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Dienstag, 28. Juni 2016

Juli - Märchen Der Holunder




Juli - Märchen

oder

Der Holunder





Es war einer von diesen heißen Tagen . Die Luft hing voller Blütenduft und mir hatte es der Holderbusch wieder einmal angetan.

In seinem Schatten saß ich und versuchte seine Dolden zu zeichnen. Allerdings gab ich es bald auf, jedes Blütchen einzeln in der Fläche zu zeichnen. Das würde ich, vielleicht später, mit viel Muße einmal nachholen. Fürs erste reichte es , sie andeutungsweise einzufügen.

Ich weiß nicht, woran es lag, aber immer wieder schien mich etwas zu blenden und immer wieder musste ich geblendet unterbrechen.. Etwas unwirsch schaute ich auf, um zu sehen , was Ursache dessen war. Dann sah ich es. Eine Libelle schien auf Sonnenstrahlen zu reiten, wie ein Hexlein auf einem Besen . Und natürlich war es keine Libelle, wie wir Menschen gern vermuteten, es war Tröpfchen.
Dieses kleine Elfenmädchen war inzwischen so zutraulich geworden, dass es sich sogar in einigem Schabernack mit mir versuchte. So war es auf die Idee gekommen, einzelne Sonnenstrählchen einzu fangen und sie in meine Augen zu lenken.

„Tröpfchen, Tröpfchen, du bist entdeckt, Frechdachs, der du bist“, rief ich ,und , schwupp, eine leichte Berührung und Tröpfchen war mit dem nächsten Strahl auf meiner Schulter gelandet.
Da lag es nun bäuchlings und betrachtete mein Werk.

„Ach könntest du mich nicht da hinein malen“, bat es,“ dann kann ich den Duft immer um mich haben“.

„Och Tröpfchen, wenn s weiter nichts ist, dann wollen wir das machen.“

„Ah ja, und ich erzähl dir solange etwas“, meinte es.

“Gut, ich höre“, dabei nahm ich meinen Stift wieder auf. Und Tröpfchen begann:

„Also, da war mal eine bitter arme Frau. Die hatte ein Töchterlein. Das war ihr Ein und Alles. Und noch etwas besaß sie. Vor dem Haus wuchs dicht an der Mauer ein Holderbusch. Er war nicht sehr schön und man konnte nicht so recht sagen, stützte der Busch das alte Haus oder das Haus den Busch. Der alten Frau war das gleich. Sie liebte ihren Holunder und wenn er blühte, setzte sie sich mit dem Kind zu ihm, und genoß seinen Duft und befand, er sei der wunderschönste Holunderbusch überhaupt. Ja klar, mit den Augen der Liebe....

Dann wurde eines gar nicht schönen Tages das Kindlein krank. 

Das war nun zweimal schlecht, denn zum einen verweigerte es, zu essen und zum Anderen hatte die Frau auch gar nichts mehr. Rein gar nichts, nicht mal eine Krume Brot. Was sollte sie nur tun? Das Töchterchen musste essen, zu Kräften kommen. Ein fürchterlicher Husten schüttelte und entkräftete es immer wieder und auch das Fieber wollte nicht weichen.

In ihrer Not eilte sie hinaus zu dem Holunderbusch und muss da wohl laut ihr Leid geklagt haben. Denn plötzlich rüttelte sich der Baum und säuselte:

„Nimm von meinen Blüten und ein wenig Mehl, das Ei, welches gerade deine Henne gelegt hat und Milch von Nachbars Kuh, mache einen kleinen Pfannekuchenteig und tauche eine meiner Dolden da hinein, nimm deine letzte Butter und backe sie darinnen heraus und wenn du hast, gib dann etwas Zimt oder Zucker darüber und gib das deinem Kind.

Flugs eilte die Frau hinein, suchte ihre letzten Reste zusammen und tat, wie ihr der Baum geraten hatte. Nicht umsonst sprach man ihm geheime Kräfte zu und sie wollte ihm nur zu gerne glauben. Dann das letzte bisselchen Zucker darüber und schon eilte sie damit zu dem Kind. Das erwachte von dem köstlichen Duft, schlug die Augen auf und verlangte sofort davon zu essen. Wie freute sich die Frau darüber und sie eilte durch das Dorf, um von den guten Leuten sich noch ein wenig Zutaten für das nächste Mahl zu erbitten. Als jene das Rezept hörten, bekamen sie selber Gelüste und gaben der Frau gerne und bereitwillig von den Zutaten ab. So erschienen dort erstmals „Holunderküchlein“ auf dem Speiseplan. Jungen und Alten schmeckten sie vortrefflich.“

„Und das Mädelchen?“

„Nun, das aß jetzt zwar wieder etwas, aber der Husten und das Fieber wollten nicht so recht weichen. Und wieder klagte die Mutter dem Holunder ihr Leid. Der aber begann im Wind zu säuseln: Siehst du die wunderhübschen Beeren , die aus meinen Blüten geworden sind? Sie stecken voller guter Dinge. Koche einen Saft aus ihnen und gib deinem Kind davon zu trinken.. Das tat sie sogleich und siehe, das Fieber sank und der Husten verschwand nach und nach. Schon bald befand sich das Kind wieder wohl und munter. Überglücklich lief die Frau von Haus zu Haus, um auch diese frohe Botschaft allen kund zu tun.und sogar heute noch kannst du in alten Arzneibüchern über die Wirksamkeit des Holunder´s nachlesen. Da nennt man die Beeren auch Fliederbeeren. Wieso kann ich dir nicht sagen, ist halt so.“
„Aha, so war das also. Ich weiß, meine Tante schwor auch noch auf die gute Wirkung und auch sie sagte „Fliederbeeren“. Aber Tröpfchen , ich kenne noch ein anderes Rezept, lecker im Sommer, hat meine Mutti immer gemacht, „Hollersekt“ .

Und ich beginne auf zu zählen , wie das geht. Wie ich aber zum Ende komme und auch meinen Stift weglege, schaue ich auf meine Schulter. Die ist leer, und Tröpfchen wohl über Berg und Hügel längst davon .

Nun, überlege ich, war das nun ein Märchen, was mir Tröpfchen da erzählt hat, oder nicht? Tatsache ist, Holundersaft wirkt fiebersenkend,schweißtreibend und hustenstillend. Und die Küchlein schmecken lecker. Tja und der Hollersekt??? Ich werde hinein gehen und das Rezept am besten aufschreiben.









HOLLERSEKT
8 – 10 l Wasser
¼ l Weinessig
2 Zitronen (Saft)
1 – 2 Pfund Zucker
10 – 12 schöne Holunderdolden

Alles zusammen zugedeckt stehen lassen, 3 – 4 Tage ( Gärung), in Schraubverschlussflaschen abfüllen und ca, noch 10 – 14 Tage im Keller stehen lassen. Sehr kalt servieren.


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