Hey du, ein liebes Hallo! Freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Hübsch wäre, wenn dir meine Einstellungen gefielen, wunderschön, wenn sie ein Lächeln, Schmunzeln, oder gar eine kleine Freude und paar gute Gedanken hinterließen.
Selber würde ich mich über jeden Kommentar freuen . Und nun viel Spaß beim Lesen

Samstag, 16. Juli 2016

Abschied ist ein scharfes Schwert


Abschied ist ein scharfes Schwert.....





Kirschen, Äpfel, Melone. Mais, Auberginen, Zuchini, Tomaten, Gurken. Zwiebeln . Die roten müssen es sein, hier. Die roten meint sie, seien hier besser. Ich mag eigentlich lieber die weißen. Aber ich verstehe auch nicht so viel, von der mediteranen Küche. sie beherrscht sie nach 21 Jahren aus dem FF. Also rote Zwiebeln.
Dann ziehe ich meine Schätze im Hackenporsche hinter mir den Berg hinauf. Donnerstag, Bazaari-Tag. Ich liebe ihn. Die Marktschreier, meine Eierfrau, die mir immer noch paar Eier obendrauf packt, die Menschen, die links, rechts, hinter mir sofort hilfreich beispringen, wenn ich mal wieder passen muss: den kataloveno...ich verstehe nicht. Mit dem Bezahlen tu ich mich manchmal noch schwer. Doch, ich habe wieder gut eingekauft und auf diese prächtigen aromatischen schwarzen Kracher von Kirschen freue ich mich schon, Besonders, wenn ich dran denke, welch kleines Vermögen ich in Deutschland für ein Pfund ausgeben musste. Hier kaufe ich sie kiloweise. Jasmin allerdings überlässt sie alle mir, bekommt etwas mit dem Zahnfleisch. Hoffentlich habe ich diesmal die richtigen Äpfel für sie gefunden, die sie so mag.
Mühsam, aber zufrieden ziehe ich bergan. Die Hitze ist schon wieder unerträglich. griechischer Sommer eben. Der zweite hier. Ich mag ihn. Hitzig, heiß, heiter, herrlich. nichts trübt diesen schönen Tag. Doch dann : die Äpfel ! Ob ich diesmal wirklich ihre Lieblingssorte erwischt habe, der Name stand nicht dran. bzw. in Griechisch- Ach , und wenn nicht, kaufe ich sie beim nächsten Bazaari.
Nächster Bazaari?? Rrrrums. Eine Jalousie rasselt herunter und dieser Stein auf meinem Herzen liegt plötzlich quer gleich oben im Hals. und Tränen verschleiern den Blick. Mist! Der nächste Bazaari! Da ist sie doch gar nicht mehr da. Da ist sie weg. Und Ich allein, Ganz allein in Griechenland. Angstvoll zähle ich die Tage herunter, mich fragend, wie mein Leben hier ohne sie funktionieren soll. Bauchgefühl trägt Trauer, Kopf sagt, sie muss gehen
Oh, wie ich diesen Abschied vermaledeie, so weit weg, fern von allem , was mir lieb und wert war, meinen Freunden und Bekannten, meiner Sprache, die ich so liebe. Er steht allgegenwärtig vor mir, Sei es das gemeinsame Frühstück, oder ihr abendliches "Hallo!", wenn sie aus ihrer Sprachschule zurück kommt und mir stolz von ihren Schülern berichtet. Hinter allem steht gleich dieses "noch ein paar Tage, dann nie mehr".
Wie hoffnungsvoll bin ich Jasmins Ruf gefolgt. Sie wollte nochmal neu durchstarten. Alles stimmte bis ins letzte Konzept. Daß einer falsch spielen würde, war nicht denkbar und ein ganz neues Konzept musste her. Ein Lehraufruf nach Deutschland folgte, und dann zurückgekehrt, eines Tages: " Mama, ich muss nach Deutschland. Hier gibt es keine Arbeit für mich und du kommst mit..." Sie sagt es fröhlich, hat schon ihre Fühler ausgestreckt.
Da war es , das Schreckgespenst. Nochmal dieser Riesentruck, nochmal irgendwo neu anfangen? ich bin 72, hic Rhodos, hic salta. Ich gehe hier nicht noch einmal weg. Denn inzwischen gefällt es mir hier , das Meer, meine Berge nahebei. Meine Wohnung mit den vielen Balkons. Auch die Menschen mag ich ja.
Es ist einfach das Alleinsein im Fremden Land. Aber nach WolfsTod war ich auch allein, hab mir ein total neues Leben aufgebaut. Neue Menschen, neue Freunde kamen und blieben. Aber ich war daheim, es war mein Land, meine Sprache. Ich muß so schnell als möglich Griechísch lernen und ich werde es wieder schaffen..... und vielleicht klappts ja dann auch mit dem Nachbarn.....Ja, so müsste es gehen.
Mit derlei anderen und hoffnungsvollen Gedanken bin ich endlich vor der Tür. Jasmin öffnet fröhlich: " Hallo, Mama!" Rrrrumms! Jalousie runter, Stein im Herzen, Klotz im Hals, Tränen steigen. Mist! Noch ein paar Tage, dann, nie mehr...
Am nächsten Morgen, schöner Morgen, trage ich den Müll zu den Kontainern. Jasmin fährt in die Sprachschule, unterrichtet bis zum Schluß. Fährt mit dem Fahrrad an mir vorbei,"Tschüß Mama....!" Rrrumms! Blitz, Donner, Hagel. Salzsäule. Da stehe ich an diesem sonnigen Morgen, allein in Griechenland, schaue ihr nach, wie sie sich entfernt, immer kleiner wird, um die Ecke biegt. Meinen Blicken entschwindet. Und in ein paar Tagen: nie mehr...Dann ist sie weg.
Und das scharfe Schwert schneidet mitten durch mein Herz.....

Kommentare:

  1. Gratuliere,ich schicke Dir die anderen Anleitungen auch noch. Dein Blog wird toll, Du wirst sehen.LG Eva

    AntwortenLöschen
  2. hab ich dir zu verdanken, Evchen, danke

    AntwortenLöschen