Hey du, ein liebes Hallo! Freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Hübsch wäre, wenn dir meine Einstellungen gefielen, wunderschön, wenn sie ein Lächeln, Schmunzeln, oder gar eine kleine Freude und paar gute Gedanken hinterließen.
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Donnerstag, 10. März 2016

Miesmuscheln...miese Muscheln


 

Miese Muscheln

 
 

 

So, so Muscheln soll es bei euch geben. Hm, lecker, da wär ich auch dabei. Schön im Gemüse-Weinsud, dazu ein leichter Chablis.
..
Aber nachdem ich ja in meinem ersten Krimi im Bayrischen Wald das erste Mal an einer Muschelvergiftung starb, will ich euch von meinem allerersten Tod durch miese Muscheln berichten. Und das war gar nicht schön. Man wird schon wissen, weshalb man den Dingern ihren Namen verpasste: Miesmuscheln, hrmm... Miiiies muscheln... miiies... Und dennoch werden sie gekauft, zubereitet und geliebt. Auch von mir. Können ja nichts dafür...

Meine ersten Erfahrungen machte ich mit ihnen bereits als Kind.

Ich bin in Baden-Baden aufgewachsen. Dort waren die Franzosen nach dem Krieg. Die brachten natürlich ihre  Zutaten mit. Und so konnte man sich, wenn auch mit etwas Mut, mit Hotte-hüh, Bäh-Hammel und anderen gewöhnungsbedürftigen Beilagen einigermaßen ernähren. Eben auch von Muscheln.

Ich habe heut noch den Geschmack auf der Zunge und sehe mich noch , meiner Mutter zuschauend, wie sie die Muscheln aus dem Sud nahm, sie aus der Schale löste und sie später in einem köstlichen Wein-Buttersößchen anrichtete.

Nun ja, die Butter war Margarine und der Wein fiel ab, wenn mein Vater die Herren des „Corps, de ...weiß der Kuckuck was“ wieder zu irgendeinem Arbeits- oder Freundschaftsessen begleiten musste.

 Ihn hatten die Franzosen kurzer Hand eingeheimst, nicht nur als fähigen Dolmetscher, sondern auch als Organisateur, Zeremonienmeister, Fremdenführer, Chauffeur und Mädchen für alles. Er muss das ganz gut gemacht haben, denn die Besatzer steckten ihm oft eine Flasche Wein zu und die Chefs de cuisine bedankten sich mit Schüsseln übrig gebliebener Reste für die Besuche, wussten, der Mann hat zu Haus ´ne liebe Frau und vier hungrige Kinder.

Ja, so war das damals. Vieles ist mittlerweile aus deutschen Geschäften verschwunden, gilt zum Teil als ungenießbar, aber Muscheln, Muscheln sind geblieben.

So lief ich eines Tages in Stuttgart beim Bummeln an einem bekannten Feinkostgeschäft vorbei, stutzte, ging drei Schritte rückwärts und begann zu strahlen.

Da standen sie. Schon hübsch abgepackt in Cellophan und mit Eis umgeben. Schwarze Köstlichkeit: Miesmuscheln- Und die lachten mich sowas von an und riefen ,“nimm mich mit..“

Na , und wie ich die mit nahm.!  Zwar ohne jegliche Vorstellung einer Zubereitung, aber mit der köstlichen Erinnerung aus Kindertagen.

Nun weiß man ja, dass Muscheln heikel sind in ihrer Zubereitung und sogar absolut tödlich bei Nichtbeachten einiger wichtiger Dinge. Das wusste man, das hatte man mal gelesen. Sie durften, na sowieso, nicht verdorben sein. Verdorben waren sie, wenn beschädigt, oder geöffnet. Soweit so gut.

Nach Hause gekommen,  machte ich mich also gleich daran, sie zu putzen, entfernte die „Bärte“, auch das wusste man, schruppte und inspizierte sie. Zwei , drei waren kaputt, weg damit.

Dann der Sud, Möhren, Lauch, Sellerie, ordentlich Wein rein. Im Kühlschrank eine angefangene
Flasche Markgräfler. Auggener Schäf, Gutedel, Kabinett. Wolfgang, mein Mann wetterte, wenn ich seine besten Weine „verkochte“. Aber ich hatte da so meine eigene Philosophie. Je besser der Wein,
desto besser das Sößle. Doch logisch, oder?

Also her mit dem Auggener. Oh wie das duftete.

Aber nun, wie war das mit dem Öffnen? Dürfen sie, oder dürfen sie nicht, oder müssen sie beim Kochen sogar auf gehen. Nun gut, alle gingen auf und alle konnten ja nicht schlecht sein. Es war ein wenig wie beim Pilze zu zubereiten. Die kenne ich zwar, aber so ein klitzekleines Gefühl bleibt doch immer
.
Nun gut, sie waren alle offen, was meine Annahme auf Richtigkeit bestätigte , und so begann ich mir den Tisch recht hübsch und gemütlich zu decken und zwar den Couchtisch. Den Rest Auggener, ein, zwei Toast und es konnte losgehen. Oh, wie das schmeckte.

Das wollte gerne auch mein Kater wissen.

Er hatte beim ersten Anzeichen des Tischdeckens bereits auf der Couch Platz genommen. Nun wurde sein Hals immer länger und sein Mäulchen kam meiner Hand auf dem Weg zum Mund immer näher. Die nächste Muschel würde er mir bald aus der Schale krallen. Also gab ich sie ihm. Aber bei der einen blieb es nicht. Der mochte die Dinger so gerne wie ich, und so genossen wir zusammen.

Aber wie das so ist, der erste Heißhunger war gestillt und ich hatte doch mehr gegessen. Wenn aber die Mäuse satt sind. schmeckt das Mehl bitter.
Ich war s e h r satt und das Mehl plötzlich sehr bitter und ich fragte mich, ob es nur am Maß der Sättigung lag, oder ob ich doch etwas übersehen hätte. Ein flaues Gefühl überkam mich, als ich abräumte.

Kaum in der Küche, hörte ich ein Geräusch, das mir das Blut in den Adern vor Schrecken fast gerinnen ließ. Mein Kater schrie. Der schrie so grausam. Nun weiß man , dass Katzen , wenn sie rallig sind , mitunter schauderhaft schreien . Was aber Polo von sich gab, war schlimm. Mein flaues Gefühl verstärkte sich zunehmend . Ich neige absolut nicht zur Hysterie, aber nun verstiegen sich meine Befürchtungen, gelinde gesagt, zu einer mittleren Panik.

 Ich rannte zu meinem Kater. Der lag auf doppelte Größe ausgestreckt auf der Couch und litt unter konvulsivischen Zuckungen und röchelte inzwischen. Schnell nahm ich ihn auf und trug ihn auf die Veranda, damit er sich dort notfalls erbrechen konnte.

 Dann stand ich im Wohnzimmer ,unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen. Was sollte ich tun. Was hatte ich getan? Panik
Oh nein, ich habe meinen Kater vergiftet.... Nein , mein armer Kater stirbt.... Miese Muscheln!.... O Gott, ich ja auch!... Ich sterbe auch!.. Was mach ich nun?... Soll ich erst den Notarzt anrufen, oder erst Wolfgang ? Und was soll ich ihm sagen?

Schatzelchen, ich hab den Kater vergiftet“  und „Schatzelchen , sei nicht traurig, aber wenn du heute Abend heim kommst, bin ich auch tot -Schütt dann meine Asche bitte in den Wind“

Meine Güte, was zuerst?

 Zuerst nach dem Kater sehen! Gott, ist mir schlecht! Ich schleppe mich zur Verandatür und was ich da erblicke, hat mir dann wirklich den Rest gegeben.

Kommt doch da Polo aus der Hecke, quer über die Veranda auf mich zu.

Ja was is´n des? Wie läuft denn der? So unsicher auf seinen Pfoten ! Und plötzlich – schwupp – überholt ihn sein Hinterteil rechts außen und - schwupp – linke Seite, links außen. Den Schwanz, wie eine Balancierstange, bzw. Fahnenstange , senkrecht gehalten, versucht er, in Balance zu bleiben, obwohl seine Pfoten durcheinander geraten zu sein scheinen.
Das Kerlchen war sturzbetrunken!
.
Ja klar, er hatte etliche Muscheln abbekommen. Und der Auggener....


 

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