht,
ich weinte Ozeane.

Sein Fehler war, erglaubte dir
zu gerne deine Lügen.
Du tatest damit nicht nur ihn,
auch deinen Mann betrügen

Hast du nur einmal je bedacht
- nein, so sensibel warst du nicht -
was Willkür solchem Herzen macht,
dass es vielleicht zerbricht.

Ich wusste, du nicht, wenn ein solcher Geist
im Anderen sich gänzlich verliert,
all seine Prinzipien dafür aufgibt und sieht, das war sie nicht wert,
seinen eigenenTod gebiert.

Du wolltest ihn haben. Er gab sich dir ganz.
Doch das war dir dann zuviel.
Sehr schnell hast du ihn abserviert,
er passte nicht mehr in dein Spiel.

Nun ist er tot, du nahmst ihn mir. Was bleib, sind deine Briefe.
Die könnte ich jetzt böse nützen.
Wovor sollte ich dich auch noch schützen?
Dir nicht tun gerade so weh?

Sei froh, dass ich nicht hassen kann.
Gern schlüg ich dich mit Deinen Waffen.
Doch mein ist die Liebe. Und er war mein Mann.
Deswegen kann ich es nicht schaffen.


© H. M. Kalitta

Samstag, 7. Januar 2017

Januarmärchen, Das Schneeglöckchen




Was uns das Schneeglöckchen sagen will




Es war vor langer Zeit. 

Die große Gärtnerin Natur ging durch ihren Garten . Sie hatte vom Meister allerhand Sämereien bekommen, sie zu ihrer Zeit ausgesät und nun besah sie sich das Ergebnis. 

Das war vielleicht ein Spektakel. Da wuchs alles wild durcheinander. Sie war vielleicht nicht sorgfältig bei der Aussaat gewesen und vielleicht hatte auch der Wind seine Finger im Spiel gehabt. Nun, so konnte es nicht bleiben. 

Die Rose hatte sich mit dem Lavendel befreundet, wollte ihn unbedingt bei sich haben. Die Wasserminze stocherte unlustig im Erdreich herum und war mit dem ihr zugewiesenen Stückchen Land nicht zufrieden. Sie brauchte Platz. Sie würde ihn sich schaffen, koste es, was es wolle. Die Heide, verspielt und etwas störrisch, wollte sandeln, und wenn schon nicht Sandburgen, so doch hübsche Landschaften bauen. Die Alpenrose war da im Flachland tief unglücklich und suchte Trost bei Edelweiß und Arnika. Zusammen beschloss man, eine Eingabe zwecks Umsiedelung zu machen. Die Hortensie, in wunderschönem hellen Blau, beklagte sich ebenfalls. Ihre Erde sei zu feucht. Sie reagierte darauf ganz schön sauer und wurde vor Ärger ganz rot. Der Hahnenfuß dagegen, ließ sein Köpfchen hängen und sehnte sich nach einem Bachrand oder einer feuchten Wiese.

Das ging ja alles gar nicht.

 Schließlich war es der erste Garten, den Mutter Natur anlegte. Auch sie würde lernen und immer wieder neue Erfahrungen machen müssen. Aber sie war damals ja noch so jung. Sie hatte ihr Reich zugeteilt bekommen ...und nun mach mal was draus. 

Tja, so war das damals, auch sie musste einmal klein anfangen. Heut steht sie weit über allem, hat eine wunderbare Ordnung geschaffen. Sie weiß, dass sie gut ist und steht hoch über uns Menschen, die wir immer glauben, wir hätten hier das Sagen. Sie lässt es zu, dass wir immer weiter versuchen, mit ihren Abkömmlingen zu experimentieren. Dennoch bleibt eine Rose immer eine Rose und wird in hundert Jahren, wenn wir es denn erlebten, immer noch eine Rose sein. Dazu lächelt diese große Mutter milde. Sie weiß, der Mensch lebt eine kurze Zeit. Dann vergeht er, wie die Blumen auf dem Feld. Sie aber, sie bleibt.

So ging sie also damals in Gedanken und großen Landmesserschritten über ihr Terrain. Sie überlegte, wo und wie sie das alles bewerkstelligen sollte. Es gab soviel zu tun und so Vieles schrie nach sofortiger Änderung.Wo und womit sollte sie anfangen? Sie würde sich irgendwie erst einmal Hilfe beschaffen müssen, bis alles seine Richtigkeit hätte.

Da fielen ihr die Erdgeister ein, dieses kleine Völkchen, welches tief im Verborgenen arbeitete und damals allen Dingen auf unserer Erde zu Ansehen und Wachstum verhalf.

So ging sie also zu dem König der Feen und Elfen, besprach sich mit ihm und alsbald hatte sie für jedes Blumenkind ein Patchen ausgehandelt, ein Elflein, das fortan seinem Blümchen beistehen sollte.

Ja, da wäre noch etwas, worüber ich mit dir sprechen möchte, wenn du schon da bist", meinte dann der Elfenkönig. " Wir haben hier ein Elflein. Ein sehr liebes, aber es hat einen kleinen Tick. Es glaubt immer noch an Glaube , Liebe und Hoffnung. „

Und was ist daran falsch???“

Nun jaaa, das kam mal von den Menschen und wird doch kaum noch praktiziert. Und hier nun läuft das dumme kleine Ding den ganzen Tag mit einem Glöckchen umeinander, ruft, wie früher in den Dörfern der Büttel, mit der Glocke, ständig zu Liebe , Glaube und Hoffnung auf. Das ist ja im Prinzip nicht schlecht, aber  e s   n e r v t   u n s   f ü r c h t e r l i c h !!! Zumal wir ja von unserem Wesen her auf diese drei Dinge bedacht sind.“

Was erwartest du nun von mir?“

Nun, könntest du es nicht mitnehmen auf die Erde? Dort könnte es wie jener Rufer in der Wüste agieren und dort wäre es auch von Nöten.“

Nun ja, eigentlich habe ich mein Trüppchen zusammen. Aber das arme Dingelchen tut mir Leid und du hast Recht, da auf der Erde heroben könnte es rufen und bimmeln , wie es will. Da ist es so laut, da hört es eh niemand und keiner wird sich daran stören. Ich werde es mitnehmen.“

Der Elfenkönig klatschte in die Hände und wünschte, man solle Glöckchen doch gleich zu ihm bringen.

Was da dann angetrippelt kam, ließ die gute Mutter Natur tief aufseufzen. Ein kleines junges Elflein, so klein und schmächtig, dass es sie erbarmte. Es hatte ein seltsames weißes Kleidchen an.Weiß, wie die Farbe der Unschuld. Den Saum schmückte ein schmaler Streifen in Grün. Die Hoffnung? Und über dem Röckchen trug es drei Überwürfe in Form hübsch gerundeter Zipfel. Liebe. Glaube. Hoffnung?

Der Abschied ging schnell und freundlich. Dann zog Mutter Natur mit ihrem Regiment ab und nahm Glöckchen schützend unter ihren Umhang. Sie wollte ganz besonders auf es aufpassen und es ein wenig herausfüttern.

Der Sommer kam, der Herbst, der Winter. Mutter Erde hatte alles versucht, aber Glöckchen wurde immer matter. Einmal, während eines Gespräches meinte es betrübt:

Weißt du, es ist fast so unmöglich, diese drei Dinge unter die Menschen zu bringen, als dass eine Blume im Schnee wächst.“

Und als der erste Schnee kam, starb es.

Sie begruben es sehr still und alsbald hatte der Schnee mit seiner unschuldigen weißen Decke das kleine Grab bezogen

Der Januar ging fast zu Ende. Manchmal beschien eine warme Sonne den kleinen Hügel, aber was war das?

Da war über Nacht der Schnee aufgebrochen und ein Blümchen stand da. Zart und schmächtig. Aber unverdrossen streckte es seine Blättchen zum Himmel, als wolle es Mut und Kraft gegen die Kälte der Welt erflehen.

Und wider jegliche Vernunft blüht es jeden Winter, läutet immer weiter und gemahnt sanft an Liebe , Glaube und Hoffnung, diese drei...



Unser Schneeglöckchen





Sonntag, 1. Januar 2017

Morgengedanken






GGuten MorgenG Deutschland! Prosit Neu Jahr!


Kalimera Griechenland! Poli chronia!









Da sitze ich nun also am ersten Morgen des Neuen Jahres. Mein Blick schweift hinaus in einen blitzblauen Himmel und meine Gedanken gehen mit. 

Das alte Jahr hat sich mit Schnee, Frost und Raureif verabschiedet, Tags zuvor mit heftigen Sturmböen vom nahen Gebirge herunter. Es hat sich eigentlich recht grimmig verabschiedet und ich überlegte, wie i c h es verlassen wollte. 

Als ich gestern hier saß und auf diese weiß verschneite und jedes Ästchen  bereifte Wunderwelt blickte, überkam mich ein solch gutes heimatliches Wintergefühl und ich begann, mich auf das neue Jahr zu freuen. Gut, ich würde es mutterseelenallein begrüßen und mein Gesundheitszustand war gerade nicht erfreulich. Aber ich war frohgemut und entschlossen, es mir angenehm und schön zu machen.

Ich bereitete mir ein schönes Essen, Punsch, und stellte die beiden Berliner Pfannekuchen bereit, die ich für mich zurück behielt. Alle anderen gab ich Charikleia und Ilias mit, für die ich sie unter anderem gebacken hatte. Sie gehörten zu ihren schönen Deutschlanderinnerungen.
Charikleia weinte fast vor Freude, als ich ihr sagte, geh mal in die Küche, da steht was für dich und als sie dann vor dem Berg Berliner stand.
 Als dann später ihr Sohn noch kam, verdrückte er gleich dreie und ließ mir ausrichten, sie seien phantastisch. Er spricht kein Deutsch.

Dann erneuerte ich die Kerzen in den Leuchtern , nahm mir eine Handarbeit, suchte nach einem netten Film und mit Purzelchen wartete ich entspannt und noch voller Freude über den Besuch der Beiden auf das neue Jahr.

Als es soweit war, ging ich mit  Katerchen  hinaus auf den Balkon, um es zu begrüßen.
Und da kam schon die erste Überraschung: sie böllerten nicht. Alles still, kein Mensch auf der Straße und ein sternenklarer Himmel. Mit Purzelchen auf dem Arm schaute ich hinauf und grüßte Wolf und Gerdalein (meinen Mann und meine Freundin) mit dem Gedicht, das mir in genau dem gleichen Augenblick vor einem Jahr spontan einfiel:

Der weite Himmel über mir, 
ich schau hinauf ins Blau. 
Ihr seid dort oben irgendwo, 
ich weiß das ganz genau.

Ihr habt´s geschafft, ihr habt es gut. 
Ihr sitzt auf Wolke sieben.
Doch ich steh hier mit kleinem Mut 
und werd´euch weiter lieben.

Dann gingen wir auf einen anderen Balkon, mit Blick auf die Stadt hinunter und da sahen wir dann doch noch ein kleines bescheidenes Feuerwerk , das sie auf der Platia veranstalteten. Es war sehr bescheiden und ich freute mich plötzlich doch daran. Zum Einen, w e i l es bescheiden war, und zum Anderen, weil trotz aller Misere hier, Menschen die Freude nicht vergessen wollten. In Deutschland fand ich es so ätzend, dass in dieser einen Nacht Millionen in den Himmel geschossen wurden. Was hätte man damit alles bewerkstelligen können! Hätte nicht ein freundliches Glas Sekt  mit dem Nachbarn und ein zwei Wunderkerzen oder auch Leuchtraketen, gereicht, das Neue Jahr draußen zu begrüßen?
In meiner Heimatstadt legte sich ab Mitternacht eine giftige undurchdringbare Dunstglocke über die Straßen und Plätze und stinkender Schwefelhauch zog durch die Luft und nahm mir den Atem. Nein, das mochte ich damals nicht und das mag ich heute nicht.

So also kam ich mit Purzel und den Gedanken an all meine Lieben in Deutschland...und im Himmel...
ja, zwar allein, aber doch frohgemut in dies neue 2017 hinüber.


Während ich nun hier sitze, haben Wolken den Himmel bezogen. Ich denke , es ist wie im Leben. Gerade noch ist alles eitel Sonnenschein und im nächsten Augenblick alles verändert und Wolken trüben den Blick...

Wir wünschen uns Glück. An Weihnachten, zum Geburtstag, an allen möglichen Festtagen und ganz besonders zur Jahreswende. Aber erwarten wir das wirklich? Oder lassen wir es schleifen und warten ab, ob Glück trifft. Tun wir ernsthaft etwas dazu? Glücklich zu machen, oder selber glücklich zu sein? Oder sind es nur Worte, oberflächlich in den Wind gesprochen?
Und wie ist das mit den guten Gedanken, deren wir uns gegenseitig versichern? Glauben wir an deren Kraft? Und wenn, worinnen besteht diese Kraft?
 Ich glaube, es kommt dabei darauf an, was man will, und auf Wahrhaftigkeit. Bei den Wünschen, wie bei den Gedanken. Sende ich Wünsche und Gedanken, um meine Schuldigkeit getan zu haben und mein eigenes Gewissen schlafen zu legen? Dann kann ich das auch bleiben lassen.  Das bringt dem Anderen nichts und mir auch nicht. Aber tu ich es aufrichtig und aus vollem Herzen, dann beschäftige ich mich wirklich mit dessen Not, Glück oder Anliegen. Ich werde nach Abhilfe und Rat suchen. Oder nur einer kleinen Geste der Freundlichkeit. Was ihm in diesem bestimmten Moment vielleicht auch noch nicht hilft.
Aber wenn ich ihm das nächste Mal begegne, werde ich ihm ganz anders begegnen. Denn er war tief innig in meinen guten Wünschen  und Gedanken und damit auf dem Weg in mein Herz. Da wirkt jene Kraft. Diese Herzlichkeit wird mich für immer mit ihm verbinden. Und ist es nicht gerade diese tief empfundene Herzlichkeit, die uns an manchen Tagen fehlt und uns an anderen
so glücklich macht?

Abendgedanken

Soweit kam ich heute morgen.

Dann besuchte mich mein Enkel, schon auf dem Rückweg nach Thessaloniki " Omi, ich habe gar nicht viel Zeit und ich muss auch gleich wieder gehen", sagte er, aber er kam.  Kurz nachdem er fort war, holte mich Sophia mit ihrer Familie nach Ambalakia, wo es wieder sehr schön war.

Jetzt, spät abends, komme ich erst aus dem Nosokomio, Generalhospital.  Charikleia bestand darauf und kutschierte mich direkt in die Ambulanz.

Wie immer an Feiertagen, war dort wahnsinnig viel los und es herrschte düsteres Schweigen, nur immer wieder von unserem verhaltenen Lachen unterbrochen. Wir nützten die Zeit und erzählten uns fröhliche Storrys und Begebenheiten von den Kindern und hinterfragten, ob unsere Erziehung wohl richtig oder falsch für sie war. Verlassen habe ich das Krankenhaus mit zwei Spritzen, einem Rezept und dem ersten Termin in diesem Jahr, ich muss zum Chirurgen.

Ja,  nun sitze ich wieder  hier und bitte um Verzeihung, weil ich meine Morgengedanken nicht mehr rechtzeitig einstellen konnte. Was ich nun gleich nachholen will, damit sie wenigsten morgen früh bei euch sind.

Aber noch ein, zwei Sätze zur Herzlichkeit. Sie ist gerade in unseren Tagen so wichtig. Und kostet dennoch nichts, es sei denn, ein Lächeln.  Könnten wir denn nicht jeden Tag jemandem ein Lächeln schenken?
Und sei es an manchen Tagen uns selbst im Spiegel.