Hey du, ein liebes Hallo! Freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Hübsch wäre, wenn dir meine Einstellungen gefielen, wunderschön, wenn sie ein Lächeln, Schmunzeln, oder gar eine kleine Freude und paar gute Gedanken hinterließen.
Selber würde ich mich über jeden Kommentar freuen . Und nun viel Spaß beim Lesen

Donnerstag, 22. September 2016

Tröpfchen ist traurig









Tröpfchen ist traurig






Nun war also Tröpfchen nach Griechenland gekommen. Meine 
Bewunderung für dies kleine Dingelchen kannte keine Grenzen. Und Tröpfchen kannte wohl auch keine, was die Entfernung Deutschland – Griechenland betrifft. Hat sich ganz allein auf den Weg gemacht, nur, um mir in den Stunden Pan´s wieder nahe zu sein.

Ja, wie war das noch? Auf den Schwingen der Phantasie....Was da alles geht!
Hat einfach den nächsten Flieger... Entschuldigung, Wolke... genommen, Tröpfchens reisen ja per Wolke.... und hat über die Alpen sehr stressig Wolkenhopping gemacht. So, wie man hier Inselhopping macht.

Wie man weiß, herrscht ja dort meist Streik. Bei den Wolkenfluggesellschaften zählen die Alpen überhaupt zum meistbestreikten Gebiet . Aber so ein paar Streikbrecher schaffen es immer wieder, über sie hinweg zu kommen. Tröpfchen hat sie mutig gefunden. Und ab Thessaloniki ist das kleine Wesen im Überlandbus gereist. Das muss man sich mal vorstellen! Fliegt einfach in den Kofferraum und lässt sich fahren.

Also ich , in meiner menschlichen Größe und Gestalt, freue mich zwar immer auf den Flug nach Deutschland und zurück... es gibt in diesem Moment dort oben nichts Erhabeneres als diesen weiten Himmel... aber die Strapazen bis dahin sind doch gewaltig.

Dieses Elfenmädelchen aber fliegt einfach los, quer Feld - Beet, äh, Himmel - Wolke, quert die Alpen , macht ´ne Bruchlandung in meinen Blumen..grad als ich ein wenig eingenickt war... und ist da.

Und nun haben wir ein Problem.

So, wie ich mein geliebtes Heimatland verließ, Knall, Fall, einfach so, weil man mich hier brauchte, so verließ Tröpfchen diesen wunderbaren Garten. Nicht bedenkend, was es hier vorfinden würde.

Genau das ist das Problem. Ich habe gar keinen Garten. Ich habe nur auf meinen Balkons Blumenkästen und -pötte. Wie kann da denn ein kleines Elflein zufrieden sein, das in einem solch schönen Garten gelebt hat. Ich weiß, wovon ich spreche. Aber ich bin alt und Gartenarbeit ist passee. Die paar Pötte reichen m i r vollkommen. Aber Tröpfchen???

Und dann ist es eines gar nicht mehr so schönen Tages so weit, Tröpfchen sitzt inmitten einer kleinen Wasserpfütze.

„ Oh, Tröpfchen, was ist passiert? Sind deine Röckchenzipfel undicht , eventuell die Stoffmembrane mürbe geworden? Oder gar gerissen?“

Wie man weiß, gehört Tröpfchen zu den Blumenelfen und Wasserträgern. Auch vor dem Land der Elfen hat der Fortschritt nicht Halt gemacht. Und so hat man diese Elfen mit hochtechnisierten Hilfsmitteln ausgestattet. Sie tragen zwar immernoch wie von Alters her ihre Zipfelröckchen, aber diese Zipfel sind ein Wunderwerk unserer modernen Stoffindustrie. Sie enthalten eine Membrane, und sie filtern Wasser aus der Luft. Sind also immer wassertragend. Tröpfchen muss nur noch auswringen. Dass sie aber so schnell absorbieren und ständig einsatzbereit sind, tja, das ist eben das Märchenhafte.

Als ich nu Tröpfchen so im Nassen sitzen sah, dachte ich, der Sturz in meine Blumen , hätte vielleicht das Röckchen beschädigt. Ich nahm Tröpfchen behutsam hoch und setzte es auf meine Hand. Wollte nach dem Röckchen schauen. Da sah ich es -
Tröpfchen weinte.

Es weinte solch große Tränen, wie ich sie nie gesehen hatte. Als müsse es auch damit noch die Pflänzchen wässern.

“Aber Tröpfelchen, was ist denn geschehen? Weswegen musst du so weinen?“

„Hgh-hgh-hgh,“ schluchzte es da abgrundtief. Und dann brach es aus ihm hervor:

„Da bin ich jetzt Hals über Kopf hier her gekommen , dachte du brauchst mich. Und nun ist alles nicht so, wie ich dachte . Habe mir das alles ganz anders vorgestellt. Aber nun bin ich hier und diesen Weg, den schaff ich nicht noch einmal zurück...“

„Ach, Tröpfchen , wie gut ich diese Worte kenne, es sind fast die gleichen, die ich schon so oft dachte. Schau , auch ich bin Hals über Kopf hierher geeilt. Dachte, ich hätte hier eine neue Aufgabe...und alles ist ganz anders gekommen. Wie sehr ich dich verstehen kann. Aber sag, was ist es , was du hier erwartet hast, vielleicht könnten wir das Problem lösen.“

„ Najaaa, ich habe mir hier viel mehr Blumen vorgestellt und dass du mich hier brauchen würdest. Aber was soll ich mit paar Blumenkästen und Pötten`... und die begießt Du auch noch selbst. Was soll ich also hier? Du brauchst mich doch gar nicht...“

„Sage doch sowas nicht. Und wie ich dich brauche. Allerdings stimmt, ich habe immernoch selber gegossen. Aber siehst du, wie meine Blumen da stehen? Durstig und verwelkt. Bei diesen Temperaturen müsste ich zweimal gießen. Aber Tröpfchen, ich kann das nicht mehr. Es wird mir einfach zuviel. Ich bin abends ausgepowert..aber du hast ja Recht, nun kannst du das ja machen. Du, das ist eine große Hilfe für mich..“

„Hgh-hgh-hgh“, schluchzte es noch einmal auf und dann überzog schon ein kleines Lächeln sein Gesichtchen.

“Und du meinst das wirklich im Ernst? Ich dachte schon, du vertraust mir nicht.“

„Nein, nein, das war einfach Gedankenlosigkeit. Weißt du, die meisten Fehler machen wir Menschen aus Gedankenlosigkeit und das sind oft die schlimmsten. Fehler darf man machen, aber bitte, denselben doch nur ein einziges Mal. Wenn du aber gedankenlos bist, passieren sie immer wieder. Und das ist das wirkliche Übel daran. Also, ab morgen hab ich ein Privat-Tröpfchen. Mann, is des toll! Tröpfchen , wie schön, dass du da bist..“

Da richtete es sich auf. Und wie es so da stand und strahlte,fing die Sonne sich in seinen Flügeln und ein Funkenspiel umgab es. Auch die Art und Weise, wie possierlich das kleine Wesen sich bewegte, war so niedlich,dass ich es hätte nur immer ansehen mögen, um meine Freude an ihm zu haben.

„Tröpfchen, ich muss dir aber noch etwas sagen. Weißt du, nicht nur, dass du nun meine Pflänzchen versorgst, ich brauche dich noch für etwas viel Schöneres.

„Ja gibt es denn Schöneres, als für die Blümchen zuu sorgen?“

„Hmm, hm, hm, ja, es gibt noch Schöneres. Hahaha, zumindest für mich. Ich kann wohl nicht in meiner Größe da dazwischen herum hopsen. Aber weißt du, ich kann dir zusehen. Ich kann hier sitzen, alle Viere gerade sein lassen, ein wenig vor mich hindösen und dir dabei zusehen,
wie du dich dort um die Pflänzchen kümmerst. . Du bist solch ein zauberhaftes Wesen und in deinen Flügeln scheint ein Regenbogen.

Weißt du, bei uns Menschen sagt man, es sei das Wunderbarste, einen anderen Menschen glücklich zu machen. Und das machst du. Wenn ich dich da betrachten kann, geht mir das Herz auf, ich sitze hier und finde es wundervoll, ja einfach märchenhaft.“

Ach, wie strahlte da das kleine Wesen!

Da nahm ich mir vor, Tröpfchen auch eine große Freude zu machen. Hatte auch schon eine Idee.
Davon aber nächstes Mal.





























neues von Tröpfchen Überarbeitung, Tröpfchen in Griechenland






Tröpfchen in Griechenland











Es war eine schöne Zeit mit Tröpfchen in jenem Garten. Aber schließlich musste ich nach Hause zurück kehren. An einen Abschied von Tröpfchen dachte ich überhaupt nicht, zu phantastisch schien mir selbst das Ganze. Ob das nicht eben doch alles geträumt war? Dort in den Stunden Pan´s?

An jene Stunden dachte ich heut gerade.

Hier in Griechenland sind sie ganz wichtiger Bestandteil des Tages. Die Menschen ruhen. Die Hitze ist so groß, dass man kaum viel anderes zu tun vermag. Wer kann, geht ans Meer, hoffend, dass der Abend etwas Abkühlung bringt, wenn das Leben und die Arbeit wieder erwachen und man bis in die Nacht hinein seinem Metier, seiner Beschäftigung nachgeht. Ein Freund beklagte sich einmal bitter : “... und dann sagt man, wir würden nicht arbeiten...“ Das scheint tatsächlich die landläufige Meinung der nördlicheren Industrieländer zu sein. Aber wenn jene Familienväter dort seit Stunden ihrer Freizeitbeschäftigung nachgehen, so geht hier die Arbeit erst richtig los. Die Arbeitszeit beträgt für den , der hat, genau so viele Stunden. Nur der Zyklus ist ein anderer.

Ja, so war ich in Gedanken , trauerte auch ein wenig der Tröpfchen-Zeit und dem Garten nach. Hier hatte ich zwar sechs wunderschöne Balkons und auch etliche Blumen und Pflanzen in Töpfen und Pötten, aber eben keinen Garten mehr

Nun war wieder die Stunde Pan´s , sprich , Siesta und ich genoss in meiner Schaukel die leichte Luftbewegung vom Gebirge her. Wollte eigentlich ans Meer, aber selbst, mich dazu auf zu raffen, schien mir unmöglich und träge hing ich in den Kissen. Die Augen waren geblendet von diesem hellen Licht.

Irgend etwas irritierte mich. Irgend ein Insekt machte sich zwischen meinen Blumen zu schaffen. Oder hatte sich da irgendwie festgeflogen.ja, das muss es gewesen sein, denn plötzlich gab es einen Ruck und wie ein Katapult schnellte eine Ranke der Prachtwinde in die Höhe und ein größeres Insekt wurde gegen die Helle Markise geschleudert und landete von dort direkt in meinem Schoß.

Brrr! Ich erschrak mächtig, kannte ich doch noch nicht all das Krabbelzeug , was es hier so gab. Und nun so ein Großes. Iiih, weg damit.

Aber dann überwog die Neugier und ich schaute doch mal genauer hin. Scheinbar eine Art Libelle, aber übel zugerichtet. Und schon tat das Ding mir leid. Ich klaubte es erst einmal aus den Falten meines Kleides. Die Flügel waren zerknittert, aber nicht beschädigt und dann, dann staunte ich.

Das waren keine Insektenbeine und das war auch überhaupt keine Libelle. Nein, ich fasse es nicht, nein, das kann ich nicht glauben. Allerdings glaube ich, noch zu träumen. Tröpfchen, das ist ja Tröpfchen! Tröpfchen hier, hier in Griechenland. Ich träume.

Und wie es zugerichtet ist!

Komm, schlag doch die Äuglein auf. Und wie auf Befehl, ein abgrundtiefer Seufzer und Augen auf. Ach, war das so wunderschön! Tröpfchen, mein Tröpfchen. In Griechenland!Aber nun mussten wir zuerst sehen, was alles verletzt war.

Wie gut, dass die Markise doch ziemlich weit weg war. So war die Wucht des Aufpralls nicht so groß gewesen und außer den Flügeln waren nur ein paar der Wasser speichernden Hightech- Rockzipfel gerissen, was allerdings Tröpfchen den größten Kummer bereitete. Wie nun sollte es seinen Dienst verrichten?

Ja, also es schlug seine Augen auf und lispelte

Bin ich da?“ und ich:

Wenn du zu mir wolltest, Ja. Aber erzähl doch.

Und es erzählte:

Du warst plötzlich fort. Du warst mein einziger Mensch. Das ist bei uns nicht üblich, mit Menschen Freundschaft zu haben. Geh mal raus such danach, du wirst kaum noch mal so etwas wie uns Beide finden. Das passiert, aber es geschieht sehr , sehr selten. Es gibt immer wieder Zwischenfälle. Die Kinder versuchen uns zu fangen, die Erwachsenen sehen uns meist nicht mehr und sind uns gegenüber unachtsam, nur die Alten, so wie du...“

...“oh Danke!“

...“glauben noch an uns, gestehen es sich aber oft selbst nicht ein. Du bist ein wahrer Glücksfall“.

..“oho, danke!“

Ja, du warst also aus diesem Garten verschwunden . Ich begann , dich zu vermissen, wollte dir doch noch so vieles erzählen. Dann war ich eines Tages dort am Gießen. Da kam die Frau mit einem …...Brief....nennt ihr das wohl.... hinaus in den Garten und gab ihn dem anderen Menschen. Der lachte, dann hörte ich deinen Namen. Als der Mann dann sein Mittagsschläfchen draußen hielt, lief ich hin und schaute nach deinem Absender. Nun hatte ich doch wenigstens schon mal deine Adresse, sah, dass du nach Griechenland zurück gekehrt warst.



Ich wußte, diese Strecke würde ich alleine nicht schaffen und rief sämtliche Reisebüros , bzw. Wetterstationen an. Aber Direktflüge gab es gar keine, und die meisten endeten an den Alpen...“



Reisebüros, Wetterstationen, Direktflüge, Alpen??? Ich verstehe nicht...“



Na ja. Erinnerst du dich noch an die Amsel? Jene,welche mich damals aus dem Matschloch zu ziehen versuchte? Du dachtest, die wolle mich als Libelle verspeisen und dann zogst du mich heraus. Diese Amsel ist eine ganz Liebe ...und Vegetarierin. Ich muß also keine Angst haben. Die hätte mich ja sonst damals gleich auffressen können. Aber außerdem weiß sie ja jetzt, dass ich keine Libelle bin.



Mit ihr habe ich eine nette Bekanntschaft. Und da fragte ich sie...sie kommt ja vielmehr herum als ich...wie ich nach Griechenland kommen könnte. Sie gab mir dann den Rat, es mit einer Wolkenreise zu versuchen und mich bei den Wetterstationen nach Flügen zu erkundigen...“



Ja kannst du denn in solche Höhen hinauf gelangen?“



Ich habe es noch nie versucht, aber ich glaube, eher nicht, es wäre doch zu weit, da hoch zu kommen. Aber auch daran hat die Amsel gedacht. Sie wollte die Lerche , die ja leicht größere Höhen überwindet, bitten , mich da hinauf zu schaffen, als Zubringer, so zu sagen. So haben wir es dann auch gemacht.
Allerdings, Freiburg-Thessaloniki-Drama, illusorisch. Ja und dann, die großen Linien. Kumulus,Amboss und so, die flogen meist nur Kurzstrecken, waren zu überladen und mussten abregnen. Aber nachdem ich erst mal da oben war, bin ich per Anhalter weiter und habe Wolkenhopping gemacht.
In Thessaloniki wurde es schwer. Über die Ebene flog so gut, wie nichts. Weißte, was ich gemacht habe?“

Nö, was denn? Haste vielleicht eine Krähe gechartert?“

Quatsch. Und wenn schon, eine Taube. Nee, ich habe mir das von oben genau angesehen und da habe ich Diese Überlandbusse gesehen und in welche Richtung sie fahren und da bin ich einfach umgestiegen.“

Hier beginnt Tröpfchen vor Stolz zu strahlen.

W a s haste gemacht? Du hast den Überlandbus genommen?“

Ja, klar. Da war ein großes rundes Haus. Da sind die immer raus gekommen.“

Der Busbahnhof. KTEL.“

Da bin ich runter und bin dann beim entsprechenden Bus in den Laderaum geflogen. Du, das war recht angenehm. Der Motor schnurrte, der Bus fuhr sehr ruhig und ich musste nicht wie bei den Wolken damit rechnen, vorzeitig rausgeschmissen zu werden, oder durch die Sitze zu fallen.“

Ja, seit der neuen Autobahn Kavala-Drama- Thessaloniki ist das jetzt besser geworden-“

Und vom KTEL in Drama bin ich das Stück herauf geflogen. Nur hier verließen mich dann bei dieser Hitze alle guten Geister und ich fiel in Deine Blumen. Ja, und da bin ich nun“


Ja, da war es nun . Ein stolzes kleines Elflein. Nun, an den Flügelchen würden wir noch arbeiten müssen.Aber es hatte den Weg geschafft aus dem Land der Dichter und Denker. Ich weiß nicht mal, ob es so etwas auch hier in Griechenland gibt. Oder nur immer diese antiquiierten Götter.

Donnerstag, 1. September 2016



Septembermärchen



Arme Wegewarte





Es waren erst ein paar Tage in seine Ewigkeit geflossen, seit der liebe Gott seine Erde für uns so wunderbar gestaltet hatte, und da ja vor ihm tausend Jahre als ein Tag sind, krabbelten auch schon Menschlein überall auf ihr herum. Es ist für die Verfechter der Evolutionstheorie ja ausgeschlossen, dass das mit den sieben Tagen geklappt haben soll. Und selbst treue Christen, die ja auch mal die Schulbank gedrückt und dort Naturkundeunterricht hatten, glauben eher an den Schöpfer als an den Zeit- und Wahrheitsgehalt seiner Schöpfung.
Ich selber denke, wenn das mit den Tausend Jahren vor ihm als ein Tag so geschrieben steht, so kann der Schreiber das als ein Gleichnis gemeint haben, und tausend Jahre schienen ihm lang genug. Es können aber eben so gut auch mehrerere tausend Jahre gewesen sein. Na.bitte! Dann stimmt ja alles wieder!

Vor langer, langer Zeit kam der Liebe Gott dann selber einmal aus seinem Himmel herab gestiegen. Den hatten die Menschen ihm zugebilligt. Schon damals dachte man, dass solch ein uns unbegreifliches Wesen, solch eine Größe, eben auch viel Raum für sich brauche. Und bis heute hat auch niemand ihn je gesehen und erfahren, wo genau er sich dort aufhält.

Er wollte einfach mal sehen, wie das hier unten so ablief. Aus seinen erhabenen Höhen schien ihn unser Gerenne und Gestrampel manchmal eher zu amusieren, zumal er ja schon immer wusste, wie was im Endeffekt ausgehen würde.

Und natürlich kam er inkognito. Das macht er bis heute . Wenn wir von Zufall sprechen, oder gar kleinen Wundern, da war er mal wieder inkognito unterwegs.

Nun, er zog also gemächlich hier seiner Wege, durch Felder, Auen, Wiesen und Täler und er freute sich an seiner lieben Natur. Manches kam ihm zwar verändert vor. Manches Pflänzchen meinte er zwar noch in seiner Urform zu erkennen, aber manchmal kratzte er sich doch nachdenklich hinterm Ohr.

Jedoch, er war zufrieden. Er wußte , er hatte seiner Natur damals soviel Potential an Flexibilität, Phantasie und Selbsterhaltungstrieb mitgegeben, dass sie noch existieren würde , wenn des Menschen Wille den Menschen selbst schon lang vernichtet hätte. Seit dem Sündenfall traute er dem schon einiges in dieser Richtung zu., Schließlich hatten die allerersten Beiden sich bereits aus dem so wohlgemeinten Paradise katapultiert.

Und gedankenvoll ging er auch durch die Städte,

Was er allerdings hier zu sehen und zu hören bekam, bereitete ihm doch große Sorgen.

Warum mussten die Menschen so viel arbeiten, sie besaßen doch schon alles. Warum waren die Mütter nicht bei ihren Kindern. So hatte er das einmal ersonnen, Vater, Mutter, Kinder. Warum sprachen die Leute nicht mehr direkt und durch solche Kästchen mit einander? Und wenn sie das taten, was dabei heraus kam.!Du lieber!!! Ich Er dachte an die Zeit der Babylonischen Sprachverwirrung und lächelte insgeheim etwas. Lang, lang war´s her. Er hatte ja jedem Volk seine eigene Sprache gegeben und die verstand er auch. Aber was er nun hier erlebte!

Was man landläufig so sagte, das tat er nun wortwörtlich, er schaute den Leuten auf´s Maul. Es waren jüngere. Die brachten zwar Worte und Töne hervor, aber verstehen tat er nur Bahnhof. Nein nicht mal das . Bahnhof hätte er ja noch verstanden. Aber wie die sich zum Teil unterhielten, das greenzte manchmal schon fast an Beleidigungung und Körperverletzung. . Mehr belustigt , als überrascht, fuhr er sich durch den Bart. Von wegen Babylon, diesmal schien er der Gelackmeierte zu sein und milde lächelnd zog er weiter.

Unterwegs geriet er dann doch noch ernsthaft ins Nachdenken. Was er so alles gesehen hatte an Menschenwerk, das war nun wirklich verblüffend. Da war das Rad, Dieses Ding, in ganz groß oder ganz klein, in dick oder dünn, in den verschiedensten Materialien, steckte wirklich überall drinnen und kam überall zum Einsatz. Es schien die Feder jeden Antriebs, jeden Fortkommens zu sein. Offensichtlich aber diente es erst mal zur Fortbewegung. Ob ein-, zwei-, oder vierfach bereift.

Er grübelte, während er aus der Stadt heraus wanderte, warum er damals nicht selber darauf gekommen war. Im Nachhinein schien ihm das jetzt undenkbar. Beine hatte er damals dafür, zumindest bei Mensch und Tier, vollkommen als geeignet empfunden. Und er beschloß, dass wenn er jemals eine Neue Schöpfung bewerkstelligen müsse, er den neuen Menschen gleich mit Rädern plane.

Inzwischen ging es auf Mittag zu. Die Sonne stach vom Himmel.

Und auch da werde ich etwas machen müssen. So wie in diesem Jahr geht das nicht weiter . Den einen scheint sie zu wenig, die anderen verschmachten unter ihren Strahlen. Miittag und Nachmittag vergingen, und unser Weltenvater wanderte noch immer in Gedanken dahin. Vieles , sehr vieles gab es zu Bedenken. Vieles , sehr vieles verdross ihn auch und schließlich wurde er müde.

Auch drückten ihn nun hier auf irdischem Gelände seine alten Tage, ähm, Jahrtausende. Ja klar, hier auf Erden schwebte man nunmal nicht auf Wolken!Er fühlte sich matt und erschöpft, beneidete beinahe die Menschen um die Räder und seine Engel um ihre Flügel.

Engel, ein Engel! Schau, schau! Ja, da schau her!

Da vorne, gleich am Anfang eines kleinen Dorfes ein kleines Haus. Davor ein Engel. Natürlich war es kein Engel.

Das sah der Herr selber sofort. Schließlich und endlich war er für seine Weitsichtigkeit, nicht nur in zukünftigen Sachen, sondern ganz profan in die Weite bekannt. Schließlich erkannte er ja vom Himmel herab das kleinste Tierchen.

Aber dieses Mädchen war so wunderschön an Wuchs und Aussehen, dass es ihm wie einer seiner himmlischen Wesen dünkte und eifrig und freudig lief er auf es zu.

Das Mädchen stand müßig am Gartenzaun. Und der Herr fragte sich schon , ob sie ihn erwartete, konnte sich aber nicht daran erinnern, ob er insgeheim wieder etwas angezettelt hatte. Nichts desto trotz hoffte er auf ein einfaches Nachtlager, oder zumindest doch ein einfaches Mahl. Er war ja selbstverständlich nur mit einem Wanderstab aufgebrochen. Was brauchte er mehr?















Staubig , müde, etwas ärmlich in seiner irdischen Tracht anmutend, stand er nun vor dem Mädchen. Das beachtete ihn erst gar nicht, meinte wohl, einen Bettler vor sich zu haben.

Aber dann hob es die Augen auf und er dachte „oh, mein Ich! Ob die weiß, dass sie sie von mir bekam?“ Diese Augenwaren von einer Schönheit und einer Farbe, wie nur er sie erschaffen haben konnte. Ein Blau und doch nicht blau, ein Violett und doch nicht violett, vielleicht helllilablassblau. Und immernoch hoffte er auf wenigstens ein freundliches Wort. Mit brüchiger Stimme bat er endlich um einen Schluck Wasser und fuhr zusammen, als es mit dem Arm hinter sich deutete und barsch „da hinten , die Tränke“ hervorstieß.

Da wurde unser Herrgott so richtig traurig.

Es ist nicht immer gut, was schön ist und nicht immer ist das auch drinnen, was drauf steht. Sonst müsste sie ein Herz aus Gold gehabt haben. Bei ihm gab es nur eine Wahrheit  bei uns so viele ,wie es Menschen gibt.Tja, wir Menschen wissen das, ER ht, wie sollte er auch, da oben im Himmel, wo nichts Böses herein kommt.

Nun, sein Durst war gestillt, .aber jetzt lernte er ein ganz neues Gefühl kennen. Er bekam ein ganz profanes menschliches Bedürfnis: Hunger. Und ganz bescheiden bat er um ein Stückchen Brot.

Aber was nun geschah, war fast unglaublich. Das Mädchen baute sich vor dem Herrn auf und begann zu lachen.

Ja , was glaubst du denn? Ich warte und warte schon Stunden auf meinen Verlobten. Und nun ist es gleich Zeit, dass er kommt. Er muß gleich da sein. Du glaubst doch nicht, dass ich gerade jetzt mir die Hände für einen Bettler schmutzig mache. Nein, nein, schau. dass du weiterkommst. Und geh, bevor mein Verlobter dich sieht, damit er nichts Falsches denkt.“

Falsches denkt, Falsches denkt, schoß es dem Lieben Gott da durch den Kopf. Der denkt bereits jetzt schon das Falsche. Der glaubt ja an sein Mädchen und sicherlich , dass sie so lieb ist wie sie aussieht. Sieht in ihr sicher einmal eine gute liebe, treusorgende Frau. Und ist jetzt schon angeschmiert mit ihr. Nein, das da rf nicht sein. Der soll seine Chance haben, noch eine wirklich liebevlle. Frau zu bekommen. Ja, den muss ich doch vor diesem Mädchen retten!Ich muss es tun.

Aber er wollte auch dem Mädchen noch eine Chance geben und bat noch einmal, sie möge ihm dach eine Scheibe Brot geben.

Und wieder lachte ihn dieses hochmütige Ding aus. Sie wolle doch lieber weiter am Weg warten.

Da drehte er sich um und ging still davon. Hinter ihm das Mädchen war verschwunden. Da, wo es gestanden hatte, wuchs nun eine knörrige, störrige, abweisende Blume empor.


Das einzig Schöne an ihr war ihre Farbe, diese wunderartige zartlilablaßblaue Farbe der Augen des Mädchens.