Hey du, ein liebes Hallo! Freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Hübsch wäre, wenn dir meine Einstellungen gefielen, wunderschön, wenn sie ein Lächeln, Schmunzeln, oder gar eine kleine Freude und paar gute Gedanken hinterließen.
Selber würde ich mich über jeden Kommentar freuen . Und nun viel Spaß beim Lesen

Montag, 25. April 2016

Blöde Fragen

Es kann keine noch so blöden Fragen geben, nur blöde Antworten, denn Fragen sind dazu da, Unwissen zu beseitigen, und das macht Sinn, blöde Antworten nicht :-)



                           Blöde Fragen













Da ich gerne an diesem Tag mit hinaus gehen wollte, fragte ich meine Tochter:

"Wann beabsichtigst du , mit Bella zu gehen?"
Bella ist ihr  kanadischer Königspudel.
"Wann ich immer gehe."
Aha!
"Und wann wird das sein?"
"Ja, wie immer."
Hm.
"Und was heißt wie immer?"
"Mama, das weißt du doch!"
Upps! Alzheimer! Sollte ich das wirklich wissen? Sicher, sie geht immer morgens und abends. Jetzt ist Abend. Und der Abend ist lang. Und einmal geht sie mit Bella sofort, wenn sie heimkommt, ein andermal später. Einmal noch vor dem Abendessen und dann wieder nach dem Abendessen.
Tja und das sollte ich also nun wissen. Und d a s weiß ich ja auch. Wie konnte ich auch nur so blöd fragen. Aber da ich eben etwas doof bin, versuche ich es nochmal:
"Und wann gehst du nun wirklich?"
"Das habe ich dir doch gerade gesagt!"

Peng! Hat sie.
 Hat sie?
Ich beschließe, für heute Abend mit der Couch und dem Läbby vorlieb zu nehmen, oder an meinen Plastiken weiter zu arbeiten und dabei mal ernsthaft über meine Situation nach zu denken.


*****
Ich freue mich auf einen geruhsamen Sonntagnachmittag, da sagt sie mir, Babis, ihr Ex Mann und Sousanne, ihre Tochter kämen dann vorbei. Aha!
 "Wann?"
 "Das hab ich dir gestern gesagt.
Upps, warum frag ich dann?
"Und weswegen?"
"Das weißt du doch!"
Nee, weiß ich eben nicht, sonst würde ich doch nicht fragen!
Also doch Alzheimer.

Ich meine, mich zu erinnern, dass wir m a l über irgendwelche Probleme gesprochen hätten, die es abzuklären galt. Aber nicht über das Wie und Wann.
     
Nun ja, sie kommen d a n n  also, irgendwann. Ich starte noch einen letzten Versuch. Schließlich geht es auch um meine Zukunft. Man rief mich zur  Hilfe und ich kam. Und nun?

"Und um was geht es jetzt dann konkret nochmal?" wage ich es.
"Mama, das brauchst du nicht wissen, (..die feinere Form von das geht dich nichts an...)Das sind Familienangelegenheiten...."

Ach so?! Ahaa! Ich jetzt nix mehr Familie. DAS muss ich dann doch wohl wirklich vergessen haben...und ich werde nun ernsthaft über meine Situation nachdenken müssen.

*****


Meine Tochter zeigt mir Bilder von ihre Sprachschule. Auf einigen sind auch von den Schülern welche drauf. Auf einem ein einzelner und  mich interessiert, wer er ist, ob ich ihn dem Namen nach schon kennen müßte.

"O, wer ist denn der?"
" Ein Schüler."

Ja, mei, soo genau wollte ich es nicht wissen , denn dass das nicht der Papst ist, sehe ich auch.

"Und wer ist er?"
"Wieso willst du das wissen?"

Ja warum eigentlich? Weil er mir einen guten Eindruck machte und ich gerne seinen Namen gewußt hätte . 

"Kannst du mir denn nicht einfach nur seinen Namen sagen?"
"Und wozu würde es dir nützen, seinen Namen zu kennen?"

Vielleicht, weil er mir wert gewesen wäre, seinen Namen zu ´wissen? ich gebe es auf und wieder beschließe ich, in mich zu gehen und nach zu denken: wieso will ich immer alles so genau wissen, weshalb  interessiere ich mich für Dinge, die mich scheinbar nichts mehr an zu gehen haben? Wollte doch immer eine weise alte Eule werden. Werde ich jetzt etwas eigen, oder etwa n u r alt? Oder senil? Oder beides? 


(C) Heide Marie Kalitta

Mittwoch, 20. April 2016

Von Null Auf Sommer...


Letztes Jahr, als ich hier ankam, war der Sommer schon in vollem Gange, dieses Jahr habe ich es erlebt: gerade noch kühl, ist plötzlich der Sommer ausgebrochen. Wir haben heute die Winterbetten versorgt und die Sommerbetten aufgelegt und sind nun fast wieder an dem Punkt angelangt, wo ich damals schrieb:

 

Es ist viel zu heiß in Griechenland

 
Mitternacht  Stunden vorbei. Es muss auf Dreie zu gehen. Die Luft steht.

Habe mich ins Schwalbennest auf die Liege verkrochen. Das Schwalbennest ist der Balkon zu meinem Schlafzimmer, einsam, hoch über der Straße. Sonst wunderschön, dort morgens zu frühstücken, mit dem Blick nach Norden auf die nahen, markanten Berge. Doch nun?
Nein, etwas kühler ist es zwar, als im Bett, aber bequem ist es nicht, an Schlaf nicht zu denken.
Unentschlossen schaue ich in den Nachthimmel. Selbst die Sterne stehen hier anders. Die bekannten Sternbilder meiner Heimat finde ich kaum. Seit drei Monden suche ich sie, seit drei Monden lebe ich hier . Vieles, sehr vieles ist hier sehr viel anders. Nein, nicht schlechter. Aber diese Temperaturen hier sind doch schon sehr gewöhnungsbedürftig für eine Germanida.
Nein, bequem ist das hier nicht. Allerdings gut gegen geschwollene Fesseln, mit den Füßen 5cm höher als der Kopf zu liegen. Aber auf Dauer?
Klapp und schwupp, bringe ich die Liege in Grundstellung. Aber nun, wie jetzt hochkommen? Man ist nicht mehr die Jüngste. Nun, volle Kraft voraus …..und....plumps.! Po folgt Schwerkraft, Liege gibt kichernde Quietschlaute von sich. Lach du nur, denke ich noch, da kippt sie mich Fuß über Kopf zurück.
Jetzt erwacht mein Kampfgeist. Mit einer raschen Bewegung wische ich mir die Schweißtropfen aus Gesicht und Decoletée und schwinge in die Grundposition, flinke Drehung dabei nach links, und hoch......und.....Liege will mit...hat sich mit Armlehne zwischen Bauch und Schenkel verkeilt. Und die Luft scheint zu glühen, Schweißtropfen mutieren zu Schwällen.
Endlich in der Senkrechten, erkenne ich im Licht der Straßenlaterne auf dem Außenthermometer nicht fassbare, grauenhafte 39°. Immer noch.......
Aber, in der Tür stehend, genieße ich etwas von dem Luftzug, dem die Wohnung nachts durch weit geöffnete Türen und Fenster ausgesetzt ist. Das tut gut. Auch scheint ein wenig Wind aufgekommen zu sein und ich mache mich auf den Weg zum vorderen Balkon. Der Wind von den Bergen erreicht ihn besser.
Also tappse ich den endlosen Gang entlang, Augen geradeaus auf den hellen Fleck der Balkonschiebetür gerichtet .Da.... Upps und pardauz.... mein rechter Fuß tritt auf etwas Unebenes und der linke bleibt an etwas Beweglichem hängen. Ich mache einen Satz und lande bäuchlings auf der Couch voraus.
 
 
"Bella! BELLA! Mistviech! Mußte wieder mitten im Weg liegen?"
 Das arme Vieh, der riesige weiße Kanadische Königspudel meiner Tochter versteht es glänzend, immer genau mitten im Weg zu liegen. Dabei sucht das arme Tier doch auch bloß etwas Abkühlung und macht sich Quadratmeter um Quadratmeter auf dem Marmorboden breit. Ihr ist es total egal, dass sie in ihrer Länge fast die gesamte Breite des Flures versperrt, Hauptsache kühl.
Das denke ich jetzt auch, bin klatschnass geschwitzt und bedarf dringend einer kalten Dusche. Bella denkt das auch, drängt sich mit ins Bad. Nein, Bella, wirklich nicht, bist zwar auch Weib, aber du, Hund, ich, Mensch. Raus!
Endlich krümel ich mich auf der Hollywoodschaukel auf dem vorderen Balkon zusammen, nachdem ich alle vier übrigen auf Temperaturtauglichkeit inspiziert habe. Döse vor mich hin und genieße den kühlen, sanften Nachtwind, resümiere den vergangenen Tag und beginne zu lächeln.
Den Tag zuvor machte sich Gerdalein, meine Freundin, sie weilt schon länger zu Besuch hier bei mir, in der größten Mittagshitze mit ihrem Scooter auf den Weg, einen See, hier gleich nebenan zu finden, der zwar in der Karte noch eingetragen , aber längst ausgetrocknet ist. Das haben hier Gewässer so an sich, dass sie Sommers austrocknen. Ortsnamen weisen darauf hin: Xiropotamos= trockener Fluß. Allerdings würde kein Mensch hier auf die Idee kommen, in dieser Hitze unterwegs zu sein. Da ist Siesta angesagt. Man kann wirklich nichts tun; selbst richtig denken , fällt schwer.
Als sie zurück kam, erzählte sie freudestrahlend, sie habe doch noch etwas gefunden. Da sei mitten im Feld eine kleine Quelle gesprudelt, ungefähr 15-20cm hoch, und sei einfach so über die Straße davon geflossen. Da so heiß war, sei sie in der Kuhle etwas mit den Füßen herum geplantscht. Na so was!
Heute morgen beim Gang ins Bad, empfängt mich meine Tochter nämlich grinsend: "Duu, es gibt kein Wasser. Wasserrohrbruch!" Ach , du Schande! Und mein Gerdalein hoppste darinnen herum, sich freuend, doch noch ein kühles Wasserloch gefunden zu haben. Leider nicht ahnend, dass bei der Hitze des nächsten Tages ein ganzes Viertel auf das kostbare Nass würde verzichten müssen.
Und obwohl wir eigentlich einen Tag pausieren wollten, sind wir dann doch wieder ans Meer gefahren., den einzig erträglichen Ort, bei diesen Temperaturen. Und haben noch viel über Gerda´s Quelle gelacht.
Da es in Griechenland nirgends weiter als eine halbe bis dreiviertel Stunde zum Meer ist, scheint die Stadt in den Nachmittagsstunden wie ausgestorben. Die einen sind dann am Meer, die anderen machen Siesta. Erst abends erwacht die Stadt wieder zum Leben, geht man Shoppen oder Flanieren.
Allerdings auch das Meer kann nicht alles mildern und so versuche ich hüpfend und springend durch den kochenden Sand ins rettende Nass zu gelangen. Auf den Wellen schaukelnd, legt sich ein Lächeln auf mein Gesicht und Erinnerungen an die Kinderzeit machen sich breit. Was reimt sich auf Meer? Teer! Da kochte noch der Teer auf den Straßen und wir liefen barfuß mitten durch. Anfangs lachten wir noch, wenn der Teer zwischen den Zehen durch quoll, aber abends kam Muttern mit der Wurzelbürste......Aua!
So, nun ist die Nacht bald um, und immer noch zu heiß fürs Bett. Und so hole ich meinen Läbby und beginne zu schreiben:
Es ist viel zu heiß in Griechenland......

13 Kommentare

 
Heidilein, daran musst Du Dich gewöhnen, obwohl in Old Germany ist es nicht besser. Ihr habt aber das Meer! Grüße Gerdalein. Was macht denn der Kleine?
Ich habe herzlich gelacht - und Dich beneidet. ICH kann nachts nicht auf meinem Balkon schlafen - der liegt direkt an einer vierspurigen Straße... 
Heiß genug ist es bei uns auch. Und KEIN Meer in der Nähe. In den Schwimmbädern und an den Badeseen stellen sie vermutlich schon Ampeln auf - alle halbe Stunde ist Schichtwechsel für die nächste Abkühlung ... 
Nee, da ist es zu Hause in der Wohnung noch am angenehmsten! Rollläden runter, kalte Getränke zur Hand, abends eine Runde in den Biergarten - und schon ist der Sommer erträglich. Von mir aus kann er ruhig noch ein Weile bleiben! 
recht hast du, Christine, Sommer soll Sommer sein. Bei uns stehen allerdings den ganzen Tag sämtliche Türen zu den Balkons offen, Wohlweislich Schiebetüren, die knallen nicht, und Balkons habe ich deren sechs. sonst ist es nicht auszuhalten
Wir reißen nur am frühen Morgen alle Fenster auf. Dann wird alles dicht gemacht - schon wegen der Autoabgase. Nachts sind allenfalls die Fenster zur Rückseite gekippt. Ganz aufmachen können wir sie nicht - wir wohnen im EG.
Aber es ist auszuhalten. Wir sind froh, dass wir ENDLICH mal einen Sommer haben, der seinen Namen auch verdient!
Aber sei froh, in Deutschland zu hause zu sein, da weeiß man schon lange nicht mehr , wie perfekt beinahe alles ist. hier ist es wunderschön, aber eben alles irgendwie Flickwerk, oder sollte ich pittoresk sagen
Oh, ich bin auch froh darüber. Und dass es in anderen Ländern oft wenig perfekt zugeht, hat seinen Reiz. Allerdings nur, wenn man dort nicht ständig lebt, sondern weiß, dass man irgendwann in sein perfektes Zuhause zurück kann... 

Nicht nur in Griechenland wird viel improvisiert. Auch in Italien und anderen südlichen und östlichen Ländern... teils aus Not, aber teils auch aus - naja, sagen wir - Bequemlichkeit oder Gewohnheit. Warum soll man etwas ändern, das bis jetzt einigermaßen funktioniert hat? 

Deutsche Perfektion ist nicht jedermanns Sache - und kann auch gelegentlich ganz schön anstrengend sein ... 
ja heiiiiidi, ich hab auch deine geschichte gelesen und musste schmunzeln aber frag nicht, was hier für eine Hitze ist! schlimm! ich warte schon auf dich! liebe grüsse auch an gerda deine rosemarie
Das ist schön. Ich werde natürlich in der der alten Heimat vorbeischauen, muss ja auch Sönne den Irrläufer überbringen
Ganz liebe Grüße von Gerdalein , übermorgen fliegen wir. Ich meld mich dann heidi
Sehr schön und vor allem amüsant zu lesen Heide...es ist zu heiß in Griechenland! Aber nicht nur dort....Temperaturen zwischen 30 - 40 sind hier auch nicht mehr fremd! Ist halt wieder mal richtig Sommer! LG FRED!
danke, Frederik, verrückt , gell
Sehr schön geschrieben und ich habe viel gelacht, auch ich habe solche Nächte schon in Griechenland verbracht, aber hier ist es z.Zt. auch nicht besser.....
Trotzdem freue ich mich auf meinen Urlaub in Dtschl. endlich mal wieder schlafen, hatten hier nachts noch bis 39°