Hey du, ein liebes Hallo! Freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Hübsch wäre, wenn dir meine Einstellungen gefielen, wunderschön, wenn sie ein Lächeln, Schmunzeln, oder gar eine kleine Freude und paar gute Gedanken hinterließen.
Selber würde ich mich über jeden Kommentar freuen . Und nun viel Spaß beim Lesen

Mittwoch, 3. Februar 2016

Mein schönstes Sommererlebnis

Hatten heute hier in Drama 18°. Die Türen standen offen, auf der Straße erste Hemdsärmelige ,während ich das erste Sonnenbad nahm und vom Sommer zu träumen begann. Dachte, ich schick euch mal ein bisschen Sommerfeeling, bevor der Winter wieder kommt 



Mein schönstes Sommer-Erlebnis






Bad Oyenhausen, und es war Sommer...


Ich weilte dort zur Kur und hatte mich einer kleinen Gruppe angeschlossen , die sich ein paar Häuser oberhalb der Klinik, im Kurverein einen Lichtbildervortrag ansehen wollte.

Nun saßen wir und warteten auf den Beginn.

Da fiel mir ein, dass ich meine Brille vergessen hatte. Das passierte, denn ich hatte mich noch nicht an sie gewöhnt. Aber mit ihr würde ich das Geschehen auf der Leinwand besser betrachten können . Zeit war noch genügend und so entschloß ich mich, sie zu holen. Flink lief ich die Straße hinunter.

Die Sonne stand groß direkt hinter mir und vor mir war alles von gleißendem Sonnenlicht überflutet. Im Schlagschatten schwang der Saum meines Sommerkleidchens bei jedem Schritt auf und ab und in diesem ganzen Lichtgeflirre irritierte mich das mächtig. Zumal die Sonne und dieses ganze Licht sich im verglasten Eingangsbereich der Klinik wiederspiegelte und mich unheimlich blendete. Die Straße führte im rechten Winkel etwas abschüssig direkt auf den Eingang zu und so taumelte ich fast blind weiter. Schon konnte ich schemenhaft Gestalten aus machen. , die da meist vor der Tür herumlungerten. Also müsste sie da doch gleich …..

Aber uuuupps, was´n des??

Im letzten Augenblick nahm ich ein paar geöffnete Arme wahr, und – zu spät – ich lief mitten hinein.

Trommelwirbel!

Da lag ich nun an einer breiten Männerbrust, etwas überrumpelt zwar, nichts desto Trotz erst mal recht angenehm. Hm, und jetzt? Empörung, oder Kapitulation,? Abwehr, oder Genuss?

Sanft werde ich wieder auf die Füße und in die Senkrechte gebracht und vom eigenen Tun wohl selbst überrascht, entschuldigt sich der Typ.

Aber was für´n Typ!! Ogottogott! Joy Mama! Hanseatentyp, m e i n Hanseatentyp!!!!

Klarinetten, wo bleiben die Klarinetten??

„Entschuldigen Sie bitte.“ sagt er, „aber ich musste Sie jetzt auffangen.Sie kamen direkt aus der Sonne auf mich zu. Die Frau, die aus der Sonne kam.“ und dann , leicht kopfschüttelnd, wie , um sich selbst zu bestätigen: „ Doch, doch , Sie kamen – direkt – aus – der - Sonne...“

Ich weiß nicht mehr, wie lange wir in diesem Sonnenglast standen und versuchten, einander zu erkennen. Er hielt mich immer noch umfasst, dann meinen Arm und ich muss ihn wohl mit in den Eingang gezogen haben. Und was ich da dann sehen konnte, o mei o mei...

Da stand er vor mir. Ich sah ihn nie wirklich in meinen Träumen, aber ich hätte ihn, sein Gesicht, malen können.

Im Film müssten jetzt leise Geigen erklingen

Ich weiß auch nicht mehr, welche Gedanken mir durch den Kopf schossen. Kinder? Ehe? Verantwortung? Stolz? Meine Ehe hatte ihren Nullpunkt überschritten.

Oder : Endlich? Warum jetzt erst?

Und zum Schluß: Verrückt! Du bist verrückt. Komplett verrückt. Wie kannst du sowas denken.!!

Aber da standen wir, hielten uns mit den Blicken umschlungen und versuchten , in den Augen des  anderen dessen Empfindungen zu ergründen. Und die Zeit stand still.

Irgendwo schlug eine Uhr. Fast schmerzhaft drängte sie sich zwischen meine Gedanken. Nein, ich wollte sie jetzt nicht hören, aber:

Eins!......Diese Augen.
Zwei!... .Ich kann sie mögen.
Drei!... ..So klar.
Vier!.... Wie fest sie mich halten.
Fünf!... Nein! Meine Brille!!....Ich wollte doch nur meine....

Brille! Ja! Mensch , ich wollte doch nur meine Brille holen..... und jetzt lass mich bitte los, der Vortrag fängt gerade an.....

Aber er lässt mich nicht los , erklärt , dass er erst gestern angekommen sei und noch etwas mit dem Eingewöhnen zu tun habe und was ich so mache.

Was ich so mache? Ja was mach ich denn? Ach so, ja, ich hol jetzt meine Brille. Und dann nehm ich dich mit. Und das sage ich ihm auch. Nicht meine Absicht ,ihn mit zunehmen. Aber eben dass ich gekommen war, meine Brille zu holen und dann noch zu dem Vortrag flitze.

Ob er sich mir anschließen dürfe..Yippee, und wie du das darfst ! Und wie! -
 
Die Geigen jubeln!

So also landeten wir doch noch zusammen beim Vortrag und später mit den Anderen in einem gemütlichen Lokal

Am nächsten morgen wurde ich wieder gefragt, was ich so machen würde. Ich hatte keine Anwendungen für den Nachmittag und hatte mich beim Friseur angemeldet, der mitten im Ort lag. Und wieder die Frage, ob er sich mir anschließen dürfe, dann könne er schon mal den Weg dorthin kennen lernen... ja, natürlich...Nachtigall ick hör dir trapsen!!

Und vor dem Friseur die nächste Frage, ob er auf michwarten dürfe, man könne ja danach Kaffee trinken gehen.

Und so saßen wir eine Stunde später auf dem kleinen verwunschenen Balkon eines Romantischen Café´s . Wir sprachen kaum, sahen in das blühende Geißblatt, sogen tief seinen herrlichen Duft ein , rührten versonnen in unseren Tassen und suchten immer wieder die Augen des anderen, nur, um immer wieder diesen kleinen Klick im Herzen zu verspüren und schnell wieder weg zu sehen, damit man nicht zu viel offenbarte.

Plötzlich schien ein Ruck durch seinen Körper gegangen zu sein . Er richtete sich auf, hob seinen Kopf und betrachtete lange mein Gesicht, als suche er darinnen nach etwas.

„Wissen Sie, nicht nur, dass ich mich in Ihrer Gegenwart sehr, sehr wohl fühle, es ist auch , dass Sie mich unheimlich an Jemanden erinnern..“

Und dann begann er zu erzählen:

„ Es war damals irgendwo in Süddeutschland. Ich war ein junger Bursche und natürlich in der Bundeswehr. Da kamen wir in einen Ort, einen Weinort. Und unsere Oberen beschlossen, oder hatten beschlossen, dort einen Manöverball zu veranstalten, der schon am Nachmittag beginnen sollte. Das Gasthaus lag vis á vis einer Tankstelle am Ortseingang und gespannt warteten wir auf die Gäste. Ich lernte da ein Mädchen kennen. Ein ganz unbeschreibliches Mädchen. Meine Feder. Sie saß bei den Honoratoren , war blutjung, bildhübsch und dort etwas verloren. Ich wußte, das ist SIE und ich holte sie gleich zum ersten Tanz. Sie war so scheu, aber sie lag in meinen Armen , leicht und schmiegsam wie eine Feder. Sie tanzte himmlisch und schien zu schweben. Das Verrückte, auch ich schwebte. Wir tanzten und schwebten wie auf Wolken. Sie war wohl auch sehr klug und das Wenige , das sie sagte, zeugte für Geist und Humor. Auch als die Tänze schneller wurden, wir bewegten uns, wie aus einem Guß. --- „“

Hier machte er eine Pause, Dann: „ Nach diesem Mädchen habe ich all meine jungen Jahre gesucht. Selbst, als ich später zur See fuhr, habe ich die Suche nie aufgegeben. Ich habe dann später eine ältere Cousine geehelicht, ihr aber gleich gestanden, dass es gefährlich werden könnte für sie, falls ich je dieses Mädchen, meine Feder, wiederfinden würde---“

Fragend schaute ich ihn an . Er holte tief Luft und fuhr fort:
„ Ja. Dann kam die Pause. Ich brachte sie an ihren Platz zurück. Sagte, ich ginge nur eine rauchen und verabredete mich gleich für die nächsten Tänze nach der Pause mit ihr. Sie nickte nur, aber sie strahlte mich an mit einem Paar Augen, blau, wie der Himmel und tief, wie das Meer, und ich drückte ihre Hand und ging-----Diese dumme, dumme eine Zigarette!!! Ich habe nie wieder geraucht...“

„Warum?“

„ Ja, das war ganz eigenartig". Er seufzte abgrundtief. "Nach der Pause war sie verschwunden. Spurlos. Und niemand schien sie zu kennen, oder mochte mir Auskunft geben. Den ganzen nächsten Morgen lief ich das gesammte Dorf ab und keiner schien etwas über sie zu wissen. Ganz im Gegenteil, die Burschen drohten mir Dresche an, wenn ich dieses Mädchen nicht in Ruhe ließ. Um 12Uhr Mittag zogen wir ab.“

Wieder ein tiefes Aufatmen. Dann: „ Sie haben ihre Augen...“

Ich weiß...........

 


Bischoffingen a.K. und es war Sommer


Ihre Schwester hatte ihren zweiten Amtsantritt in Bischoffingen. Sie bewohnte ihre eigenen vier Wände über der Tankstelle dort und hatte ihre kleineSchwester in den Schulferien eingeladen. Damals war es wohl noch so in der Folge der Dorfoberen: Der Schultes, der Pfarrer, der Doktor und das Lehrerlein. Und d a s war ihre große Schwester. Und sie war das Fräulein Schwester vom Fräulein Lehrerin.

Als solche wurde ihr die Ehre zuteil, mit dem Bruder ihrer Schwesters Vermieterin, dem dortigen Kellermeister, eine Kellerbeichtigung zu machen. Das war natürlich was! Und so packte sie die kleine Roswitha, dessen Nichte aufs Rad und fuhr auf deren Anweisung hinaus vors Dorf, wo die Winzergenossenschaftlag und sie ihre Verabredung hatte. Das war ein Erlebnis!

Da standen noch richtige Riesen-Holzfässer in Reih und Glied. Sie klopfte an eines.

Ohhhh, das durfte man nicht tun, ging irgendwie gegen die Ethik! Aber von jedem Fass durfte sie versuchen. Dazu dienten hübsche ,kleine Zehntel-liter-gläschen. Der Duft dort unten , teils würzig , teils schwer und dann die „Versucherle“ von jedem Fass, das ließ sich gut an. Es waren dort in diesem Gang genau 11 Fässer !!!

Die bekam sie zu spüren, als sie nach Ende der Führung wieder hinaus in die Helligkeit traten. Sie öffnete die Tür und...

RRRRUMMS, hatte sie ein Brett vorm Kopf

Aber mit Schwung setzte sie die Kleine wieder aufs Fahrrad und kurvte fidel nach Hause. Dort empfing sie ihre Schwester etwas ungehalten:

„Oh nein ! Gerade ist der Büttel durchs Dorf gegangen und hat verkündet, dass heute nachmittag um 16 Uhr drüben im „Engel“ Manöverball ist. Und wir sind auch eingeladen. Und nun kommst du sooo daher!“

Nun, sie wurde hinauf geschickt, schlief ein paar Stündchen und alles war wieder gut. Es war ja sicher nicht jedes der elf Zehntelgläschen randvoll gewesen!! So schlüpfte sie also in ihr schönstes Kleidchen, hellblau mit wunderhübschen großen rosa Rosenbouquets. DerStoff war leicht und und bauschte sich zart über einem üppigen , schneeweißen Tüllpetticoat und schon eilte sie die Treppe hinab und stand ordentlich und rechtzeitig vor ihrer Schwester.

Im „Engel“ ging es schon hoch her und sie mussten sich zu den „Oberen“ setzen, was recht langweilig war, weil sie ja keinerlei Ortspolitik oder Insiderwissen hatte. .Zu ihrer Freude holte sie fast augenblicklich ein baumlanger Jemand zum Tanzen. Sie glaubte nicht, eine gute Tänzerin zu sein und folgte ihm scheu. Mutti und Tantchen hatten die Mädels ein-zweimal ausgeführt, das wars dann auch schon. Aber sie mochte gerne tanzen. Und so überließ sie sich einfach der Führung des jungen Mannes

Der tanzte wie der Lump am Stecken . Zuerst waren es langsamere Tänze und ssie konnte sich so richtig in diese Musik – und seine Arme – schmiegen. Er führte gut,... so nennt man das wohl.... und sie fühlte sich wie auf Wolken getragen. Manchmal war sie versucht, die Augen zu schließen, um sich ganz der Musik und seiner Führung zu überlassen. Dieses Wiegen, dieses Fliegen und Gleiten, wie sie das genoss !

Manchmal sagte er etwas , aber mehr als ein Lächeln brachte sie kaum fertig, so hielt sie der Zauber ihres gemeinsamen Tanzens gefangen. Dann wurde die Musik lauter , die Tänze schneller und er drehte und wirbelte sie, dass ihr der Atem fast weg blieb und sie froh war, wenn sie wieder in seinen Armen gelandet war. Mann,Mann, konnte der tanzen. Es war himmlisch!

Dann kam die Pause und er brachte sie zum Platz zurück und sie freute sich schon auf den Abend und auf ihn. Es war hübsch mit ihm über die Tanzfläche zu gleiten. Sie glaubte sie mochte ihn.

Als sie sich jedoch an ihrem Platz niederlassen wollte, nahm sie ihre Schwester am Arm und erklärte, das sie nun gingen. Und sie habe genug.

Wieso genug???

"Wiesoooo? Weshalb??? Is doch gerade so schön!! Und wieso genug???"

„Genug getrunken!“

„ Nöö! Nö, nö, nö, nöööö !!!! Das war nur e i n Glas die ganze Zeit!“

„ Ja, aber das wurde dir immer wieder nachgefüllt, während du tanztest. Und jetzt komm, keine Widerrede!“

Damit zog die Schwester sie unnachgiebig mit sich hinaus. Vergeblich hielt sie nach „ihrem Kleinen Gardeoffizier“ Ausschau, sie konnte ihn nicht entdecken. Wo bist du nur? Wo denn ????

Nein, er war und war nirgends zu entdecken

Wenigstens verabchiedet hätte sie sich gerne von ihm. Ihm gesagt, weshalb sie ihr Versprechen der nächsten Tänze nicht halten konnte. Was musste er nun von ihr denken! Das hatte er nicht verdient, viel zu schön war es mit ihm.. Oh, Schwesterherz, was tust du mir an?  Die zieht sie über die Straße, über den Vorplatz, in den Hauseingang, Tür zu, rrumms...

Nun ist wirklich alles zu Ende, die letzte Chance, ihn doch noch zu sehen, vertan und sie beginnt zu jammern , und  leis zu singen :

"Leb wohl, mein Kleiner Gardeoffizier, leb wohl, leb wohl, leb wohl und vergiß mich nicht und vergiß mich nicht..."

Und sie hört nicht mehr damit auf, bis ihre Schwester sie, wie ein kleines Kind, ins Bett verfrachtet hat. Wo sie sich in den Schlaf weint.


Ich war 17




.Bad Oyenhausen, immernoch im kleinen Café


„Ja, so war das . Sie war einfach weg. Fort. Wie vom Erdboden verschwunden....und ich hätte ihr so gerne so vieles gesagt. Wir hatten ja kaum geredet....... Aber verzeihen Sie meine Ungehörigkeit. Da sitze ich mit einer wunderschönen Frau zusammen und rede von einer anderen, das ist schon sehr ungehörig. Aber es geht etwas von Ihnen aus, das mich zutiefst getroffen hat. Als wären sie die Vollendung meiner Feder in Person und Wesen. Schon seltsam.“

Bis hierher hatte ich ihm fast atemlos mit großen Augen zugehört. Jetzt lächelte ich. Welche Frau hört nicht gerne solch schöne Dinge ? Und sollte ich jetzt eifersüchtig sein? Auf seine Feder? Er schaute wirklich so zerknirscht, aber auch irgendwie prüfend zu mir herüber, als ob ihn mein Lächeln irritierte.

Ja, ich lächelte. Ich lächelte mein strahlendstes Lächeln:.. na?... na?... komm, merk es doch!...

Und ich strahlte weiter in diese überschatteten Augen hinein, später würden auch sie wieder strahlen.

Ich würde ihn später nach der Jahreszahl des Manöverballs fragen, mit ihm zur nächsten Telefonzelle marschieren,  meine Schwester in Bischoffingen anrufen, die Tür dabei offen lassen "und sie fragen: "Gell, der Manöverball damals, der war doch im Sommer 19hundert......? und sie würde sagen 59.

Die Sonne würde wieder tief stehen, seine Augen wieder strahlen und Hand in Hand würden sie zusammen in diesen Sonnenglanz hineingehen....

...seine Feder und ihr Kleiner Gardeoffizier...

Ja, ich lächelte.Ich lächelte mein stralendstes Lächeln.....








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