Hey du, ein liebes Hallo! Freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Hübsch wäre, wenn dir meine Einstellungen gefielen, wunderschön, wenn sie ein Lächeln, Schmunzeln, oder gar eine kleine Freude und paar gute Gedanken hinterließen.
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Sonntag, 10. April 2016

Wieviele Frösche muss man eigentlich....



Wie viele Frösche
muss man eigentlich küssen, bis man den Prinzen erwischt?
Ich könnte jetzt sagen, Prinzen gab es genügend . Sie säumten den Weg durch mein Leben. Und einige wenige blieben bis zum heutigen Tag. Geküsst habe ich keinen, waren ja schon Prinzen. Vielleicht hatte ich aber auch Angst, dass sie sich in Frösche zurück verwandeln würden...

Damals arbeitete ich im Telemarketing einer bekannten Brillenmanufaktur. Ich hatte in meiner Eigenschaft als Sachbearbeiterin, sprich Abschottung für den Serviceleiter, mit Optikern aus ganz Deutschland zu tun. Oh-Oh- Optiker....

Das war ein ganz besonderes Völkchen. Da gabs eine Menge Prinzen.... edel, hilfreich und gut sei der Mensch ....und vor allen Dingen höflich und freundlich. Da gabs aber eben auch die Frösche, jene Kam-sah-und siegte-Typen ohne Bitte und Danke. Jene mit bestandener, abgeschlossener Halbbildung.

Auch ich hatte einen Ruf und hörte in allen gängigen Dialekten, von Ost bis West, von Nord bis Süd, ein dankbares  " Kindchen, Sie sind ein Engel..." Oder wenn es dann ab zu klären galt. welches Modell denn nun am geeignetsten wäre und ich nach der bevorzugten Fassung fragte, konnte am anderen Ende der Leitung schon mal ein Kichern zu hören sein und dann ein "Oooch, wenn ich mir Sie so vorstelle, am Liebsten mit den Armen unter den Schultern durch nach hinten und dann ein herzliches Liebdrück ...."
Unter diesem Aspekt gelang es mir manchmal, aus einem Frosch doch noch einen Prinzen zu zaubern.
Dann begannen allerorts die Callcenter aus den Firmen zu sprießen und auch wir bekamen eins. Gleichzeitig ergriff man Sparmaßnahmen und befand, unser Serviceleiter sei teuer genug bezahlt und solle seine Arbeit selber tun. Ich wurde ins Callcenter übernommen und wurde auf meine alten Tage noch zum "Call Girl "number one.
Meine Arbeit machte mir unheimlich viel Spass, zumal ich wusste, dass ich gut ankam und gute Arbeit leistete. Da rief gerade einer auf Boarisch an und kurz drauf ein Hanseat, wat mut, dat mut. Dann einer , wo der Parrer mit de Peip in de Kerch... und dann wieder ein Landsmann , wegge me Schroible.... Ich mochte sie alle. Auch die Sachsen :-)
Und wieder gab es die Prinzen und die Frösche. Jene ,die sprachen und jene , die quäkten. Da war eine Stimme, sonor und bestimmt und ich fragte: " Zu wessen Händen darf ich das schicken, Herr....?" Und dann kam ein tiefes Lachen: "Zu meinen, ich bin Frau ......" Nun , das ging ja noch. Aber ich hatte auch schon das genaue Gegenstück. Da rief ein hohes Fistelstimmchen an und  quakte von Optiker Sowieso, und ich: "Hallo Frau Sowieso, schön Sie zu hören, wie gehen die Geschäfte?"Da schnaubte das Stimmchen mit aller ihm zur Verfügung stehenden Macht: " HERR Sowieso. Ich bin HERR  Sowieso!" Oh, peinlein!!!
Aber da gab es auch Stimmen und Gespräche, die waren sowas von angenehm und wohlklingend , dass man hätte darinnen baden mögen. so volltönend und harmonisch. Und natürlich begann ich mir die Menschen dahinter vor zu stellen. Einer hatte es mir besonders angetan. What a man, dachte ich bei mir, steckt hinter dieser noblen Stimme. Boah! und diese Stimme mutierte zum Prinzen meiner heimlichen Träume.
Dann schickte die Firma uns jeweils eine Woche mit einem Vertreter auf Achse, um mit den Kunden persönlich in Kontakt zu treten Auf meiner Tour würde ich  meine Stimme , meinen Prinzen  in natura  präsentiert bekommen. Nun parkten wir vor dem Geschäft und mein Herz machte Bum buddy bum .das änderte sich schlagartig beim Betreten der Geschäftsräume. Da war so Garnichts Nobles mehr, auch nicht an der etwas ungepflegten  Gestalt hinter der Auslage. Irgend etwas machte Zooooooonk! und der Prinz  wurde zum Frosch. Und es bedurfte noch nicht mal eines Kusses!!!

Nun ist die Sache ja die. dass im Märchen der Frosch zum Prinzen wird, was letztendlich für die Prinzessin zum guten Ende führt. Aber das ist ja dafür auch ein Märchen. In der Realität stellen sich die Fröscche schon meist als Prinzen aus eignen Gnaden dar. Ich suche noch immer meinen Prinzen . Gerade kam wieder einer. Oh, willkommen, mein Prinz. Aber ich habe Angst, ihn zu küssen, pardon, ihn näher kennen zu lernen, mich auf ihn ein zu lassen. Aber ich will ja einen Prinzen und so tu ich es doch, nee nicht küssen , aber mich auf ihn einlassen, mich öffnen und....Zooooonk...da hab ich´s nun , da sitzt er , wieder ein Frosch. Wieder rein gefallen. Ergo, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen.
Aber, Himmel hilf, wo steckt der Prinz!??

Ob ich es doch lieber mit dem Frosch versuchen sollte???

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