Hey du, ein liebes Hallo! Freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Hübsch wäre, wenn dir meine Einstellungen gefielen, wunderschön, wenn sie ein Lächeln, Schmunzeln, oder gar eine kleine Freude und paar gute Gedanken hinterließen.
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Sonntag, 7. Februar 2016

Griechenland forever

Heute will ich mal wieder ein bisschen von meiner neuen Heimat Griechenland berichten.

 
 




Griechenland for ever

 
oder



Mit Humor geht alles


 

 

 

 

 

 

 

 

Nun lebe ich bereits schon ein Dreivierteljahr hier in Griechenland über der Stadt. Was mein neues Zuhause anbelangt, bin ich angekommen, fühle mich wohl. Dass mir mein deutsches Umfeld, meine Freunde und Bekannten fehlen und ich an manchem Abend auf dem Balkon stehe und mit Wehmut in das Abendrot blicke, wo etwas nördlich dran vorbei Deutschland liegt, ist inzwischen halt so






Vieles ist hier eben viel anders.


Ja, wie soll ich das erklären?






Ich sage mal so: In Deutschland war alles..ausser Politik...so perfekt, Die Straßen plan und eben, Die Häuser sauber verputzt, und auf Beton versiegelt. Die Fassaden glatt. Bäume sauber gestutzt, Gehwege breit und die Bordkanten , wo nötig , sanft und ordentlich abgesenkt Und ein Tor ist ein Tor ist ein Tor. Ein Vorgarten ist sauber geschleckt , die Autos blinken und selbst der Himmel wird durch nichts verunstaltet, eine Aussicht ist eine Aus - sicht. Und heißes Wasser kommt direkt aus der Wand. Und Stadtbusse sind ein Wunder an modernster Technik






So..






Was soll ´s, das alles gibt es hier auch. Natürlich gibt’s hier Straßen und Häuser. Aber alles in allem scheinen das doch mehr oder weniger Fälle für die Bauaufsichtsbehörde zu sein. Was die Straßen anbelangt, so erinnern sie an die Vorpommersche Seenplatte. Was dort die Seen, sind hier die Schlaglöcher. Ist es trocken, offenbaren sie sich ausgedrieselt, ist es nass, steht das Wasser darinnen. Mittelstreifen? Seitenbefestigung? Was ´n des??? Dazu passen dann die Stadtbusse, oft etwas alt und klapprig. Die brauch ich nicht weiter zu beschreiben, die kennen wir, denn es sind unsere alten. Richtig gerührt war ich, als ich jenes Schild am Fenster fand:






Wie köstlich ist ein Eis am Stil

denn es hält im Sommer kühl.

Aber dennoch raten wir,

laß es draußen vor der Tür.

Denn es ist ´ne schlechte Pose,

wenn es hüpft auf Nachbars Hose.

Das erzeugt ein Weh und Ach

und alsbald ne Menge Krach.

Darum komme zu dem Schluß:

Iß nie ein Eis im Autobus.






Die Überlandbusse allerdings sind wirklich sehr komfortabel. Die fahren dafür auch über schöne Straßen, die wunderschön und üppig von Oleanderhecken gesäumt sind






Die Häuser. Selbstverfreilich sind die verputzt. Immer da, wo der grad abfiel. Kommt halt geschwind neuer Putz und Farbe drüber, muss nicht die gleiche sein. Das wirkt doch, im Sinne des Wortes, malerisch und mit einem Pott Blumen davor, wildromantisch Und von unten deckts ja sowieso das Unkraut zu. Glatte Fassaden? gibt’s nicht. Die Häuser sehen aus, wie kubistische Pagoden. Sie, wie die Straßenfluchten, werden durch die obligatorischen Balkons rund herum geprägt. Ich selbst habe sechs davon.






Gehwege sind hier Buckelpisten, und jedes Haus scheint sein eigenes Niveau zu haben, wobei es auf 10 cm +/- nicht so ankommt. Neulich habe ich sogar einen Walk of fame entdeckt, oder sollte es doch eher Kunst an der Straße sein? Mich hätt´s beinahe meinen Knöchel gekostet . Da war ein Neuer Geweg hin geschmissen worden, Verzeihung , ich meine Beton... und dann glatt gezogen. Ja, und darüber sind dann süße, liebe, kleine Kinderfüßchen gelatscht. Nun sieht das aus, wie ´ne große Scheibe Tilsiter Die Breite ist vielfach variabel, bis auf üppige 40 cm und endet oft vor einem Hausvorsprung. Absenkung brauchste in dem Fall keine mehr...ist aber eine da. Bissel Bitumen an die hohe Bordsteinkante geschmissen, glatt gestrichen, gut is. Aber eben nicht! Viel zu steil. Für´n Scooter unfallträchtig. Aber immerhin, da isse. Ich sage doch, alles ist da. Nur schön oder ordentlich ist anders






Was mir auf fiel, es gibt hier viel pompöse Hauseingänge, Tore. Das schönste, herrliche Schmiedekunst, ist gesäumt von zwei wehrhaften Mauern, ä-hrm Resten, aber immer noch sehr imposant. Dahinter eine breite Treppe. Wohin sie einst führte, ist nicht mehr zu erkennen. Jetzt endet sie oben in einer dicken Erdschicht, auf der sich, liebevoll Unrat verbrämend, Unkraut verbreitet.






Vorgärten sind wild und wenn sie blühen, ist die Hitze zu groß, um sie zu bearbeiten, Da setzt man sich lieber mit einem Frappee müßig mitten rein in den Schatten .

Ja, und natürlich kommt auch hier das Wasser aus der Wand, aber gespeist wird es aus großen silbrig glänzenden Tanks auf dem Dach.






Ja und selbstver-freilich hat jedes Haus Elektrik. Und da isses so stolz drauf, könnte man meinen, dass es das auch aller Welt zeigen muss. Da stehen dann nämlich überall wunderhübsche ellendicke hölzerne Pfosten herum. Damit man sie auch nicht übersieht, diesen Stolz der Zivilisation, hat man sie direkt mitten auf die Gehwege platziert. Wenn man sie jetzt immer noch nicht sieht, so spürt man sie doch wenigstens.






Nun waren das ja mal irgendwie Bäume und vielleicht träumen diese Stämme ja immer noch den Traum vom Baum. Zwar enden sie oben nicht gerade in einer Baumkrone, aber zumindest doch in einem stattlichen , wild anmutendem Geäst. Darauf haben sich mit viel Phantasie die Isolatoren wie Vögel niedergelassen. Und damit die nicht weg fliegen , hat man sie von einem Stamm zum anderen mit langen Drähten verbunden, und jedes Haus hält nun mit einem dicken Kabel seinen Stamm ganz fest.






 





 

 

Tja, so kommt hier der Strom ins Haus. Das ist doch noch Romantik pur. Nicht so profan wie in Deutschland, wo er sich hälingen von unten irgendwo aus der Erde ins Haus schleicht.






Ich selbst lebe in ungefähr der Höhe der obersten Drähte. Die ziehen sich wie eine Notenlinie aus Friedemann Bach´s Notenbüchlein durch meine eigentlich weite hübsche Aussicht. Wenn sich dann echte Vögel darauf niederlassen, ist es immer sehr spannend, die Melodie zu erraten, die sie gerade bilden. Also echt, eine total spannende Aus- sicht. Aber was brauche ich den Blick in die Ferne, wenn ich doch senkrecht über mir diesen immer blauen strahlenden Himmel habe.






Wie gesagt, es gibt also rein gar nichts, was es hier nicht auch gäbe, nur ist hier Vieles ein bisschen sehr viel Anders







Alles in allem, könnte man es auch ganz non chalant so ausdrücken. Es ist reine Anschauungssache. Kommt man als Tourist, kann man es gutwillig, pittoresk" nennen. Als verwöhnte Jermanida, die diese Stadt nun ihre eigene heißt, konstatiert man, eben so mutig ,wie gutwillig: ......aber die Leute hier, die Leute sind unwahrscheinlich nett und lieb...."






Also, die Frauen. Die liebevoll und hilfsbereit über dich herfallen, wenn sie nur hören, dass du deutsch sprichst. Die sind wirklich sowas von lieb.
 
 

 

Die männliche Spezies scheint noch nicht ganz in der Jetztzeit angekommen zu sein. Selbst die jüngeren noch nicht.. Ob die nun wirklich durchweg Macho´s sind , oder sich nur nach aussen hin so geben, daran arbeite ich noch. Auf jeden Fall von Höflichkeit oder gar Galanterie, keine Spur. Wenn mich der Freund meiner Tochter begleitet, warum und wohin auch immer, wir treffen an jeder Straßenecke einen Freund von ihm. Dann wird geredet, geredet, geredet. Ich selbst als Frau, werde geflissentlich übersehen, nicht mal wahrgenommen, stehe blöd daneben und von einer Vorstellung kann nicht mal ansatzweise, die Rede sein.






Dagegen scheinen die Herren sich äußerst wichtig zu nehmen. Da wird palavert und palawert und mit Händen und Füßen gesprochen. Und ich stehe immernoch doof daneben. Ich muß gestehen ,das bin ich aber anders gewöhnt. Das verletzt schon beinahe mein Selbstwertgefühl!






Aber ganz liebe Ausnahmen bestätigen die Regel. Da ist zum Beispiel mein Stoffhändler. Als wir das erste Mal dort waren , lebte Gerda lein ,meine Freundin, noch und hatte ihren Scooter draußen geparkt. Da schleppte der baumlange freundliche Kerl gleich Stühle an und rannte nach nebenan, in ein Geschäft, um mit Gläsern frischen Wassers zurück zu kommen und begleitete uns auch noch in ein anderes Geschäft, wo wir Nähzutaten bekamen. Inzwischen sind wir gute Freunde geworden(...mit enormen Preisnachlass!....)und frischen beide dabei unser Englisch auf. Oder auch jener, der mich auf meine Anfrage einfach von einem Geschäft ins andere begleitete, bis wir gefunden hatten, welches Geschäft das führte, was ich suchte.






Ja, das ist auch so eine Sache mit den Geschäften. Kaufhäuser mit allem unter einem Dach gibt es hier nicht. Dafür viele kleine bis winzige Läden und nicht immer führen sie dann alles, was eigentlich zum entsprechenden Geschäft gehört. Das wissen oft Einheimische nicht mal so recht. Aber bekommen tut man alles, man muss nur wissen, wo, in welchem Lädchen. Und da können einem dann schon die Augen übergehen, was es da dann noch so alles gibt, wahre Schätze. Nein, da kann ich nicht klagen, im Gegenteil, ich liebe diese Lädchen, die oft nur Zimmergröße haben. Also , ich denke mal, wer in Griechenland, ohne der Sprache mächtig zu sein, Klavierband, Spiegelzuschnitte, Glycerin- und Parafin-wachsplatten zur Seifen- und Kerzenherstellung auftreibt, bzw. die entsprechenden Läden, der kann doch ganz zufrieden sein. Wie gesagt, es gibt hier alles.






Nur keinen Speck und keine Blut- und Leberwürstchen zum Kraut. Schluck!






Naja und eine Schwierigkeit gabs da auch noch. Auf dem Bazaari hatte ich Meerrettich gefunden. Oh, da dazu nun so´n schönes Rindfleisch! Also, kluges Buch : vodhino". Auch der Metzger ist hier anders. Sauberer weißgekachelter Raum, winzige Theke , noch weniger Auslage, aber ein Riesenhauklotz mittemang. Ein Tischchen zwei Stühle, darauf ein alter Mann und eine Junge Frau und ein Kind.






Nach meinem Jassas" komme ich mit vodhino" gleich zur Sache. Der Metzger scheint nicht zu verstehen. Dann lächelnd ah , vodhinó", also langes oooo. Da entdecke ich auf der Theke einen Herrn Kuh, eine Frau Kuh und ein kleines Kuh. Und deute auf Herrn Kuh.






Damit fingen die Schwierigkeiten an.






Er deutet ebenfalls auf den und wehrt mit erhobenem Zeigefinger ab. Den also nicht. Und deutet auf das Kleine . Ich will aber kein Kalbfleisch. Ich will vodhinó. Rindfleisch. Schüttel mit dem Kopf und zeige wieder auf das Rindvieh. Er wehrt ab, zeigt wieder aufs Kleine.






Ich will nicht das Kind, ich will den Alten und radebreche: mi micro, ochi micro".... nein klein, nicht klein...und zeige kopfschüttelnd auf das kleine Kind im Laden,: ochi micro", dann auf ihn, esi, megalo"...du...groß....






 

Er schaut etwas ungläubig und schüttelt wie fassungslos den Kopf, grad , als hätt ich ihm gesagt , er sei der Papst von Morgen. Und ich versuche es geduldig noch einmal. Zeig auf das männliche Rind und dann auf ihn,"megalo"...groß... wieder auf den Bullen,"ESI"..DU!..."KYRI"...HERR!!....






Au , jetzt wird er rot, wedelt mit dem Finger, fuchtelt mit den Händen, zeigt auf das Vieh und verwahrt sich mit den Händen vor der Brust, schaut verzweifelt zum Himmel, rollt mit den Augen und bekreuzigt sich. Der alte Mann lacht laut, die Junge Frau lacht leise und ich begreife, Herr Kuh war kein Herr mehr. Herr Kuh war ein Ochse.






Ich darf trotzdem noch in das Geschäft kommen und mir sogar das beste Stück aussuchen. Allerdings vermeide ich, ihn zu fragen, wann er denn eine Ochsenbrust hätte.




 


 

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