Hey du, ein liebes Hallo! Freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Hübsch wäre, wenn dir meine Einstellungen gefielen, wunderschön, wenn sie ein Lächeln, Schmunzeln, oder gar eine kleine Freude und paar gute Gedanken hinterließen.
Selber würde ich mich über jeden Kommentar freuen . Und nun viel Spaß beim Lesen

Sonntag, 30. Oktober 2016

Novembermärchen, Die Gladiole

Novembermärchen
oder
Wie Glaube Schwerter zu Blumen macht

Die Gladiole

(gladius = Schwert, gladiolus = das kleine Schwert)





 Es war lange vor der Zeit, da es Menschen gab , die man die Gladiatoren nannte. Jene mit den Schwertern. Aber immer gab es Kriege, Hass, und Zwietracht seit diesen Tagen, in denen mein Märchen begann.

Da gab es, niemand weiß mehr wo, einmal ein Land.

Ein Land, so wunderschön, so friedlich und mit allem gesegnet, was das Herz begehrte. Seine Bewohner schätzten sich glücklich, taten ihre Arbeiten gerne, achteten und respektierten einander und begegneten sich liebevoll. Man half sich gegenseitig, wenn Not am Mann war und trachtete danach, seinen Mitmenschen Gutes zu tun und sich gegenseitig zu erfreuen. Es wurde gesungen und gelacht und abends saß man fröhlich beisammen, bis der gute alte Mond herauf kam und augenzwinkernd ans Schlafengehen ermahnte. Ja, eben ein Märchen!

Das Land selber bot sich in solch einer Vielfalt. Im Norden hatte es fischreiche Meere, Inseln, lange Strände und im Süden gab es hohe Gebirge, die es gegen andere Länder abgrenzten. Es gab herrliche, fruchtbare Ebenen und romantische Flußlandschaften, sanfte Hügel und bizarre Bergketten, weite Felder und enge Schluchten, blaue Seen und wispernde Bachläufe durch lichte Wälder oder dunklen Tann. Es gab Bodenschätze und im Sommer wogte überall das Ährengold des Korns. Ein gesegnetes Land. Und wo nur irgend ein Plätzchen Erde noch offen war, und in Kübeln, Pötten und Schalen prangten das ganze Jahr hindurch die schönsten, vielfältigsten Blumen und Pflanzen , mit deren Anblick man sich gegenseitig zu erfreuen gedachte. Ein wunderbares Land.

Und so hätte das auch bleiben können, bis ans Ende aller Tage. 

Blieb es aber nicht. Und später konnte keiner mehr sagen, woher es kam und wie es begann. Kam es von hinter dem Gebirge, oder hatte es schon immer mitten unter ihnen in einem der Berge, oder tiefen Wäldern gehaust, keiner vermochte es zu sagen. Jedoch eines Tages erwachte es, streckte und reckte seine Glieder und machte sich auf den Weg zu den Menschen : ein Ungeheuer Namens Habsucht, Vorname Neid.

Dieses Wesen war krank und zwar höchst virulent. Wo es aufkreuzte, verfielen die Leute in seltsame Handlungen. Gab man bisher gerne, so nahm man sich plötzlich lieber.

Es fing ganz harmlos mit einem Blumenpott an, den eine Nachbarin der anderen wegnahm, dachte wohl, „ach sie hätte mir den sowieso gerne gegeben“. Mit der Zeit aber wurden allenthalben Dinge entwendet, Ärger machte sich breit. Und hätte man das richtige Instrument bei der Hand gehabt, so hätte man es dem Anderen schon mal gerne um die Ohren gefegt.

Zur gleichen Zeit hatte der Schmied einen größeren Erzgang im nahen Berg entdeckt, so dass er nicht mehr mit Material zu geizen brauchte. Seine kleinen Pfeilspitzen, Axtklingen und gewöhnlichen Feitl reizten ihn schon lange nicht mehr. Er wollte Größeres schaffen. Zuerst einmal eine große und dann noch eine größere Klinge und dann mal sehen, wofür man sie gebrauchen könnte.

 Dachte und machte. Er verarbeitete einen gehörigen Brocken Erz an einem Strang und hatte plötzlich eine überdimensionierte Klinge vor sich, scharf, eben und glad, nach heutiger Rechtschreibung: glatt.

Während dem war aber zwischen zwei Ortschaften die Sache mit Neid und Habsucht so eskaliert, dass es schon mal zu ernsten Zwischenfällen gekommen war. Schließlich klaute und bediente man sich vorzugsweise im anderen Dorf. Das gab Krieg. Richtig beinharten Krieg und der Schmied bekam Arbeit, viel Arbeit, nachdem man wusste, was er nun schmiedete. Ein paar Burschen warteten nur darauf.

Bald war man hüben ,wie drüben mit einem dieser Gladen ausgerüstet. In unserer Sprache = Schwert. Und noch ein paar Klauereien und man stand sich bewaffnet gegenüber..

Aber wie es so ist, jemand hat immer das Bummerl, den Schwarzen Peter.

In diesem Falle ein junges Mädchen, Iole, heute Jule, genannt. Sie war heimlich in einer tiefen, herzinnigen Liebe zu einem Burschen aus dem nun feindlichen Nachbardorf entbrannt. Was ja damals nicht selten und heute immer noch vorkommen soll.

Iole wusste sich nun keinen anderen Rat, raffte ihre Röcke und rannte, haste was kannste, über die Stoppelfelder in den nahen Wald. Dort, wusste sie, solle ein Eremit hausen, der sich mit allerhand Geheimnissen auskannte und der sogar schon einmal ein Wunder vollbracht haben sollte. So sagte man.

Als sie ihn gefunden hatte, bat sie ihn kniefällig und unter vielen Tränen um seine Hilfe. Wie das gehen sollte, wußte sie zwar nicht und auch er hatte zugegebenermaßen noch keine Ahnung, was er tun könnte. Aber er wollte zumindest mit ihr an den Ort des Geschehens eilen. Möglicherweise fiele ihm ja dort etwas ein.

Als sie eintrafen, war die Schlacht schon in vollem Gange. Ernsthaft verletzt war zum Glück noch niemand. Selbst für hartgesottene Männer war mit der Faust zu zu schlagen eine Sache, ernsthaft aber mit einem Schwert, eine ganz andere. Und so waren es noch eher zaghafte Schwünge. Doch zunehmend wurden sie fester, gezielter und es würde nicht mehr lange dauern, bis der Erste sein Leben aushauchte.

Iole krallte verzweifelt ihre Hände in das Gewand des Einsiedlers. Der stand ratlos. Blickte gebannt auf diese Gebilde aus Erz, wünschte mit aller Kraft, dem bevorstehenden Kampf auf Leben und Tod ein Ende setzen zu können.

Und dann sah er es.

Diese Dinger in den aufgereckten Händen der Männer. Sahen die nicht aus wie versilberte schmale, lange Blätter? Man mußte sie sich nur in Grün vorstellen und sie verloren ihre Gefährlichkeit, wären einfach nur Blätter einer x-beliebigen Pflanze. Fasziniert starrte er weiterhin mit diesem Gedanken auf die Schwerter. Glaubte, Blumen zu sehen.

Und da geschah es.

Der Hieb war dazu geeignet, dem Getroffenen den Schädel zu zertrümmern. Stattdessen schüttelte der den Kopf und ließ sich ungläubig eine wunderschöne Blume um die Ohren hauen. Den anderen erging es gerade so. Wo gerade noch eben scharfe Waffen die Luft zerteilten, da hielten sie alle eine merkwürdig geformte Blume in den Händen.

Fragte man sie später, wieviel seid ihr denn gewesen? So wußte das niemand mehr so genau. Auf jeder Seite so zwischen sieben bis fünfzehn Burschen. Und genau so viele Blüten geben der Blume ihre schwertförmige Silhouette.

Es waren die Frauen, die ins Nachbardorf pilgerten, um sich gegenseitig eine der wunderschönen Blumen zum Freundschaftsangebot zu übergeben.


Kriege gibt es seither überall in der Welt, jenes Ungeheuer schläft nicht. Aber seither gibt es auch die Gladiole am Ende des Sommers in jedem Garten. Eine Erinnerung daran, dass Liebe und Friede machbar sind.

(C) Heide Marie Kalitta










Samstag, 29. Oktober 2016

Jugendfrei?....Altersfrei????

Heute einmal etwas ganz anderes



Jugendfrei?....Altersfrei????





Eben begegnete mir hier der Begriff "jugendfrei" im Zusammenhang mit Gespräch. Hier verbarg sich ein niedlicher kleiner Witz dahinter.




Mir allerdings, fielen Unterhaltungen ein, die ICH als ERWACHSENE an der Haltestelle belauschen musste, als ich einmal eine Zeit lang auf den Schulbus angewiesen war.


Was ich hier an einem Sprachschatz und einem Wissen aufschnappte, reichte für mich, einst Tochter aus gutem Hause, wie man damals so schön sagte, dazu, dass es mir die Schamröte ins Gesicht trieb und sich mir die Nackenhaare hoch stellten. Es waren nicht nur die obszönen Ausdrücke, denen diese "Kinder" mächtig waren, es war auch die Art und Weise, wie sie sich unterhielten.
Erst höchst interessant und humorvoll, empfand ich es letztlich als pure Körperverletzung, getragen z. T. von erschreckendem hierarchischem Denken. Das war für mich alles andere als jugendfrei, und plötzlich bekam dieses Wort für mich ganz andere Dimensionen
.
Jugend-frei...freie Jugend... Jugend ist heute alles erlaubt...Jugend ist in.. ...darf sich alles leisten.... Jugend ist gefragt...Werbung schon bereits auf Kinder zugeschnitten. Jugendschutz?

Vielleicht sollten wir einmal mit einem leichten Augenzwinkern über einen neuen Begriff nachdenken, nämlich "(Erwachsenen-)Altersschutz"
.

Heute kann ich drüber lächeln, damals war ich entsetzt
:

Ich kam an die Haltestelle. Ein Bub, 8-9, oder auch 10 jährig, saß in einer Ecke und wartete auf den Bus. Still, unauffällig, Sohn einer guten Bekannten.

Kamen drei Jung´s, rempelnd, bolzend, laut gestikulierend. Sehr offen ersichtlich in Lakotzt, Ellefresse, Adikrass und was der teuren Marken damals noch üblich war, gekleidet. Hohe Turnschuhe natürlich nachlässig offen getragen. Also so richtige Macker.

Sehen den Kleinen. Bauen sich in Front vor ihm auf. Fangen an zu pöbeln. Die drei überbieten sich an Gemeinheiten. Einer davon lehnt sich jetzt lässig auf den wohl Obermacker, anzüglich, schleimend, dessen Wohlwollen erheischend.

Und da kommt´s !

Sagt doch der, den Schleimer perfide abweisend, wortwörtlich, ich zitiere :

"He, du schwule Sau, nimm deine Flossen da weg, ich bin doch nicht dein Geschlechtspartner!".........

...Oh!...

Wie gesagt...8, 9, oder höchstens 10 Jahre alte "Kinder".



http://heidimachtgeschichten.blogspot.gr/

Freitag, 7. Oktober 2016

Oktobermärch, Weshalb die Sonnenblume so groß ist




Weshalb die Sonnenblume so groß ist





vor Jahr und Tag ging die liebe Mutter Natur einmal wieder über die Erde. Der Sommer ging zu Ende und der Herbst stand vor derTür.  Die Wiesen leuchteten noch einmal in den letzten Blumenfarben. Ja, es war wirklich ein Leuchten, ein Farbspiel sonders Gleichem. Die Herbstsonne gab noch einmal in diesen Tagen ihr Bestes und spendete ein ganz besonderes Licht, Ein Licht in dem alle Farben ganz besondere Leuchtkraft erhielten. Die Menschen pflückten dann die Blumen, auch Früchte, steckten leuchtende Beerenzweiglein dazu und trugen sie erwartungsvoll nach Hause. Aber dort, ohne dieses Sonnenlicht verloren sie ihren Glanz.

Mutter Natur war zufrieden: Sonne, Wiesen, Blumen, Früchte, alle gaben sie noch einmal, wie in einem feurigen Finale, ihr Bestes. Ja, sie war zufrieden.

Sie wollte sich dem Waldrand zuwenden. Der schien in Flammen zu stehen. Er loderte in bunten Farben. Unter dem blitzblauen Himmel ein besonderes Schauspiel. Sie überlegte gerade, welche Jahreszeit ihr die liebste sei, wann ihre Kinderlein sie am meisten erfreuten,. Sie wusste es nicht. Aber der Herbst, dachte sie, der Herbst ist doch etwas ganz besonderes. Er ist wie einer dieser Menschen, von denen man sagt, sie hätten eine raue Schale , doch einen weichen Kern. Er kann wüten wie ein Berserker, um die Blätter von den Bäumen zu fegen, aber er kann auch solch herrliche Tage bescheren, mit dieser letzten, so willkommenen Wärme, diesem Sonnenglanz, dieser Beschaulichkeit, diesen Farben.

Da hörte sie es wispern:

"Hallo, Mutter, große Mutter! Hier bin ich. Kannst du mal zu mir kommen?"

Sie drehte sich um. Schritt nochmal zum Wiesenrand, woher sie meinte, das Stimmchen gehört zu haben. 

Da gewahrte sie ein Blümchen. Unscheinbar. Gelb, wie die meisten Wiesenblumen. Sie selbst liebte schließlich gelb und war auf Absprache ihres Großen Meisters nicht sparsam damit umgegangen. Sie musste nun selber überlegen, welch eine Blume das war. 

Wiesenbocksbart, nein , das Kraut stimmte nicht. Schwarzäugige Susanne, war keine Wiesenblume. Arnika, wuchs hier nicht im Flachland. Topinambur, damit kam sie der Sache schon näher.

"Sonnenblume. Du hast mich Sonnenblume genannt, gesagt, ich sähe aus, wie eine kleine Sonne."

"Ja, stimmt, mein kleines Sonnenblümchen. Was hast du denn auf dem Herzen? Du hast mich doch gerufen, nicht?"

"Jaaa, das war ich. Sieh einmal, große Mutter. Du sagst , ich sei eine Sonnenblume. Aber sieh mich doch einmal an. Ich bin so klein, so unbedeutend und nutzlos. Wie soll ich denn  sonnengleich sein. Nur wegen der Farbe? Schau mal, mich sieht hier niemand. Und niemand ist, der sich an mir freuen kann. Ich bin total nutzlos, zu nichts nütze. Und ich mag nicht länger zu gar nichts nütze sein. Haha, Sonne! Sonnenblume! Du, ich will wirklich sein, wie die Sonne.  Alle sehen sie, alle freuen sich an ihr, und sie sorgt sogar für Wachstum, für Speise. Ist es nicht wunderbar, so sein zu können, für andere zu sorgen und da zu sein? Nicht so nutzlos wie ich."
Damit streckte es die Blätterärmchen der Sonne entgegen. 

"Ach könnte ich doch wirklich eine echte Sonnen -  Blume sein!"

"Tja,mein Kleines, da werde ich nachdenken müssen, was wir da machen können. Und dann muss ich auch eine Eingabe an den Großen Meister machen, was er davon hält. Aber sei getrost, das eine oder andere wird sich vielleicht finden."

Mutter Natur ging in Gedanken versunken hinüber zum Waldrand, und  Sonnenblümchen war erst einmal zufrieden, dass es gewagt hatte, zu reden.

Der Herbst ging vorbei, der Winter kam,  es geschah nichts. Das Frühjahr war voll im Gange und der Sommer begann. 

Sonnenblümchen hatte gut geschlafen , erwachte und kam ans Tageslicht geklettert. Da stand es nun, klein, fein, und dachte , dass man von oben eben anders entschieden habe.

Aber dann schien es doch anders zu gehen, einfach irgend wie anders. 

Merkwürdig war schon mal, dass Nachbars Kuh nun glaubte, sich genau neben Sonnenblümchen  verewigen zu müssen. Und in der Erde, direkt nahe an den Würzelchen schien ein ganzes Regiment von fleißigen Regenwürmern zu arbeiten und zu lockern. Und bildete sich das Blümchen es ein, oder schien es wirklich so, dass der Regen seine sanftesten und wärmsten Tropfen für es selber bereit  hielt und es davon gar nicht genug bekommen konnte? Und die Sonne? Umgab sie es nicht besonders warm und lind? Schien sie es mit ihren Sonnenstrahlenfingern  nicht hinauf in die Höhe zu locken und zu ziehen?

Nun, wie dem auch sei, Sonnenblümchen fühlte plötzlich Leben und eine Kraft in sich und wuchs und wuchs, dass es nur so in den Blattachseln krachte. Schon hatte es höchstes Wiesenniveau erreicht, konnte schon drüber weg in die Ferne blicken und wuchs immer noch. 

War das eine Lust! Auch in seinem Gesicht tat sich etwas. Nein, nein, kein Bart wuchs da heran, aber lauter blitzblanke, pralle Kerne
.
Und eines Tages im Spätsommer kam wieder Mutter Natur geschritten. 

 Unsere Blume konnte sie aus ihrer Höhe schon von weitem sehen, rang etwas genant ihre Blätter, wusste nicht so recht, wie sie sich vor lauter Dankbarkeit und in neuer Gestalt verhalten sollte. War so glücklich.

"Na, mein Kind, da bist du nun ganz schön erwachsen geworden. Und hübsch."

"Ach, Mutter wie hast du das so schön gemacht. Und was hat der großen Meister dazu gesagt und was ist nun meine Aufgabe? Ich habe doch jetzt eine Aufgabe, oder nicht?"

" Nun ja, zuerst meinte er,alles sei gut, wie es ist. Dann, man solle guten Willen fördern. Da habe ich ihn erinnert an seine Vögel unter dem Himmel....die da nicht säen und nicht ernteten und die er ja trotzdem ernähren wolle... Da hat er mir lächelnd mit dem Finger gedroht. Aber du wirst es nun bald erleben, die Vögel werden deine Kerne mit Wonne verspeisen, sobald diese reif sind. Und sogar die Menschen werden von dir leben. Sie werden Generationen von dir anbauen und Öl aus deinen Samen machen, Und selbst, wenn dein Leben zu Ende sein wird, wirst du als Silage ihren Tieren noch Gutes tun. Reicht dir das nun, mit diesem Reichtum an Nutzen? Ganz abgesehen davon, dass du wunderhübsch bist und man so schon allein Freude an dir haben kann. "

Die Sonnenblume rang vor so viel Lob und Nützlichkeit ihre Blätter.

"Apropos, Blätter,"meinte da Mutter Natur, "hast du bemerkt, dass das ganz große Herzen sind? Der Meister war vom kleinen Blümchen mit dem großen Herzen, das Gutes tun wollte,  recht beeindruckt. Meinte , dem solle man auch Ausdruck verleihen, sei eine kleine Zugabe..."

So also wurde aus Kleinem etwas ganz Großes. 

Verwunderlich ist allerdings, dass die Sonnenblume gelb ist. Nach dem letzten Satz von Großer Mutter Natur errötete sie nämlich ganz fürchterlich......

(C) Heide Marie Kalitta


Mittwoch, 5. Oktober 2016

Tröpfchens Wandlung





Tröpfchens Wandlung










Nun war Tröpfchen also wieder zufrieden. Von wem kann man auch schon sagen, dass er andere Glücklich mache. Sicher, es gibt jene, welche das immer wieder schaffen. Aber allzu oft gehen sie in der Masse der Unverbindlichen unter, oder ihre Güte wird als selbstverständlich hingenommen., Da fällt mir ein Spruch ein, den ich mal aus einer Zeitung heraus riss. Er mag heute vielleicht unrealistisch anmuten, aber dies ist ja hier schliesslich ein Märchen und so schreib ich ihn eben auf. Märchen  können wahr werden.

Es trügt der Schein, mein liebes Kind, nicht alle ,die da lachen sind glücklich.
Wahres Glücklichsein liegt oft im Glücklichmachen.

Ich werde ihn nachher auch Tröpfchen noch sagen.

Ja , so war das mit Tröpfchen. Der Gedanke und die Beschäftigung mit diesem kleinen Wesen macht mich glücklich. . Und so beschloß ich uns beiden eine Freude zu bereiten.

Ich suchte also meine Schränke nach passenden Stoffresten und -fetzchen durch und dann saß ich und nadelte. So winzig, dass es mit der Maschine nicht zu schaffen war. Ich wollte Töpfchen ein neues Gewand machen. Das Tröpfchenkleid war doch sehr empfindlich und wohl auch in gefülltem Zustand zu schwer. Tröpfchen sollte nicht den ganzen Tag darinnen verbringen müssen, nur zum Gießen sollte es das noch anziehen.

Schließlich wollte ich Tröpfchen noch etwas anderes offerieren und dazu war das neue Kleidchen einfach   praktischer. Und so nähte ich also nächtens , wenn Tröpfchen schlief, munter drauf los. Purzel, mein kleiner Kater, war lange Nächte gewohnt. Und wenn er nicht gerade auf meinem Schoß saß und nach dem Nähfaden angelte, spielte er in den Stoffabfällen auf dem Boden Verstecken.

Dann war es soweit, ich fertigte noch einen kleinen Holzbügel.... na, wenn man zwei Kleidchen besitzt, gehört eines auf einen Bügel... und dann war es soweit. Ich hing es an einen starken Halm und setzte mich in meine Schaukel, überließ mich der Mittagswärme und begann , vor mich hin zu dösen. Es war die Stunde Pan´s

Plötzlich ein kleiner Seufzer, der mich aufblicken ließ. Aha, Tröpfchen erwachte. Ich stand auf um zu sehen, was nun geschehen würde. Erst aber musste ich Tröpfchen einmal orten, wo es schlief, beziehungsweise gerade aufwachte. Da, ein zweiter so recht zufriedener Seufzer, und da lag es ja auch. Hatte sich auf einem Blatt vom Hibiskus niedergelassen und reckte und streckte jetzt wohlig seine zarten Gliederchen. Das sah vielleicht possierlich aus! Dann fuhr es mit den kleinen Händen über einen der Rockzipfel und mit ein paar Wassertropfen wusch es sich das Gesichtchen und fuhr dann auch über die Flügel. Die blitzten in der Feuchtigkeit und dem Sonnenlicht wieder und wieder in allen Regenbogenfarben auf. Schön war das ! Ich konnte gar nicht genug davon bekommen, diesem Schauspiel zu zu sehen.

Doch dann dachte ich an meine Überraschung.

Oh, ich hatte ja etwas vergessen! Schnell flitzte ich in die Küche, kramte eine Weile in der Besteckschublade und förderte endlich einen alten Teelöffel zu Tage , der schon bessere Zeiten erlebt hatte. Für meinen Zweck war er gerade gut.

Tröpfchen hatte sich inzwischen aufgesetzt und schaute ein wenig unschlüssig umher. Da gab ich mich durch die Blätter zu erkennen.

"Tach , Tröpfchen. Na, ausgeschlafen?"

"Ja, und guuut! Und nun fang ich gleich mal zu gießen an. Ist wohl dringend nötig."

"Das ist wohl wahr, aber kannst du noch ein wenig warten? Ich hab nämlich etwas für dich und ich hab mir was für dich ausgedacht."

Tröpfchen klatschte in die Hände:

"Für mich? Und was ausgedacht? Gell du magst mich?"

"Hahahaha, du kleiner Naseweiß, wie kommst du denn bloß darauf?" utzte ich.

"Ja weil du etwas für mich hast und dir etwas für mich ausgedacht hast. Das hat noch nie jemand für mich getan.Was isses denn?"

" Also erst mal ist es dies hier", damit offerierte ich ihm den Teelöffel.

"Ups, was´n des?"

"Wir nennen es Teelöffel"

"Und was macht ihr damit?"fragte es und besah sich den Löffel mit gefurchter Stirn.

"Nun, wir nehmen ihn zum Tee umrühren, oder Kaffee, oder sonst was ..."

"Also ein Kaffe - oder -sonst-was-löffel. Was denn nun?"

"Na jaaa, wenn auf der Kaffeetafel ein Teelöffel fehlt, dann ist es eben ein Kaffeelöffel, der fehlt."

" Und der Sonst-was-löffel? Wo fehlt der???"

"Ach Tröpfchen, wo soll der fehlen , der fehlt überall."

"Wo überall?"

"Eben da, wo man ihn gerade braucht."

"Ich brauch ihn nicht, also ist es ein Ich-brauch-ihn-nicht-löffel" bestimmte es da.

"Eijeijei,Tröpfchen! Schluß jetzt! Du wirst ihn brauchen. Er gehört nämlich zu meinerÜberraschung"

"Also ein Überaschungs -löffel"giekste es da und verbiss sich das Lachen. Ich mir auch.

"Nein, wenn du es wissen willst, es ist ein Spaten, Dein Spaten."

"Was ist ein Spaten?" fragte es ,um Ernsthaftigkeit bemüht.

"Ein Spaten ist zum Umgraben da."

Und nun gab es kein Halten mehr!!

"Demnach also ein Umgrab-spaten-überraschungs-löffel !!" feixte es , holte sich einen seiner Flügel vor ´s Gesicht und schüttete sich dahinter vor Lachen fast aus. Kopfschüttelnd lachte ich mit.

"Und wo ist jetzt meine Überraschung?"wollte es dann wissen.

So, jetzt war ich an der Reihe! So einfach kam mir das kleine Biest nicht davon. Ich erklärte ihm das Suchspiel mit Warm- und Kalt - Befehlen und trieb es erst einmal fröhlich quer Feld-Beet, bzw. hier quer Pott-Kasten durch meine Blumen.

Dann endlich entdeckte es das neue Gewand. Ungläubig stand es davor. Brachte keinen Ton heraus. Schaute nur. Und bekam vor Aufregung einen Schluckauf.

"Das´s für mich, hg?"... " So was Schönes, hg?!"...."Das bekommen bei uns nur die Blumenelfen, hg,... nicht die Wasserträger, hg!"..."und ich bin doch nur Wasserträger,hg,hg hg hg..."Der Schluckauf schien in ein Schluchzen übergehen zu wollen.

"Schatzelchen, jetzt komm mal her, bevor du mir hier in Freudentränen ausbrichst. Ich werde dir jetzt erzählen, was ich mir für dich ausgedacht habe.

Also mit dem Blumenelf liegst du gar nicht so falsch. Wie das Wasser gehört auch die richtige Erde zum Pflänzchen. Die muss genau so gepflegt werden. Hast du schon mal so richtig in der Erde gebuddelt?
Als ich noch meinen großen Garten hatte, liebte ich diese frisch bearbeitete Erde und ihren Geruch und ich habe mir gedacht, du könntest auch Gefallen daran finden, zumal du glaubst, dass das Wassertragen dich hier nicht ausfüllen würde..."

Tröpfchen war mir mittlerweile auf die Schulter geflogen und drückte aufgeregt an meinem Ohrläppchen herum.

"Umgraben! Du meinst, ich darf  umgraben, Würzelchen bearbeiten und pflegen und die Pflanzen aufziehen und zum Blühen bringen ??? Dann wäre ich ja ein richtiger Blumenelf!!!!" jauchzte es da los. Und ehe ich  mich versah, war es zum Was- auch- immer-löffel geflogen und schon fing es an zu buddeln.

Mein "Ich ernenne dich also ab sofort und mit Fug und Recht zum Blumenelfen honoris causa..." vernahm es in seinem Eifer wohl kaum noch.

Mich allerdings juckte den restlichen Nachmittag irgendwie mein Ohrläppchen....