Hey du, ein liebes Hallo! Freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Hübsch wäre, wenn dir meine Einstellungen gefielen, wunderschön, wenn sie ein Lächeln, Schmunzeln, oder gar eine kleine Freude und paar gute Gedanken hinterließen.
Selber würde ich mich über jeden Kommentar freuen . Und nun viel Spaß beim Lesen

Sonntag, 27. März 2016

Menschen kommen, Menschen gehen

 


 

Menschen kommen, Menschen gehen


Manchmal kommen Menschen in dein Leben
und du weißt, etwas wird sich ändern.

 



    Als mein Mann in 2012 starb, kamen lauter neue Menschen in mein Leben.
Sie kamen, blieben und trugen mich durch diese schwere Zeit.

So, wie sie kamen, wie sie waren, für mich wurden, so war ich ganz sicher, der Himmel musste sie mir geschickt, sie mir zur Seite gestellt haben. Engel eben. Daran gab und gibt es bis heute keinen Zweifel. Zwei dieser Lieben sind nun etwas weiter weg gezogen, so dass wir uns leider jetzt nicht mehr jeden Tag sehen und zusammen sein können.

Mit ihrem treuen Beistand und einfach immer Dasein haben sie mich in dieser Zeit plötzlichen Alleinseins aufgefangen....Langsam lernte ich so, mein Leben allein zu schultern.

Die Zeit kommt und geht und mit Ihr die Ereignisse

Es kam Ralf.

Durch eines meiner Gedichte, das er kommentierte, auffallend genau interpretierte, lernten wir uns kennen. Posteten angeregt, und fanden mit jedem Post herzlichere Worte, bis wir dann staunend feststellten und in zunehmendem Maß feststellten, es müsse eine Seelenverwandtschaft zwischen uns sein. Und nun drängten da zwei Seelenhälften zu einander, wollten beieinander sein.

Dann skypten wir und es geschah

Er textete ganz offiziell: "nicht gesucht und doch gefunden..."Dann: "...ich könnte schreien vor Glück..."..( lach, mein Herz schrie mit ! )

Zwei Tage später war er da, im frühen Morgengrauen stand er vor mir, war die Nacht durchgefahren.

Das, was an Liebem, Gutem durch den Äther rüber gekommen war, zeigte sich nun erst in aller Macht und vollkommener Größe.

Das Wunder der Liebe geschah. Wir wollten nur noch eines, für immer zusammen sein, diese Liebe leben. Machten Pläne. Erst würden es die Wochenenden sein, dann wollte er hier in den Süden wechseln.

Ich fuhr in den Schwarzwald hinauf, um meinem "Stiefmütterchen" Ilona von Ralf und unserer Liebe zu berichten.

Nun saß ich bequem und überglücklich im IRE zurück nach Hause. Verträumt sah ich draußen diesen wundervollen Sommerabend, diese herrlichen Schwarzwaldmatten vorüber ziehen, bald würde ich es zusammen mit Ralf sehen.

Die Stimmung war perfekt. Die Räder und mein Herz sangen immerzu: Ralf, Ralf, Ralf. Der ganze Abend jubelte mit mir Ralf. Ralf. Und ich fuhr in diesen wundervollen Abend, in dieses wunderbare Glück.

Da kam sie.

Der Zug hatte sich gefüllt und ich war mit meiner neuen Nebensitzerin in ein angeregtes Gespräch vertieft, als eine große, stattliche Erscheinung, Sommerkleid, Strohhut, Rucksack und Walking-stöcke, alles zusammen etwas gewöhnungsbedürftig, bat, uns gegenüber Platz nehmen zu dürfen, und bald schon waren wir zu dritt in fröhlichen Gesprächen und unser Lachen mischte sich in mein "Ralf- Ralf".

Es stellte sich bald heraus , auch diese Frau kam aus Pforzheim und war tagsüber in Hausach bei einem Burgfest gewesen. Allein. Sie sei ständig unterwegs, immer allein, mal hier, mal da, wo eben in der Region etwas los sei. Das klang interessant, zumal sie wesentlich älter als ich war, und ich nach Knie- und Hüft-TEP gerade wieder das Gehen gelernt hatte. Und ich dachte dabei an unsere wunderschöne bevorstehende Wochenendehe, die Ralf und ich zu führen gedachten und an die langen Wochentage, an denen ich auf ihn würde warten müssen. In dem Augenblick, als ich sie fragen wollte. wandte sie sich bereits an mich, ob ich mich ihr nicht einmal anschließen wollte, was ich sofort bejahte.

Noch am selben Abend zu Hause wusste ich plötzlich, irgend etwas würde geschehen, etwas würde sich ändern. Beklommen fragte ich mich, wofür kam diese Frau gerade jetzt in mein Leben? Ich bekam irrsinnige Angst. Mir war klar, es könne nur etwas mit Ralf zu tun haben. Hatte der Himmel mir wieder einmal einen Engel geschickt?

Zwei Tage später rief sie an. Und alles hatte sich bereits geändert.

Als Ralf seiner Expartnerin, sie waren bereits vor mir getrennt, von uns berichtete, muß etwas geschehen sein. Alte Gefühle seien wieder hoch gekommen. Ich weiß nicht, wie sie es anstellte, er kämpfte einen irrsinnigen Kampf, sprang immer wieder hin und her. Verzweifelt: "...kann man denn zwei Menschen lieben...?" Bat um Bedenkzeit. Kam wieder. "Jetzt bleibe ich für immer, alles ist gut" und fuhr eine Stunde später zurück.

Ich konnte nicht um ihn kämpfen, konnte ihn nicht halten, er wäre zerbrochen. Das nächste Wochenende stand an und wieder wollte er kommen. Kam auch und es war wunderschön. Wir fuhren nach Tübingen, bummelten durch die Gassen und freuten uns auf den Sonntag.

Plötzlich Handy, verstört, er müsse zurück, sein Vater, Krankenhaus.
Sonntag Anruf, es sei nicht sein Vater gewesen, ein Mißverständnis - heute bin ich sicher. sie hatte ihn damit zurück gelockt aber,"sei nicht traurig, wir sehen uns Freitagabend.." Und wieder freute ich mich aufs Wochenende.

Da, Donnerstag ein Abschiedsbrief mit den Schlüsseln, der mich in die Knie zwang. Doch Freitagabend Handy:"...würdest Du mich denn noch hereinlassen, wenn ich jetzt käme? Ich bin unterwegs zu DIR ...!" Wieder machten wir Pläne. Wieder schien alles gut. Wieder Glückseligkeit pur.

Nun hatte er sich schon nach einem Verein hier umgesehen, dem er beitreten wollte. Das nächste Wochenende sollte ich bei ihm verbringen, freute mich riesig. Auch Griechenland wurde erörtert . Es wurde unser schönstes, aber auch unser letztes Wochenende. Wir verbrachten es bei meiner Schwester und meinem Schwager in Freiburg und nun schien wirklich alles wirklich gut
.
Die Woche über skypten wir und am Freitag freuten wir uns, und zählten zusammen die Stunden herunter. Er sagte gegen 16.00 Uhr, er führe dann gleich los, ich solle mich nicht sorgen, es würde wohl spät . die Ferien , der Verkehr...

Ich war so glücklich , bald...

Hatte die Schränke freigeräumt und unsere Lagerstatt , das "Hundekörbchen" neu gerichtet, wir schliefen kreuz und quer, drunter und drüber, purzelten umeinander wie die jungen Hunde in ihrem Körbchen, schliefen dicht bei einander und jedes in seinem Eckchen.

Gegen 18.00 ging ich aus Ungeduld noch einmal zu unseren letzten Mails. Wusste, er ist schon auf halbem Weg , bald da, bald wieder bei mir. Wollte einfach nur noch mal seine lieben Worte nachlesen , dass alles in Ordnung sei und wie auch er sich freute. Ich las, wusste ja, bald wäre er wieder bei mir und jetzt bereits schon ganz dicht hier, und jede Minute brachte ihn näher. Oh, wie sehr ich ihn vermisste , mich auf ihn freute! Irrsinnig freute. Mein Herz schlug Purzelbäume
.
Ich las voller Vorfreude.

Doch plötzlich stand da : ich werde nicht kommen, Du ahnst, Helga...
.
Seither kam er nicht mehr , ging ganz zu ihr zurück. Alles was wir hatten , waren 3 1/2 traumhafte Wochenenden. Ich nehme an, er hat auch kalte Füße bekommen über all den Änderungen, die unsere Partnerschaft mit sich gebracht hätte und die er bereits geplant hatte. Das konnte er nicht schaffen, nicht in diesem Zwiespalt. Da ging er.

Sönne, wie Sonne , blieb. Sie war da. Sie ist da und sie bleibt an meiner Seite, nimmt mich jeden Tag mit hinaus. Wir haben den nördlichen und den südlichen Schwarzwald, die nähere und die fernere Umgebung durchstreift, sind inzwischen ein eingeschworenes Team.

Diese Frau, 80 Jahre, fit ,wie ein Turnschuh, ein Urviech, kennt ganz Süddeutschland , sämtliche Events, sämtliche Wege dahin, sämtliche Bahn- und Busverbindungen und sicherlich auch noch die Ablegezeiten der Schiffe....

Wenn wir auseinander gehen, frägt sie: "...uuund, was machen wir morgen?"
und ich lache nur, und antworte : "Sag du es mir, du weißt doch : Ich Piggeldy. D U Frederik. Du sagst und ich folge dir."

So sind wir fast jeden Tag unterwegs, manchmal nur ein kleiner morgendlicher Walk about in der näheren Umgebung, dann wieder mit Bus- und Bahnanfahrt. Der Bodensee lockt, z.Zt. Konstanz, Meersburg. Im Herbst die Pfalz. Dazwischen kleinere Events, Feste in der Region.

An Sönnes Seite habe ich mir mein Lachen wiedergeholt, habe ich gelernt, wieder über Steine, Pfützen und Gräben zu springen, Treppen hinauf und herab zu hüpfen und neben ihrer bedächtigen Gangart immer wieder rechts oder links auszubrechen, um etwas Hübsches zu betrachten. Dann wartet sie geduldig, wie eine Mutter auf ihr Kind, bis ich meine Betrachtungen oder Fotos gemacht habe. Sie hat Traubenzucker für mich dabei und Stofftaschen für meine eventuellen Fundstücke und sogar immer ein paar Strümpfe, weil ich barfuß in den Schuhen stecke, auch wenn es auf kühle 1200m hinauf geht.

Besonders schön , unsere Gespräche, angeregt und heiter, oder wortkarg und nachdenklich, oft auch über weit Strecken stumm. Manchmal genügt ein Blick in die selbe Richtung, ein Lächeln, ein Kopfnicken. Es ist wunderschön, an ihrer Seite durch Wälder, Moore, Täler, Schluchten und über kahle windige Höhen zu wandern. Oft bleibt sie stehen und erzählt mir etwas über den jeweiligen Ort. Und auch ich weiß von Fabeln und Sagen zu berichten und manchmal nur von Unfug. Und dann schütten wir uns wieder aus vor Lachen. Mein ganzes Leben habe ich solch einen Menschen gesucht, der so mit mir durch Gottes Wunderwelt streift.

Morgens , +/- 8.00 Anruf , anonym. Aha!
"Ja Sönne, guten Morgen, uuuund?" und dann folgt ihr "Pass emal uff, heut gehe mer in d´ Heidelbeere (...Himbeeren, Brombeeren, Mirabellen , Pilze....)" Es folgt der Treffpunkt, Zug, Bahn, Bus, Uhrzeit wird verhandelt.

Wenn wettermäßig aber gar nichts geht, so stürzen wir uns in die Fluten eines der umliegenden Thermalbäder und genießen deren wohltuende Entspannung. Oder werden kreativ. Heute haben wir gemalt, morgen gehen wir in die Zwetschgen. Wo die auf dem Baum hängen , auf welcher verlassenen Wiese, d a s weiß nur sie, Sönne. Sie Frederik , ich Piggeldy.

Und Ralf?

Ich habe nie wieder etwas von ihm gehört. Er wird immer mehr an den Rand meiner schönen Erinnerungen geschoben, entfernt sich immer mehr aus meinem Leben und meiner Zeit und bleibt doch immer in meinem Herzen.

Die Zeit flieht. Aber Sönne ist da, i s t meine Zeit. Leibhaftig, groß, fest, unverbrüchlich, liebevoll und treu. Würde ich sie malen, malte ich sie als stolze Fregatte unter vollen Segeln. Und so segelt sie mit mir an Bord durch meine Zeit, trägt mich liebevoll durch manchmal immer noch schwermütige Tage, hört sich geduldig meine zaghaften Versuche an, Ralf wie beiläufig, ohne Zittern in der Stimme zu erwähnen, Gedanken und Gespräche an ihn zu zu lassen, schweigt dazu vielsagend mit dem Lächeln einer Sphinx und zieht beharrlich unserer Wege vorwärts.

Vorwärts!! Sie Frederik. Ich Piggeldy
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen