Hey du, ein liebes Hallo! Freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Hübsch wäre, wenn dir meine Einstellungen gefielen, wunderschön, wenn sie ein Lächeln, Schmunzeln, oder gar eine kleine Freude und paar gute Gedanken hinterließen.
Selber würde ich mich über jeden Kommentar freuen . Und nun viel Spaß beim Lesen

Dienstag, 22. März 2016

Mit Brille wär das nicht passiert...








Mit Brille wär das nicht passiert..
.....allerdings, das Eine, wie das Andere nicht.....
Dieses Modell fand ich auf eine Optikermesse und habe mich fast darein verliebt
Brille is gut, wenn man sie braucht. Ich brauche sie nicht. Nicht immer.  Gut, im Super- oder Baumarkt. Auf dem Bahnhof und dem Flugplatz. Aber sonst? Ich sehe alles, alles was zu sehen ist. Nur nicht scharf.

Scharfff...Aber muss ich das? Wie das schon klingt! Hart.  Die Wirklichkeit ist schon manches Mal hart genug. Muß ich sie da auch noch scharffff sehen? Nö- Ganz im Gegentum, ich sehe Dinge, die gibt es so gar nicht. Die sind zwar da, aber ich sehe sie anders. Ich sehe gerne alles ein bisschen anders...

Ich sehe auch mehr. Bunte Papageien in Bäumen.... der letzte Sturm hat eine Plastiktüte in die Äste gezwirbelt. Da hinten im Garten tanzt eine Fee im weißen Kleid zwischen Sonne und Schatten...der Wind spielt mit einem Hemd, und auf der Wäscheleine dahinter, mit einem zusammengeschobenen
 langen Laken. Wie kommt das Krokodil denn dort auf den Acker, liegt ganz still da und sonnt sich....oh, ein Stück unregelmäßige Ackerfurche. Dort, der winzig kleine Mann, ein Kleinwüchsiger?...nöö, ein Hydrant....

Tor!
Da draußen steht ein Mann. Der stand da doch gestern auch schon. Und vorgestern.. auf dem Sportplatz.
 Ich sitze allein am Frühstückstisch. Jasmin war schon fertig, als ich kam. 
 Taost, Honig, etwas Bacon vielleicht. Gedankenverloren mümmle ich vor mich hin, eben so gedankenverloren geht mein Blick über die Balkonbrüstung, bleibt am Blattwerk der Akazie, gegenüber, hängen. Dahinter liegt der stillgelegte Sportplatz  mit der Sprachschule daneben.
Der steht immer  noch da, ich kann ihn gerade durch eine Lücke im Blattwerk sehen. Hellblaue Hose, cremefarbenes Hemd. ...Oh der Toast ist zu dunkel...Wieso steht der da immer? Immer gerade, wenn ich auch hier am Tisch sitze....die Butter ist zu hart und der Toast zerbröselt unter ihr, ach je, gibt ne Ferkelei auf dem Telller....ob der da draußen Pause macht? Um eine zu rauchen? Is vielleicht ein Angestellter der Sprachschule und braucht in den Pausen seinen Glimmstengel....na,ja, werde jetzt mal weiter machen, sehen, dass ich in die Hufe komme....
Den Mann habe ich vergessen. Aber in der Mittagspause ist der wieder da.
Wieder mümmle ich einsam vor mich hin. Jasmin hat sich entschuldigt und sich bereits wieder ans Korrigieren  gemacht....ob der Frappee ihr zu stark war, sie hat ihn nicht ganz ausgetrunken....eigenartig,  der da draußen steht immer am selben Platz....warum hat sie den denn nicht ausgetrunken..... hat das einen Grund, dass der immer an der selben Stelle steht, ob da etwas ist, wo er sich gegen lehnt?....so, das war lecker, hatte schon lange keine Schmorgurken mehr....ob das eine Art Schuluniform ist... der trug das doch schon gestern...und vorgestern...hellblaue Hosen, schmutzigweißes Hemd.....so, ich trinke noch meinen Espresso, mag den  griechischen Frappee nicht, nee, dieser widerliche Schaum, und  dann geht´s wieder an meine Plastiken....
Inzwischen habe ich mich an seinen Anblick gewöhnt, auch an die Uniform und inzwischen wuchs auch die Lücke zu, ich sah ihn nicht mehr.
Der Sommer kam. Und ging. Der Herbst begann das Laub von den Bäumen zu nehmen. Die Lücke war wieder da.
Der Mann auch. In gleicher Uniform . Am selben Platz.....Hallo, du da...ich grüße dich....schön! ein Mensch mit Prinzipien und Beständigkeit....
Dann ist der Baum leer , gibt den Blick hinter sich frei und eine ganz andere Perspektive. Mein Mann steht da immer noch herum.  Aber nun ist er der Eckpfosten zu einem verlassenen Tor in den Farben der Griechischen Nationalmannschaft......


Heiner




Ein wunderschöner Frühlingsmorgen. Ich bin so richtig in Stimmung, könnte die ganze Welt umarmen. Und so hab ich mich auf den Weg in die Stadt gemacht, ein wenig gucken, ein wenig shoppen, vielleicht ein paar Freunde oder Bekannte treffen. Bissel Geld ausgeben. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Gerade habe ich ein Blüschen entdeckt und will in das Geschäft gehen, da erspähe ich etwas weiter die Straße hinauf, Heiner. Seine große stattliche Figur überragt alle anderen. O, wie schön!

Ich winke..... Keine Reaktion.... „Huhu“....“Huhu-u!“...Endlich entdeckt er mich. Kommt näher.

„Hallo-ho, Heiner!!“winke ich. Er dreht sich um. Ach, ist Anna auch irgendwo? Ich freu mich auf die Beiden. Und warte, bis er heran ist. Die letzten Meter steht die Sonne direkt hinter ihm, so dass ich ihn nur schemenhaft erkennen kann. Ich strahle ihn über´s ganze Gesicht an, habe die Beiden lang nicht mehr gesehen. Er dreht sich wieder um. Ja wo bleibt denn Anna? Nun ist er heran.

O Gott! Das ist nicht Heiner. Hilfe! Mauseloch! Wo ist das nächste Mauseloch? Ob ich noch schnell die Tür ins Geschäft erwische?

Peinlich, oh wie peinlich! Der bleibt vor mir stehen. Ich versuche, eine Entschuldigung zu formulieren. Gedanklich drehe und winde ich mich wie ein Fisch. Schaue ihm schräg von unten ins Gesicht. Fange an zu stottern. Der grinst. Is´n hübscher Kerl. Was die Sache noch prekärer macht. Mann, Mann, Mann! Wie komm ich aus dieser Situation bloß wieder raus?

Er weiß das, greift nach mir, klatscht mich an seine Brust und sagt:“ Ich bin zwar nicht Heiner, aber DAS muss jetzt sein....!“



     (C)Heide Marie Kalitta






Der Hase
(c)Heide Marie Kal
Es war ein Sonntagmorgen, so, wie Sonntagmorgende zu sein haben. Kaiserwetter. Das Tal lag in seiner ganzen Schönheit vor dem weit geöffneten Fenster. Die Felder, die Wiesen, der Wald auf dem Hügel...

Da weht die Andacht, wie ein Hauch, durch alle Wipfel leise...heißt es in einem alten Lied. Und so empfand ich es auch.

Kochen? Kochen konnte warten. Nein , besser: ich konnte doch im Feld und in den Wiesen nach Kräutern schauen. Wiesensalbei hatte ich da neulich entdeckt. Genau richtig für meine „Saltimbocca“. Kalbsschnitzelchen á la Romana. Mir lief jetzt schon das Wasser im Munde zusammen. Und warum nicht Wiesensalbei??

Und so beschloss ich, einen Gang über die Wiesen und Felder zu machen.

Meine kleine Tochter,  nahm ich mit. Wo die andere steckte , weiß ich heute nicht mehr. Nun gut, wir tigerten los. Warm war es, schön war es. Überall blühten die Feldblumen in üppiger Pracht.. Da, ein bunter Eichelhäher flog Richtung Wald. Und hoch über uns zog ein Falke seine Runden, von zwei anderen Vögeln attackiert. Das sah man hier öfters: einen Raubvogel, der von anderen Vögeln, Krähen wohl, immer wieder angegriffen wurde..

In diesem Tal gab es immer noch allerhand Getier, das aus dem nahen Wald herunter kam, um sich im Sonnenschein zu tummeln oder zu äsen. So war ein Spaziergang dort immer mit Erwartung , gleich irgendetwas Spannendes zu entdecken, verbunden. Wir liebten dieses Tal. Waren auch jeden Tag draußen.

Das Land lag sonnenbeschienen vor uns und der Duft eines Sommermorgens ließ uns weit einatmen. Einfach schön war das. Der Weg zog sich vor uns sanft durch das hügelige Gelände und offenbarte immer neue Ausblicke...

Und plötzlich!

„Schau , Jasmin! Schau ! Da vorne... mitten auf dem Weg...siehst du es? ...Das Häschen! ...Schau doch nur!“

Jassy schaute. Dann schaute sie mich an. Vorsichtig gingen wir weiter. Der Hase schien überhaupt nicht scheu zu sein. Und Jassy schaute. Abwechselnd auf den Hasen und auf mich. Und der Hase schien es gar nicht eilig zu haben mit dem berühmten Hasenpanier.

Immer näher kamen wir und ich überlegte gerade, wie ich den eigentümlichen Blick meiner kleinen Tochter auf mich zu deuten hätte, da hob der Hase seine Ohren und machte sich in die Lüfte... auf und davon.....

Es war eine große Saatkrähe gewesen....



 (c) Heide Marie Kalitta


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