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Samstag, 20. Februar 2016

Igel mit Blauen Punkten

Und so wurde Griechenland spruchreif:




Igel mit blauen Punkten


 

 
Da war mal ein kleiner Igel, der hatte blaue Punkte.


Eigentlich waren es Flecken und eigentlich trug er diese auf der Seele. Ein langes Leben hatte sie ihm reichlich beschert


Der war inzwischen alt geworden.


Weil er sich aber nie unter kriegen ließ, immer noch recht lebensfroh und immernoch ein wenig verrückt war, hatte er sich zu den blauen Punkten, einige in ganz zarten Pastellfarben zugelegt, um die blauen dadurch etwas zu kaschieren, was allerliebst aussah. Wie gesagt, er war immernoch ein bisschen verrückt und immer ein wenig albern. Und diese hellen Farben standen für all das Schöne, was er trotz allem auch reichlich erlebt hatte. Und so schützte er sich davor, ein Miesepeter zu werden.Wo er war, war immer etwas los. Und sein Lachen war immer noch umwerfend und ansteckend.


Alle Igel freuten sich, wenn sie ihn sahen und sofern es möglich war, umarmte man sich gegenseitig auf zwar vorsichtige, aber doch sehr herzliche Igelart.


Man stuppste und rieb Näschen aneinander, man drehte sich das kleine stachelige Hinterteil zu und schob zärtlich die Stachelchen ineinander., Allerdings auch das sehr, sehr vorsichtig und nur soweit, dass man liebevoll des anderen zarte Haut etwas kraulte, um das unerwünschte und oft doch sehr penetrante Lausgesindel auf zu scheuchen. Das war bei Igels ein ganz besonderer Liebesdienst. Und unser Igelchen mit blauen Punkten fühlte sich dabei sehr wohl und zu Hause.


Das war aber nicht immer so gewesen.


Der kleine Igel war viel in der Welt herum gekommen. Er war vom Berg ins Tal und vom Tal in die Ebene, von der Ebene in die Hügel gezogen. Aber selbst in den Hügeln, wo er einen eigenen Garten angelegt hatte und dort die längste Zeit verbrachte, hatte er nie so etwas wie Heimatgefühle entwickeln können.

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Nun ja, seine Frau hatte einen Beruf, der hatte es mit sich gebracht, dass man häufig umziehen musste, und so war er es zufrieden, wie es war, und verstand es, aus allem immer noch das Beste zu machen. Insgeheim aber sehnte er sich danach, endlich irgendwo angekommen zu sein, Wurzeln zu schlagen.


Das war gar nicht so einfach und durch seine Art in jüngeren Jahren wurde das etwas erschwert. Die Igel dachten immer , er wolle etwas Besonderes sein. Weshalb sonst die blauen Punkte ? Aber die hatte er nun einmal. Und schon in recht jungen Jahren bekommen.


Aber er war eben auch ein Rebell, der hinterfragte und der, wo immer, gegen jegliche Art von Ungerechtigkeit ankämpfte, sich auch notfalls auf die Seite der Verlierer stellte. Da er aber immer liebevoll und gegen jedermann freundlich umging, so gereichte das wiederum bei einigen Zeitgenossen zu Neid und Missgunst.

Leider, und das muss gesagt werden, seine Ehe war nicht die allerbeste. Eigentlich nicht ganz unverständlich bei zwei Stacheltieren, die beide auch noch ausgesprochen na, sagen wir mal - starke Charaktere waren.  Igelchen der umtriebige, temperamentvolle. Sie der stille, sehr stille Teil


Er war doch zweisam sehr, sehr einsam.


Da stellten sich sehr oft die Nackenstacheln hoch, und ging das Sticheln und Stacheln los. Und mit Sticheln und Stacheln kann man sich fürchterlich verletzen. Und doch wollte keines das Andere missen. Man hatte sich ja einmal liebgehabt und hatte es ja noch. Aber keines wollte es dem Anderen gegenüber zugeben und so hatte man sich langsam auseinander gelebt.


Auch bereiteten ständige Auseinandersetzungen mit dem alten Uhu , dem Hausvermieter, nicht gerade eine entspannende Atmosphäre. Das kam hinzu.


Und leise ganz leise war das Alter gekommen.


Die Kinder hatten inzwischen eigene Nester und Familien gegründet und waren versorgt. So beschloss man, in die große Stadt zu ziehen. Denn dort sollte es Ärzte geben, für jedes Wehwehchen einen ,und Theaters und Kinos und überhaupt allerhand Kurzweil und Erleichterungen.


Gesagt, getan .


Man fand eine wunderschöne große Wohnung, sogar im Grünen, und mit allen Annehmlichkeiten, die das Leben erleichterten. Und einen lieben Freund, der schon bald seinerseits für ein Gefühl von ein wenig Angekommensein zusteuerte. Kurz, man fühlte sich bald sehr wohl, wider Erwarten wohl. Immerhin wohnte man jetzt mitten in der Stadt!


Mag es dies Wohlgefühl gewesen sein oder die entspannte Atmosphäre, Igelchen und Igelin rückten wieder näher zusammen , genossen jeden Tag in ihrer wunderschönen Behausung und versicherten sich jeden Tag, wie gut man es doch getroffen habe.


Lag es vielleicht auch am Alter, oder dass Igelchen möglicherweise ruhiger und bedächtiger wurde, wer will das sagen? Jedenfalls wurden Igel und Igeline noch so glücklich wie eben zwei Stacheltierchen mit einander werden konnten.


Und dann starb Igeline. Plötzlich . Unerwartet.


Igelchen war fassungslos.Jetzt, jetzt wo man sich doch gerade erst wieder ein wenig gefunden hatte. Zeit, ein wenig mehr Zeit , Himmelsvater da oben, jammerte es . Nur noch ein wenig Zeit hätten wir gebraucht und alles wäre wieder gut gewesen.


So jammerte es und zweifelte an diesem unbegreiflichen Herrn der Zeit . Es weinte, schrie gen Himmel. Endlich, endlich hatte es sowas wie Heimat gefunden , endlich waren sie auf dem Weg zueinander gewesen. Was sollte denn nun werden?


Jeder Morgen brachte neu den Schrecken zurück, nun für immer allein zu sein. Die Blumen schienen anders auszusehen, der Amsel Lied, dem sie so gerne früh morgens schon gelauscht hatten, schien nun in Trauer zu schluchzen. Selbst die Rosen , die der Sommer brachte, dufteten nicht mehr so, wie wenn sie beide in der letzten Zeit im Duft der Blüten vor dem Haus saßen.


Es weinte, weinte . Alles, was an Eindrücken, egal, welcher Art auf es kam, fühlte sich nun anders an. Jede Minute, jede Sekunde schien zu schmerzen, sagte ihm, zu spät, sie ist nicht mehr. Und es ertappte sich, dass es mit seinem Schöpfer haderte und um jeden Tag focht, ihn erträglich vergehen zu lassen , bis der Abend heraufzöge und er sich mit Anstand zusammen rollen und in einen gnädigen Schlaf fallen lassen konnte.


Aber der Herr aller Igel , allen Lebens und aller Zeit, hatte schon ganz etwas anderes mit ihm vor, schaltete und waltete im Geheimen und schickte ihm zwei Igelmädchen, die sich ganz reizend um ihn kümmerten , ihn beschenkten, ihm Gutes taten, wo und wie immer sie konnten. Und da sie direkt um die Ecke wohnten, ließen sie ihn keinenTag mehr allein.


Sie ihrerseits, fühlten sich wohl bei ihm, hatten viele Fragen nach dem Leben, als solchem und im Besonderem. Sie fanden schnell heraus, dass er ein Hans Dampf in allen Gassen war, handwerklich, wie geistig sehr bewandert, freuten sich und holten sich gerne Rat und Tat von ihm.


Auch konnte er herrlicheSchnorren erzählen, oder auch nur Storries aus seinem Leben und manch fröhlicher Abend ging in die Nacht und allmählich in den frühen Morgen über. Andere Igel kamen dazu, man diskutierte, erzählte, lachte und sorgte miteinander füreinander und langsam bildete sich eine ganz besondere Atmosphäre um das Igelchen. Jeder und jedes, was bei ihm ein und ausging, wurde an sein Herz genommen, fühlte sich wohl und blieb. Und das Igelchen begann ein ganz neues Leben.


Es hatte sich längst den Rotz von den Bäckchen gewischt und zu Hadern aufgehört, begriff, dass es genau so, wie es war, sein durfte und genau so geliebt und gebraucht wurde und war endlich angekommen.

Sicherlich, es gab immer wieder mal Tränen um sein versäumtes Glück mit Igeline , würde wohl auch so immer bleiben. Aber es begriff, dass sein Schöpfer ihm ein anderes Glück zugewiesen hatte. Das Glück, mit sich , seiner Umwelt und allen Igeln in Liebe und Freundschaft zusammen leben zu können. Und endlich das Gefühl, hier bin ich zu Hause, hier habe ich meinen Elfenbeinturm.


So hätte es nun immer weitergehen können und nichts anderes wünschte sich unser kleine Igel.


Doch die Zeit flieht und mit ihr gingen jene Mädchen, die den Anfang seines neuen Lebens eingeläutet hatten. Sie mussten weiter weg ziehen. Igelchen war taurig, hatten sie ihre Aufgabe erfüllt? Vielleicht waren es ja Igelchen jener Art gewesen, die unsichtbar zwischen den Stachelchen Flügel verborgen hatten! Igelchen glaubte das , war dankbar für die Zeit mit ihnen, und tröstete sich damit, dass sein Elfenbeinturm ja fort bestand.


In diese Idylle brach plötzlich und gänzlich unerwartet eine neue Igelin.


Was nun geschah, war so wunderschön und unvorstellbar. Igelchen erlebte eine Liebe, die größer war als alles, was es bisher an Liebe kennen gelernt hatte. Igelchen und jene Igelin waren sicher, so etwas Großes konnte nur im Himmel beschlossen worden sein. Solch ein Gleichklang, solch eine Seelenverwandtschaft! Solch eine Erhabenheit! Und so machten sie Pläne, wollten für immer zusammen bleiben. Aber eine Heirat war finaziell nicht möglich und so hätten sie für immer quasi sündig, lt. Bibel, zusammen leben müssen. Igelchen aber glaubte und es betete verzweifelt: Du da oben , lass uns nicht so zusammen leben müssen, du hast Mittel und Wege, die wir nicht einmal ahnen können. Das betete es morgens. Abends war es aus. Er da oben hatte Mittel und Wege gefunden...


Nein, das hatte es wirklich nicht ahnen können. Nicht dieses, dieses Unbegreifliche!. Igeline wollte abends kommen, doch sie kam nie mehr , verschwand sang und klanglos, einfach so, ohne Gruß , ohne Erklärung.


Wieder drohte Igelchen in ein tiefes Loch zu fallen. Und wieder schickte ihm der Himmel solch einen unsichtbar geflügelten Boten los, der es auf fing und weiter trug, bis die Wunden etwas verheilten.


Wieder lernte Igelchen, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gab , als dass solch einfaches Igelhirn es begreifen konnte. Es fiel ihm zwar schwer, zu sagen, Dein Wille geschehe, aber es begriff auch, dass es gut war, wie es gekommen war. Jene Igelin hatte sich als äußerst wankelmütig erwiesen und Igelchen hätte immer in Angst leben müssen, sie würde eines schönen Tages gehen. So war es ein Ende mit Schrecken - zugegeben , teuflisch, grausamen, fast tödlichen Schrecken, und Igelchen starb fast an Herzeleid. So weh hatte ihm noch nie irgend ein Tierchen auf Gottes weiter, schöner Welt getan. Und ohne jenen geflügelten neuen Igel , wer weiß, wie es mit unserem Igelchen ausgegangen wäre.


Genau zu dieser Zeit griff Igelchen zur Feder und schrieb auf, wie gut es ihm damit ginge, dass der Himmel ihm immer wieder den richtigen Igel schickte, damit es nicht verzweifeln musste. Die Menschen nannten diese Wesen Engel. Und wohlgemut streunte Igelchen mit diesem Engel durch Wälder, Felder, windige Höhen und sonnige Täler und vergaß immer mehr jene falsche Igelin. Diese musste wohl doch von der anderen Fraktion gestammt haben, sofern man an oben und unten glaubte.


Doch da ahnte unser Igelchen mit blauen Punkten noch nichts davon , dass vom Himmel aus schon der nächste Engel unterwegs war.


Denn eines schönen Tages kamen durch den Äther Rauchzeichen. Da saß irgend wo ein Igel in einem fernen Wald, der auch allein war und seinerseits vielleicht in einem Elfenbeinturm hauste. Igelchen und jener Igel begannen eine eifrige Rauchzeichenkorrespondenz. Immer herzlicher schrieben sie, bis sie meinten, sie wollten sich gerne ein wenig beschnuppern und sich besser kennenlernen. Also machte sich Igelchen eines schönen Tages kurz entschlossen auf den Weg nach jenem Wald.


Dort angekommen, wurde es mit soviel Liebe und Freude umfangen, dass aus zwei bis drei Tagen ganz unversehen vierzehn wurden , so wohl fühlte es sich dort. Und auch das andere Igelchen fühlte sich wohl mit unserem Igel. Und so beschloß man, soviel wie möglich zusammen seine Zeit zu verbringen. Beschlossen und getan. Igelchen fuhr nach Hause, um einige Dinge zu erledigen und nach vierzehn Tagen machte es sich wiederum auf den Weg in jenenWald, um d as andere Igelchen eine Zeit lang zu sich zu holen. Eine wunderschöne Zeit sollte nun anbrechen.


Aber schon sauste der nächste Hammer auf unser blaugepunktetes Igelchen.


Die Tochter, weit weg in einem fernen Land schrieb, sie brauchte es dort, und die mitgelieferten Gründe, sprachen für die Notwendigkeit. Und am besten sofort.


Nein, nein ,nein! Dem Igelchen sträubten sich sämtliche Stacheln. Neiiiiin!


Es sollte seinen Elfenbeinturm verlassen?. Es sollte sein Umfeld, seine Igel, seine Freunde, seine endliche Heimat verlassen? Alles und Alle die es so liebte? Sicher, es hatte schon mit dem Gedanken gespielt, irgendwann einmal... im Alter... eventuell... oder doch lieber nicht?.... zur Tochter zu ziehen. Aber das konnte von ihm aus noch lange warten. Oder war das jetzt schon das Alter?


Hm, in genau diesem Alter war damals seine Mutter gestorben. Und er sollte nun noch auswandern? Seine Stacheln klapperten aneinander , so sehr sträubten sie sich und so sehr zitterte es vor Angst und Graus.Und welche Gefahren und welche Schrecken es in dem fremden Land erwarten würden! Und wieder ganz allein! Und wieder heimatlos! Alles zu Ende! Wieder allein......


Schon purzelten die ersten Tränen.


Aber es hatte die Rechnung ohne den Himmel gemacht. Jemand tippte ihm liebevoll ans Näschen: Hallo, ich bin doch auch noch da, hieß das. Das andere Igelchen stuppste es ganz lieb an: du, ich bin da... ich lass dich nicht allein...ich gehe mit dir... werde so oft wie möglich zu dir kommen und du zu mir...wir werden pendeln... machen uns eine sauschöne Zeit da unten...und wie die Wärme uns gut tun wird...und das Meer... wirst schon sehen...und wenn es uns passt, fliegen wir in den Wald. So tröstete der kleine Igel Igelchen und schon war beinahe alles wieder gut. Igelchen konnte sein neues Glück gar nicht fassen. Es würde nicht allein sein, vielleicht nie mehr.


Und was das für ein Glück fürs Igelchen war! Und welch einen Engel in Igelgestalt ihm der Himmel da wieder einmal beschert hatte, konnte Igelchen erst so richtig begreifen, als die ersten Vorbereitungen zum Umzug anliefen.


Sicher , Igelchen konnte vieles, aber was sein neuer Freund nun alles veranstaltete, das war für Igelchen totales Neuland. Der schrieb sich die Pfötchen wund mit Abmeldungen aller Art, stellte Berechnungen und Anträge auf, durchforstete das Internet nach Informationen und Igelchen wurde klar, wie ernst es seinem Igelengel oder Engeligel war, mit in das fremde Land zu gehen und andererseits Vorsorge zu treffen , dass Igelchen seinerseits im Wald eine bleibende Heimat hätte.



Wieder einmal begriff unser Igel mit blauen Punkten, dass da doch wohl jemand, weit oberhalb allen iglischen Denkens, die Strippen ziehen musste. Wie sonst hätte denn jemand denken können, als man an Sylvester aus einer Laune heraus - Knall, Fall, bums - einen Flug ins ferne Land buchte, dass der nun zum Besichtigen einer neuen Wohnung dienen würde. Eigentlich, um das zu erwartende Junge der Igelenkelin zu besichtigen, hatte man ihn - sozusagen als Sylvesterknaller - gebucht.


Also würde man nun gemeinsam das neue Heim besichtigen und Igelchen würde mit Igelchen in eine hoffnungsvolle Zukunft sehen.

Es begriff,, dass ein Igel immer den Igel brauchte und dass das etwas Wunderschönes sein konnte. Es begriff, dass es hin gehen müsse, wohin der Himmel es stellte, und der würde dann auch weiter sorgen. Es begriff auch, dass es dem Strippenzieher dort oben vertrauen dürfe und kein Übel ewig währte. Der, welcher Himmel und Erde geschaffen hatte, würde auch einen kleinen Igel mit blauen Punkten nicht im Stich lassen.

Oder zwei kleine Igel ?




Ankunft in Kavala
 
 
1. Mal Kavala.
Februar 2015  Wohnungssuche
 
 
Nachtrag
 
nach ihrem ersten längeren Griechenlandaufenthalt, zusammen wieder zurück in Deutschland, starb Gerdalein am 13. Oktober. Ich war ein Jahr zu spät gekommen , um ihr noch helfen zu können. Die Krankheit war schon zu weit fortgeschritten.
 
 

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