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Freitag, 18. November 2016

Herbst! Tröpfchen, was nun?

Neues von Tröpfchen



HERBST! Tröpfchen, was nun?






Nun also war Tröpfchen in Griechenland zu Hause. Es hatte den wunderschönen Garten verlassen und war eines schönen Tages hier bei mir gelandet. Hatte sich wohl die griech. Flora etwas anders gedacht, vielfältiger und großartiger. Aber das war das erste Problem.

Sommers herrscht hier größtenteils verbrannte Erde, dürre Felder und versengte Wiesen. Üppig sind nur jene Pflanzen und Blumen in den kleinen Vorgärten und in Töpfen und Schalen vor den Häusern und Türen.

Auch bei mir war das nicht anders, es gab nur das, was ich vom Bazaari hier herauf getragen hatte, um meine Balkons damit zu schmücken und die Hände wenigstens ab und an einmal in Erde stecken zu können. Also kaum das geeignete Umfeld für solch eifriges Tröpfchen.
Und so bot ich ihm an, anstatt nur als Wasserträger zu fungieren, sich komplett um die Pflege meiner Planzenkinder zu kümmern und erhob es kurzer Hand zum richtigen Blumenelfen.

Ach wie freute es sich da. Und erst über das Blumenelfenkostüm. Und dann begann es gleich mit der neuen Arbeit.

Es fuhrwerkte mit dem alten Teelöffel durch die Blumenkästen, -töpfe und -schalen, lockerte die Erde, schaute nach den Wurzeln, strich den Blüten den Staub aus den Augen, der von der Sahara herüberwehte, und wischte ihn auch sorgsam von den Blättern. Es nahm seine neue Berufung sehr ernst, es hegte und pflegte, es putzte und stutzte, es grub und hub, und die Pflanzen dankten es ihm. Ich auch. Und bei Bedarf schlüpfte es natürlich in sein altes Wasserträgerkleidchen und goss ausgibig.

Nach getaner Arbeit setzte es sich auf meine Schulter und wisperte mir manches Märchen ins Ohr oder es flog hinüber in die Akazien und Feigenbäume, welche die Straße säumten und hinter denen es ins Freiland und das Wäldchen ging. Dort tollte es dann mit den Vögeln vergnügt umher, oder es saß still, an einen Ast gelehnt. Ob es auch manchmal Heimweh hatte und an Deutschland und den wunderschönen Garten dachte?

So verging die Zeit. Aus der fernen Heimat kamen Berichte von Herbstattacken, Regen und Kälte. Hier saßen wir noch in der Sonne. Aber dann, im November, ergab sich mit dem Hereinbrechen plötzlich recht kühler Tage, ein neues Problem. Fast über Nacht war es nun auch hier Herbst geworden. Der Wind von den Bergen fegte die Blätter von den Bäumen und die Menschen wechselten von hemdsärmelig zur Wintergarderobe.

Noch standen meine Pflanzen in Laub und Blüte, aber wie lang noch? Und dann? Wohin mit Tröpfchen? Hier gab es keine ausladenden Fensterbänke, auf denen sich eine üppige Blumenpracht aufbauen ließ. Außer einer großen Pflanzschale mit Grünpflanzen auf dem Boden und drei Topfpflanzen auf den Tischen, konnte ich Tröpfchen so gar nichts anbieten, womit es über den Winter kommen sollte. Ich hatte auch keine Ahnung, was Elfen in der Ruhephase der Pflanzen so machten. Ob sie Winterschlaf hielten, ob sie unter der Erde Wurzelpflege betrieben, oder sich gar wie Schmetterlingspuppen in kleinen Hängematten unter ein altes Blatt hingen? Keine Ahnung.

Ich selbst hatte mich gerade, mit einem Strickzeug versehen, auf der Couch niedergelassen. Draußen war sonnig und die Balkontür stand einen Spalt offen. In Gedanken strickte ich Reihe für Reihe in den Farben des Sommers vor mich hin. Ich überlegte, was mit Tröpfchen geschehen sollte. Ich muß mit ihm reden und dann würde ich ja sehen....

So beruhigt schnitt ich wieder einige kunterbunte Wollfäden ab, warf sie achtlos zu den anderen.

„ He!“ und „hihihihi“, kicherte es da, „willst du mich begraben?“Tröpfchen saß in Mitten des Wollwustes und befreite sich gerade von den letzten Fäden.

„ Oh, Tröpfchen, da bist du ja. Schön. Draußen fängt es an, kalt zu werden, ich mach die Tür jetzt zu. Aber was ich dich mal fragen wollte....“

„Erst ich,“ fiebste es da. „Was machste denn mit all diesen Wollresten?“

„Ach, entweder ich werfe sie weg, oder ich hebe sie als Füllmaterial für meine gefilzten Blumenkinder auf. Ja, wahrscheinlich Letzteres. Warum?“

„ Weil die soo schön bunt sind, wie die Blumen im Sommer und haste mal daran gedacht, dass ich ja irgendwo schlafen muss und ein warmes Bettchen brauche? Das hier wäre genau richtig.“ Damit warf es eine Ladung Fäden über sich in die Luft und kicherte laut, als sie es unter sich begruben.

„ Moment, das da?“Fragte ich und nickte zu den Wollresten hinunter.

„ Ja, dieser Haufen hier,“lachte es.

„ Auf dem Boden ?“

„ Ja. Oder haste sonst noch einen?“

„ Nö. Aber du kannst da doch nicht schlafen.“

„ Ooch, wieso denn nicht?“begehrte es auf.

„ Weil der Purzel dich da frißt“, antwortete ich etwas drastisch. Auf dem Boden! Tz,tz,tz, man konnte es zertreten. Und wie Purzel, mein kleiner Kater mit ihm „spielen“ würde, daran wollte ich gar nicht denken!

„ Wieso denn nicht,“ stampfte es nun mit dem Fuß auf.

„ Weil ich den Haufen dann wegräume und du nicht auf dem Fußboden schlafen kannst. Basta!“

„ Wer hat denn gesagt, dass ich auf dem Fußboden schlafen will??“

„ Du!“

„ Iiich? Quaaaatsch, ich meinte den Wollhaufen vom Boden. Brauchste den nu noch, oder nicht?“legte es das Köpfchen schief und grinste mich an.

„ Nö, bedien dich. Und ich dachte schon.....“ lachte ich. Aber Tröpfchen hatte meine Antwort gar nicht abgewartet und startete bereits mit einem ganzen Ballen Wollresten im Arm Richtung Grünpflanze. Recht hoch oben fand es zwei nebeneinander liegende Blattachseln und da hinein packte es nach und nach sämtliche Reste
Inzwischen war der Abend gekommen. Tröpfchens Aktivitäten schienen zu Ende. Als ich nach ihm sah, lag es eingekuschelt in den farbigen Fäden , wie in einem Heuhaufen und blinzelte schläfrig.

„ Na, dann schlaf mal gut, mein Kleines. Und träum was Schönes.“

„ Mmmhm, lauter gaaaanz bunte Träume.... von Glitzertautropfen...und Regenbögen.. und meinen bunten Blu....“, damit war es eingeschlafen.


Ich zupfte noch ein paar flauschige Fäden über ihm zurecht und fragte mich insgeheim, würde ich es am nächsten Morgen putzmunter vorfinden, oder erst wieder im nächsten März.....








1 Kommentar:

  1. Da bin ich gespannt, ob Tröpfchen wirkkich da Winterschlaf bis März hält? Liebe Grüße Eva

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