Hey du, ein liebes Hallo! Freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Hübsch wäre, wenn dir meine Einstellungen gefielen, wunderschön, wenn sie ein Lächeln, Schmunzeln, oder gar eine kleine Freude und paar gute Gedanken hinterließen.
Selber würde ich mich über jeden Kommentar freuen . Und nun viel Spaß beim Lesen

Freitag, 18. März 2016

So kann´s gehen: Mord...

   Aufgepasst im virtuellen Raum  

            

So kann´s gehen: Mord im bayrischen Wald?


       



Da war es nun. Ihr Foto. Es prangte an der Fotowand ihres Portals, für jedermann sichtbar. Hübsch, doch, ja, es gefiel ihr. Sonst hätte sie es ja nicht da hinein gestellt. Aber man war ja doch etwas eitel. Vielleicht auch etwas stolz darüber, in ihrem Alter noch solche Bilder aufweisen zu können, oder zu dürfen?

Gut, Spaghettiträgerchen mit über 70?

Nie zuvor hatte sie je Spaghettiträger getragen, außer an ihren Dessous. Aber nun lebte sie in Griechenland, war dort oft am Meer gewesen und hatte eine hübsche Bräune erhalten. Und, dort lief frau auch in ihrem Alter noch obenrum leicht bekleidet herum. Und erst zögernd , dann mutig, zog sie gleich.

Ja, nun hatte sie es eben getan, wollte es einfach noch mal wissen, wo sie stand.
Uuups, holla, gerade den letzten Punkt gesetzt und schon ging´s los.

!Oh joyjoyjoy! Was da alles hereinkam! Und wer! Sehr Liebe, sehr Charmante, sehr Humorvolle, Höfliche, Zurückhaltende, Aufdringliche und jene, die glaubten - und das zu Recht, denn mehr hatten sie tatsächlich nicht,, - nur mit einem einzigen Ding punkten zu können und sehr schnell zur Sache strebten, die Ferkels...Bah!...Schnell weg damit, man ist ja ein anständiges Mädchen.

Aber doch, doch , da kristallisierten sich ein paar nette Kommentare heraus , auch von netten Userinnen. Das freut sie. Und sie beginnt zu schreiben. Mit manchen kommt es zu einer kleinen Unterhaltung, bei anderen zu einer lebhaften Korrespondenz, und manche Kontaktanfrage stellt sich ein.

Ein wenig ist sie nun doch überrascht und liest und schreibt und liest und schreibt..
Doch dann: „Horch mal , Gerda.... na sowas.... und schau mal.... what a man!!!“

Sie geht nochmal zurück zu seinem Anfangskommentar. Der war ganz okay, bis auf das etwas abgedroschene....hallo, schöne Frau....Sie hatte kurz geantwortet, war dann mal in sein Profil gegangen und was sie da fand, alles vom Besten! Ein Bild von einem Mann, groß, stattlich. Was er an Fotos zeigte, ließ nichts zu wünschen übrig.

Wow! hatte sie gedacht, und, was will so einer von einer alten Frau? Na ja, älteren...Mit einem weiteren Mailing hatte sie nicht gerechnet.

Doch nun war er wieder da. Und nun entspann sich doch noch ein recht amüsantes, Abend füllendes Geschreibe. Und der Typ schien tatsächlich sie zu meinen. Wow! Und dann wollte er sie sehen , erst über Skype, dann live.

Wie er sich das vorstelle. Oh, man könne sich treffen.

Treffen also, hm. Mich treffen. Wie und was erwartet der? Was erwartet er von m i r? Meint er es ernst? Was meint er ernst? Meint er nur eine Gelegenheit? Und überhaupt, wer ist er wirklich? Dieser Supermann?

Dann ist er auf Skype. Ihm scheint zu gefallen, was er sieht. Drängelt ein bisschen. Sagt plötzlich, obwohl vielbeschäftigter Geschäftsmann, morgen komme ich...

Uups! Tausend Fragezeichen purzeln plötzlich in ihrem Kopf durcheinander, Aber morgen....

In dieser Nacht schläft sie schlecht. Die Fragezeichen! Und sie beschließt, nochmal nach unten zu gehen und nochmal sein Profil aufzurufen. Gibt den Namen über das Suchfenster ein, und... nöö, wer is´n des???

Da erscheint ein etwas verhuschtes, männliches Wesen. Kleidung und Umfeld etwas , sagen wir mal...najaa... in keinster Weise dem entsprechend, was Er auf dem Direktprofil vorstellte.
Aber er hatte erzählt, er stamme aus Lalala. Und das steht hier. Und die eigentlichen Gesichtszüge stimmen überein.

Meine Güte, zwischen dem und jenem klaffen Welten. Das Datum! Ups, letztes Jahr. Das gibt es doch nicht! Nun, es wird ein altes Foto sein. Aber gibt man nicht hier sein bestes Bild herein? Hm, eigenartig das Ganze. D e r Mann, und d a s Ambiente!!??

Noch mehr Fragezeichen. Nein, irgendetwas stimmt da doch nicht. Und früh am nächsten Morgen:
„Gerdlein. Ich muß dir was zeigen. Sieh dir dies an, dieses Männchen“

„Das ist sicher ein Versehen“

„Versehen? Wie denn? Nein, er sagte ,er käme aus Lalala und dieser hier, schau doch , da steht Lalala, und die Gesichtszüge stimmen. Gut, es mag ein altes Foto sein, er hat da auch noch eine andere Haarfarbe. Aber er schreibt in 2014 noch Lalala.“

„Doch ein Versehen,“ meint Gerdalein resigniert.

„Nee, nee, da is was anderes im Gange. Der Mensch mit dem ich gestern geskypt hatte, das war der vom jetzigen Profil, unter dessen Profilbild man ihn heute zuerst zu sehen bekommt . Ein ganz anderer Mensch, mit einem total anderen Auftreten und total anderem Umfeld.“

Und dann beginnt sie nach zu denken.

Was ist zwischen 2014 und 2015, zwischen Lalala und Freiung gelaufen, hat aus diesem ärmlich anmutenden Männchen diesen stattlichen Mann gemacht?

Und dann, wieso hat er es so eilig, sie zu sehen. Sie! Sie ist um etliches älter, als er, WAS will er von ihr, was erhofft er sich. Als er anfangs sofort auf ihre Frage nach dem „live“ vorschlug, sie könne ihn doch besuchen, hatte sie lachend abgelehnt, mit der Begründung, er könne ja vielleicht ein Ritter Blaubart sein, ein Frauen mordendes Ungeheuer .

Sie hatte schon viele , sehr viele Kontaktanfragen von jüngeren Usern bekommen. Eigentlich meist jüngere und auch sehr viel jüngere, die ihr brave bis feurige Komplimente machten, zum Teil auch ganz eindeutige Angebote. Wo sie sich fragte, ja spinnen denn die, die Römer? Und deren Beweggründe sie nicht verstand.

Witzig, dachte sie, da hatte sie immer für ältere Männer geschwärmt. Sehr älter. Aber nun in ihrem Alter blieb nach oben hin kaum noch Spielraum, sie müssten denn 80, 9o sein. Tztztz....

Ja , nun, ihre Bilder sahen alle verdammt gut aus, aber in ihrem Profil hatte sie ihr Alter ganz offiziell angegeben. Da stand es klar und deutlich für jedermann ersichtlich. Mit dem Endeffekt der Nachfrage, dass das doch wohl ein Tippfehler sein müsse.

Was also wollten die ? Hatten die alle einen Mutterkomplex, Angst vor den Ansprüchen junger Frauen, suchten sie Geborgenheit oder einfach nur ihr Geld? Gedachten die etwa, sie dereinst zu beerben?

Aber zurück zu diesem . Paul hieß er. Was wollte er? Der konnte jede bekommen. Und vor allem, jede Jüngere. Warum also sie? Und was lag zwischen den beiden Bildern , den beiden Profilen, diesen beiden Männern? Dass man sich soo verändern konnte! Nun, er konnte beruflich gewechselt haben, konnte dieser halb auch den Wohnort gewechselt haben, konnte so zu Wohlstand gekommen sein. Aber wechselte man da so schnell und total sein Image?

Steckte eine Frau dahinter? Hatte er für eine Frau alles hinter sich gelassen? Vielleicht eine reiche Frau? Eine sehr reiche. Aber er schrieb unter „Single“. Wo wäre diese Frau dann jetzt? Hatte er sie beerbt? Und wenn, woran mochte diese Frau gestorben sein?

Doch ein Ritter Blaubart? War das seine Masche? Und nun sie? Je länger sie darüber nachdachte, desto schlüssiger wurde ihr diese Vermutung. Was war in diesem Jahr geschehen. Hatte er...? Ihre Vermutung wuchs immer mehr zur Erklärung. Und nun war sie dran.

 Heute sollte sie sich mit ihm treffen! Wie sagte man so schön? Der Hintern ging ihr ganz schön auf Grundeis. Ob sie es lieber ließe? Nun, es war ja nichts bewiesen, bestand ja nur in ihrer Fantasie. Andererseits, er kam hierher, wusste, dass sie nicht allein sein würde, zeigte sich auch ihrer Freundin, diese würde sich seine Autonummer aufschreiben. Und selbstverständlich waren das ja alles nur Hirngespinste ihrerseits.

Aber sie würde ihn ansprechen auf jene verschiedenen Profile. Ja, das würde sie tun, der Unterschied war schließlich frappierend. Und spannend.
 
So. Nun aber erst mal gefrühstückt. Kaffee, Toast, Honig. Sollte sie sich ein Eilein kochen? Ach, da war doch noch etwas von dem Muschelragout von gestern, oder vorgestern? Das auf Toast. Hm, ein Gläschen Sekt dazu, wäre dann ein schönes Sektfrühstück zur Feier dieses Tages. Die düsteren Gedanken verschwanden und nun begann sie sich doch auf dieses Date zu freuen.. Was würde der Tag ihr bringen?

Kaum hatten sie ihr Frühstück beendet, klingelte es schon. Uups, ihr Herz machte einen Satz. Sie ging zu öffnen. Da stand er an der Gartentür. Dieser Mann wie ein Bild. Uups, ihr Herz machte den zweiten Satz. Und als er den Weg herauf kam, auf sie zu und zur Begrüßung sie einfach wie selbstverständlich an die Brust nahm, hüpfte es nur noch.

Beim Smalltalk mit der Freundin ließ sie sich Zeit, betrachtete ihn ausgiebig und er gefiel ihr immer besser. Nichts blieb mehr von den Gedanken der frühen Morgenstunden.

Ganz im Gegenteil, als er sie später an der Hand durch den morgendlichen Wald führte, sie immer wieder ansah, wie er sie ansah, sie auch immer wieder leicht an sich zog, ihr dabei sogar einmal ein zartes Küsschen ins Haar hauchte, wow, das hatte was, das m a c h t e was. Auch die Unterhaltung war sehr angeregt. Kurz gesagt, man verstand sich auf Anhieb, kam sich in fröhlichen Gesprächen näher, lachte und neckte sich auf liebevolle Art.

 Nichts blieb mehr von ihrem schwarzen Verdacht und sie meinte sogar, etwas schwindelig zu sein, etwa vor Glück? Und immer öfter geschah es, dass er sie festhalten musste, weil ihr so schwindelte.

Aber dann , irgendwann, war es Übermut oder Mutwillen , fragte sie eben doch. Fragte nach der Ursache seiner solch hübschen Veränderung. Hatte kurz das Gefühl eines Erschreckens bei ihm, als er ihre Hand sekundenlang fast zerdrückte. Danach war er verändert, einsilbig, sein Lächeln zurückhaltender. Fast etwas traurig. Nein, sie konnte diesen Ausdruck nicht recht deuten. Wollte der plötzlichen Situation eine wieder heitere Note verpassen, stellte sich vor ihn, legte ihre Hände an seine Brust, lachte ihn übermütig an und kicherte:

„Komm sag schon, haste deine Frau umgebracht?? Hahaha?“

Da legte er ihr die seinen schwer auf die Schulter. Zu dicht an ihren Hals, meinte sie noch, und: das war falsch, total falsch, alles aus. Sie sah sein Gesicht beängstigend näher kommen, fühlte noch den Schwindel aufsteigen und den Druck seiner Hände an ihrem Hals, sackte endlich zusammen und ... starb.


Fortsetzung folgt.

 
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen