Hey du, ein liebes Hallo! Freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Hübsch wäre, wenn dir meine Einstellungen gefielen, wunderschön, wenn sie ein Lächeln, Schmunzeln, oder gar eine kleine Freude und paar gute Gedanken hinterließen.
Selber würde ich mich über jeden Kommentar freuen . Und nun viel Spaß beim Lesen

Sonntag, 28. Februar 2016

Was trägt er denn nun drunter

Außer den Ehefrauen weiß das wohl niemand so genau.....





 Was trägt er denn nun drunter


Was trägt er denn nun drunter? Das ist hier die Frage aller Fragen. Aber ich weiß es.


Nur...Ist es generell so ?... Ist es von Mann zu Mann verschieden? ...Gibt es da Freidenker? Äh, - träger?... Liebt der Eine drunter eher bedeckt ?.... Der Andere FKK?...
Nun, Tatsache ist doch, daß die Highländer die einzig männliche Spezies sind, ausgenommen der alten Buschmänner im Strohröckchen, die zu ihrem besten Stück stehen.
Ich meine jetzt einfach mal, was die Kleiderordnung betrifft.

 Bei dem Kult, den Mann  mit dieser kleinen Sache  treibt ...ja, ja, pardon, im Aggregatzustand ... und der Wichtigkeit, die ihr gezollt wird, ist es doch einfach unverständlich, daß sie als solche in ein Hosenbein gestopft wird in dem ja schon ein  Bein steckt. Das arme Ding. So schmählich weggesteckt, eingezwängt und seiner Natur des freien Falls derart beraubt.
Nein, nicht Frau ist es, sondern der Mann  ist seiner werten Natur nach dafür predestiniert, Rock zu tragen.  Und Frau die Hosen. Den biologischen Gegebenheiten nach, nur konsequent und logisch. Hat Mann darüber eigentlich noch nie nachgedacht?
Doch, in grauen Vorzeiten, irgendwann im Mittelalter trug Mann zwischen seinen Beinlingen ein extra Säckchen, wo das gute Teil in seinen Mußestunden bequem ruhte. Ei-fi Tei-fi, das muß allerliebst und neckisch ausgesehen haben! Ende des 15. Jahrhunderts nähte man dann einen Zwickel  zwischen die Beinlinge und da war sie aus, die schöne Zeit mit der Freiheit.
Es gab dann zwar noch mal am Französischen Hof, die Spanische Mode. Da trug der Höfling gepolsterte Oberschenkelpumphosen. Das mag dann noch mal ein hübsches Plätzchen für den Schniedelwutz gewesen sein. Aber danach war´s dann endgültig vorbei mit der Bequemlichkeit.
Nicht so, bei den Schotten.

Wer aber wie und was trägt, scheint für immer ein Mythos von Haus zu Haus und ein offenes Geheimnis unter den Eheleuten zu sein. Denn was ich sah, kann ich eigentlich nicht so recht glauben.
Es war Sommer. Ein richtig heißer Tag. Wochenende. Wir, das waren Ute, Udo, zwei Nordlichter, und ich. Wir waren Patienten einer Klinik im Schwarzwald und befanden uns sozusagen auf Freigang.  Udo bastelte an einer Uhr herum und benötigte dazu einige Teile, die er in Stuttgart zu finden hoffte. Ich als Süddeutsche, in der Hauptstadt einigermaßen ortskundig, wurde, quasi als Scout, eingeladen, ihn zu begleiten und Ute schloß sich uns an.
In Stuttgart herrschte Halligalli. Auf jedem Platz, an jeder Ecke. Das reichte vom Flohmarkt, über den Straßenmusikanten bis zum Brezelstand.
Wir stöberten auf dem Flohmarkt, versuchten Erbssuppe bei einem Verein, tranken beim nächsten ein kühles Bier, bei einem weiteren noch eins, hatten Udos Uhrenteile gefunden und bei Peter Palmer ein paar tolle Schnäppchen in Form von wunderbaren Kaschmirpullovern gemacht. Kurz , unsere Stimmung war am köcheln. Schließlich sorgte auch unsere zusammengewürfelte Dreierkonstellation 
für den nötigen Witz und Esprit.
Nun befanden wir uns  auf dem Weg zurück in´s Parkhaus. Da entdeckte Udo noch einen Weinstand.
Natürlich kam ein einstimmiges Ja, als man uns zu einer Verkostung einlud. Unsere Stimmung war auf dem Höhepunkt.
Von jenseits der Straße ertönte Schottisch Folk und Dudelsack herüber, Beides liebe ich. Beides fand direkt vor dem Eingang zur Tiefgarage statt. Ich stellte das Probiergläschen zurück, dankte und  schlenderte in Richtung "Mull of Kinthyre"
Oh, Mann , what a man! 

Da stand ein baumlanger strammer Kerl., eine Zeitung vor sich, die aber kaum den Blick auf einen , wohl der Hitze wegen, bloßen Oberkörper verbarg. Unten rum trug man Schottisch: Kilt, Sporran, Kilt socks, Flashes. Das Messer fehlte.

Ich wollte mich gerade dem Dudelsackspieler zuwenden, da traf mich über dem Zeitungsrand sein Blick und ein breites Grinsen. Ich schaute in ein markantes Gesicht und fragte mich, wann ihm bei diesem schiefen Lächeln wohl die Pfeife aus dem Gesicht fiehle. Er dagegen betrachtete mich,  faltete seelenruhig die Zeitung zusammen und sagte : "Hey Du, Hübsche" , die Pfeife hielt immer noch., "It´s hot today...."

Ich deutete auf seinen bloßen Oberkörper und grinste meinerseits: "I see , oh, I see" Und dann tat ich die verhängnisvolle Frage:"... und was trägst Du drunter?"

Er steckte seelenruhig die Zeitung unter den Arm und bevor ich recht begriff , lüftete er ebenso ruhig sein Röckchen. Oh! Mann! What a man! Ich sagte es bereits. Aber das da! Ich stand da, total verdattert, schaute nur und dachte, es müsse ihm wohl wirklich  s e h r  heiß sein, und stand und stand.Und schaute und schaute, mit weitem Focus meiner Augen, damit auch alles auf´s Bild passte.

Hinter mir war Ute schamrot zur Tür geeilt und Udo ihr nach. Dann besann er sich, kam zurück , seine Hand schnellte vor, griff meinen Arm. Und wenn er mich nicht weg gezogen hätte, weiß Gott, ich stünde da noch heute.....

Samstag, 20. Februar 2016

Igel mit Blauen Punkten

Und so wurde Griechenland spruchreif:




Igel mit blauen Punkten


 

 
Da war mal ein kleiner Igel, der hatte blaue Punkte.


Eigentlich waren es Flecken und eigentlich trug er diese auf der Seele. Ein langes Leben hatte sie ihm reichlich beschert


Der war inzwischen alt geworden.


Weil er sich aber nie unter kriegen ließ, immer noch recht lebensfroh und immernoch ein wenig verrückt war, hatte er sich zu den blauen Punkten, einige in ganz zarten Pastellfarben zugelegt, um die blauen dadurch etwas zu kaschieren, was allerliebst aussah. Wie gesagt, er war immernoch ein bisschen verrückt und immer ein wenig albern. Und diese hellen Farben standen für all das Schöne, was er trotz allem auch reichlich erlebt hatte. Und so schützte er sich davor, ein Miesepeter zu werden.Wo er war, war immer etwas los. Und sein Lachen war immer noch umwerfend und ansteckend.


Alle Igel freuten sich, wenn sie ihn sahen und sofern es möglich war, umarmte man sich gegenseitig auf zwar vorsichtige, aber doch sehr herzliche Igelart.


Man stuppste und rieb Näschen aneinander, man drehte sich das kleine stachelige Hinterteil zu und schob zärtlich die Stachelchen ineinander., Allerdings auch das sehr, sehr vorsichtig und nur soweit, dass man liebevoll des anderen zarte Haut etwas kraulte, um das unerwünschte und oft doch sehr penetrante Lausgesindel auf zu scheuchen. Das war bei Igels ein ganz besonderer Liebesdienst. Und unser Igelchen mit blauen Punkten fühlte sich dabei sehr wohl und zu Hause.


Das war aber nicht immer so gewesen.


Der kleine Igel war viel in der Welt herum gekommen. Er war vom Berg ins Tal und vom Tal in die Ebene, von der Ebene in die Hügel gezogen. Aber selbst in den Hügeln, wo er einen eigenen Garten angelegt hatte und dort die längste Zeit verbrachte, hatte er nie so etwas wie Heimatgefühle entwickeln können.

.

Nun ja, seine Frau hatte einen Beruf, der hatte es mit sich gebracht, dass man häufig umziehen musste, und so war er es zufrieden, wie es war, und verstand es, aus allem immer noch das Beste zu machen. Insgeheim aber sehnte er sich danach, endlich irgendwo angekommen zu sein, Wurzeln zu schlagen.


Das war gar nicht so einfach und durch seine Art in jüngeren Jahren wurde das etwas erschwert. Die Igel dachten immer , er wolle etwas Besonderes sein. Weshalb sonst die blauen Punkte ? Aber die hatte er nun einmal. Und schon in recht jungen Jahren bekommen.


Aber er war eben auch ein Rebell, der hinterfragte und der, wo immer, gegen jegliche Art von Ungerechtigkeit ankämpfte, sich auch notfalls auf die Seite der Verlierer stellte. Da er aber immer liebevoll und gegen jedermann freundlich umging, so gereichte das wiederum bei einigen Zeitgenossen zu Neid und Missgunst.

Leider, und das muss gesagt werden, seine Ehe war nicht die allerbeste. Eigentlich nicht ganz unverständlich bei zwei Stacheltieren, die beide auch noch ausgesprochen na, sagen wir mal - starke Charaktere waren.  Igelchen der umtriebige, temperamentvolle. Sie der stille, sehr stille Teil


Er war doch zweisam sehr, sehr einsam.


Da stellten sich sehr oft die Nackenstacheln hoch, und ging das Sticheln und Stacheln los. Und mit Sticheln und Stacheln kann man sich fürchterlich verletzen. Und doch wollte keines das Andere missen. Man hatte sich ja einmal liebgehabt und hatte es ja noch. Aber keines wollte es dem Anderen gegenüber zugeben und so hatte man sich langsam auseinander gelebt.


Auch bereiteten ständige Auseinandersetzungen mit dem alten Uhu , dem Hausvermieter, nicht gerade eine entspannende Atmosphäre. Das kam hinzu.


Und leise ganz leise war das Alter gekommen.


Die Kinder hatten inzwischen eigene Nester und Familien gegründet und waren versorgt. So beschloss man, in die große Stadt zu ziehen. Denn dort sollte es Ärzte geben, für jedes Wehwehchen einen ,und Theaters und Kinos und überhaupt allerhand Kurzweil und Erleichterungen.


Gesagt, getan .


Man fand eine wunderschöne große Wohnung, sogar im Grünen, und mit allen Annehmlichkeiten, die das Leben erleichterten. Und einen lieben Freund, der schon bald seinerseits für ein Gefühl von ein wenig Angekommensein zusteuerte. Kurz, man fühlte sich bald sehr wohl, wider Erwarten wohl. Immerhin wohnte man jetzt mitten in der Stadt!


Mag es dies Wohlgefühl gewesen sein oder die entspannte Atmosphäre, Igelchen und Igelin rückten wieder näher zusammen , genossen jeden Tag in ihrer wunderschönen Behausung und versicherten sich jeden Tag, wie gut man es doch getroffen habe.


Lag es vielleicht auch am Alter, oder dass Igelchen möglicherweise ruhiger und bedächtiger wurde, wer will das sagen? Jedenfalls wurden Igel und Igeline noch so glücklich wie eben zwei Stacheltierchen mit einander werden konnten.


Und dann starb Igeline. Plötzlich . Unerwartet.


Igelchen war fassungslos.Jetzt, jetzt wo man sich doch gerade erst wieder ein wenig gefunden hatte. Zeit, ein wenig mehr Zeit , Himmelsvater da oben, jammerte es . Nur noch ein wenig Zeit hätten wir gebraucht und alles wäre wieder gut gewesen.


So jammerte es und zweifelte an diesem unbegreiflichen Herrn der Zeit . Es weinte, schrie gen Himmel. Endlich, endlich hatte es sowas wie Heimat gefunden , endlich waren sie auf dem Weg zueinander gewesen. Was sollte denn nun werden?


Jeder Morgen brachte neu den Schrecken zurück, nun für immer allein zu sein. Die Blumen schienen anders auszusehen, der Amsel Lied, dem sie so gerne früh morgens schon gelauscht hatten, schien nun in Trauer zu schluchzen. Selbst die Rosen , die der Sommer brachte, dufteten nicht mehr so, wie wenn sie beide in der letzten Zeit im Duft der Blüten vor dem Haus saßen.


Es weinte, weinte . Alles, was an Eindrücken, egal, welcher Art auf es kam, fühlte sich nun anders an. Jede Minute, jede Sekunde schien zu schmerzen, sagte ihm, zu spät, sie ist nicht mehr. Und es ertappte sich, dass es mit seinem Schöpfer haderte und um jeden Tag focht, ihn erträglich vergehen zu lassen , bis der Abend heraufzöge und er sich mit Anstand zusammen rollen und in einen gnädigen Schlaf fallen lassen konnte.


Aber der Herr aller Igel , allen Lebens und aller Zeit, hatte schon ganz etwas anderes mit ihm vor, schaltete und waltete im Geheimen und schickte ihm zwei Igelmädchen, die sich ganz reizend um ihn kümmerten , ihn beschenkten, ihm Gutes taten, wo und wie immer sie konnten. Und da sie direkt um die Ecke wohnten, ließen sie ihn keinenTag mehr allein.


Sie ihrerseits, fühlten sich wohl bei ihm, hatten viele Fragen nach dem Leben, als solchem und im Besonderem. Sie fanden schnell heraus, dass er ein Hans Dampf in allen Gassen war, handwerklich, wie geistig sehr bewandert, freuten sich und holten sich gerne Rat und Tat von ihm.


Auch konnte er herrlicheSchnorren erzählen, oder auch nur Storries aus seinem Leben und manch fröhlicher Abend ging in die Nacht und allmählich in den frühen Morgen über. Andere Igel kamen dazu, man diskutierte, erzählte, lachte und sorgte miteinander füreinander und langsam bildete sich eine ganz besondere Atmosphäre um das Igelchen. Jeder und jedes, was bei ihm ein und ausging, wurde an sein Herz genommen, fühlte sich wohl und blieb. Und das Igelchen begann ein ganz neues Leben.


Es hatte sich längst den Rotz von den Bäckchen gewischt und zu Hadern aufgehört, begriff, dass es genau so, wie es war, sein durfte und genau so geliebt und gebraucht wurde und war endlich angekommen.

Sicherlich, es gab immer wieder mal Tränen um sein versäumtes Glück mit Igeline , würde wohl auch so immer bleiben. Aber es begriff, dass sein Schöpfer ihm ein anderes Glück zugewiesen hatte. Das Glück, mit sich , seiner Umwelt und allen Igeln in Liebe und Freundschaft zusammen leben zu können. Und endlich das Gefühl, hier bin ich zu Hause, hier habe ich meinen Elfenbeinturm.


So hätte es nun immer weitergehen können und nichts anderes wünschte sich unser kleine Igel.


Doch die Zeit flieht und mit ihr gingen jene Mädchen, die den Anfang seines neuen Lebens eingeläutet hatten. Sie mussten weiter weg ziehen. Igelchen war taurig, hatten sie ihre Aufgabe erfüllt? Vielleicht waren es ja Igelchen jener Art gewesen, die unsichtbar zwischen den Stachelchen Flügel verborgen hatten! Igelchen glaubte das , war dankbar für die Zeit mit ihnen, und tröstete sich damit, dass sein Elfenbeinturm ja fort bestand.


In diese Idylle brach plötzlich und gänzlich unerwartet eine neue Igelin.


Was nun geschah, war so wunderschön und unvorstellbar. Igelchen erlebte eine Liebe, die größer war als alles, was es bisher an Liebe kennen gelernt hatte. Igelchen und jene Igelin waren sicher, so etwas Großes konnte nur im Himmel beschlossen worden sein. Solch ein Gleichklang, solch eine Seelenverwandtschaft! Solch eine Erhabenheit! Und so machten sie Pläne, wollten für immer zusammen bleiben. Aber eine Heirat war finaziell nicht möglich und so hätten sie für immer quasi sündig, lt. Bibel, zusammen leben müssen. Igelchen aber glaubte und es betete verzweifelt: Du da oben , lass uns nicht so zusammen leben müssen, du hast Mittel und Wege, die wir nicht einmal ahnen können. Das betete es morgens. Abends war es aus. Er da oben hatte Mittel und Wege gefunden...


Nein, das hatte es wirklich nicht ahnen können. Nicht dieses, dieses Unbegreifliche!. Igeline wollte abends kommen, doch sie kam nie mehr , verschwand sang und klanglos, einfach so, ohne Gruß , ohne Erklärung.


Wieder drohte Igelchen in ein tiefes Loch zu fallen. Und wieder schickte ihm der Himmel solch einen unsichtbar geflügelten Boten los, der es auf fing und weiter trug, bis die Wunden etwas verheilten.


Wieder lernte Igelchen, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gab , als dass solch einfaches Igelhirn es begreifen konnte. Es fiel ihm zwar schwer, zu sagen, Dein Wille geschehe, aber es begriff auch, dass es gut war, wie es gekommen war. Jene Igelin hatte sich als äußerst wankelmütig erwiesen und Igelchen hätte immer in Angst leben müssen, sie würde eines schönen Tages gehen. So war es ein Ende mit Schrecken - zugegeben , teuflisch, grausamen, fast tödlichen Schrecken, und Igelchen starb fast an Herzeleid. So weh hatte ihm noch nie irgend ein Tierchen auf Gottes weiter, schöner Welt getan. Und ohne jenen geflügelten neuen Igel , wer weiß, wie es mit unserem Igelchen ausgegangen wäre.


Genau zu dieser Zeit griff Igelchen zur Feder und schrieb auf, wie gut es ihm damit ginge, dass der Himmel ihm immer wieder den richtigen Igel schickte, damit es nicht verzweifeln musste. Die Menschen nannten diese Wesen Engel. Und wohlgemut streunte Igelchen mit diesem Engel durch Wälder, Felder, windige Höhen und sonnige Täler und vergaß immer mehr jene falsche Igelin. Diese musste wohl doch von der anderen Fraktion gestammt haben, sofern man an oben und unten glaubte.


Doch da ahnte unser Igelchen mit blauen Punkten noch nichts davon , dass vom Himmel aus schon der nächste Engel unterwegs war.


Denn eines schönen Tages kamen durch den Äther Rauchzeichen. Da saß irgend wo ein Igel in einem fernen Wald, der auch allein war und seinerseits vielleicht in einem Elfenbeinturm hauste. Igelchen und jener Igel begannen eine eifrige Rauchzeichenkorrespondenz. Immer herzlicher schrieben sie, bis sie meinten, sie wollten sich gerne ein wenig beschnuppern und sich besser kennenlernen. Also machte sich Igelchen eines schönen Tages kurz entschlossen auf den Weg nach jenem Wald.


Dort angekommen, wurde es mit soviel Liebe und Freude umfangen, dass aus zwei bis drei Tagen ganz unversehen vierzehn wurden , so wohl fühlte es sich dort. Und auch das andere Igelchen fühlte sich wohl mit unserem Igel. Und so beschloß man, soviel wie möglich zusammen seine Zeit zu verbringen. Beschlossen und getan. Igelchen fuhr nach Hause, um einige Dinge zu erledigen und nach vierzehn Tagen machte es sich wiederum auf den Weg in jenenWald, um d as andere Igelchen eine Zeit lang zu sich zu holen. Eine wunderschöne Zeit sollte nun anbrechen.


Aber schon sauste der nächste Hammer auf unser blaugepunktetes Igelchen.


Die Tochter, weit weg in einem fernen Land schrieb, sie brauchte es dort, und die mitgelieferten Gründe, sprachen für die Notwendigkeit. Und am besten sofort.


Nein, nein ,nein! Dem Igelchen sträubten sich sämtliche Stacheln. Neiiiiin!


Es sollte seinen Elfenbeinturm verlassen?. Es sollte sein Umfeld, seine Igel, seine Freunde, seine endliche Heimat verlassen? Alles und Alle die es so liebte? Sicher, es hatte schon mit dem Gedanken gespielt, irgendwann einmal... im Alter... eventuell... oder doch lieber nicht?.... zur Tochter zu ziehen. Aber das konnte von ihm aus noch lange warten. Oder war das jetzt schon das Alter?


Hm, in genau diesem Alter war damals seine Mutter gestorben. Und er sollte nun noch auswandern? Seine Stacheln klapperten aneinander , so sehr sträubten sie sich und so sehr zitterte es vor Angst und Graus.Und welche Gefahren und welche Schrecken es in dem fremden Land erwarten würden! Und wieder ganz allein! Und wieder heimatlos! Alles zu Ende! Wieder allein......


Schon purzelten die ersten Tränen.


Aber es hatte die Rechnung ohne den Himmel gemacht. Jemand tippte ihm liebevoll ans Näschen: Hallo, ich bin doch auch noch da, hieß das. Das andere Igelchen stuppste es ganz lieb an: du, ich bin da... ich lass dich nicht allein...ich gehe mit dir... werde so oft wie möglich zu dir kommen und du zu mir...wir werden pendeln... machen uns eine sauschöne Zeit da unten...und wie die Wärme uns gut tun wird...und das Meer... wirst schon sehen...und wenn es uns passt, fliegen wir in den Wald. So tröstete der kleine Igel Igelchen und schon war beinahe alles wieder gut. Igelchen konnte sein neues Glück gar nicht fassen. Es würde nicht allein sein, vielleicht nie mehr.


Und was das für ein Glück fürs Igelchen war! Und welch einen Engel in Igelgestalt ihm der Himmel da wieder einmal beschert hatte, konnte Igelchen erst so richtig begreifen, als die ersten Vorbereitungen zum Umzug anliefen.


Sicher , Igelchen konnte vieles, aber was sein neuer Freund nun alles veranstaltete, das war für Igelchen totales Neuland. Der schrieb sich die Pfötchen wund mit Abmeldungen aller Art, stellte Berechnungen und Anträge auf, durchforstete das Internet nach Informationen und Igelchen wurde klar, wie ernst es seinem Igelengel oder Engeligel war, mit in das fremde Land zu gehen und andererseits Vorsorge zu treffen , dass Igelchen seinerseits im Wald eine bleibende Heimat hätte.



Wieder einmal begriff unser Igel mit blauen Punkten, dass da doch wohl jemand, weit oberhalb allen iglischen Denkens, die Strippen ziehen musste. Wie sonst hätte denn jemand denken können, als man an Sylvester aus einer Laune heraus - Knall, Fall, bums - einen Flug ins ferne Land buchte, dass der nun zum Besichtigen einer neuen Wohnung dienen würde. Eigentlich, um das zu erwartende Junge der Igelenkelin zu besichtigen, hatte man ihn - sozusagen als Sylvesterknaller - gebucht.


Also würde man nun gemeinsam das neue Heim besichtigen und Igelchen würde mit Igelchen in eine hoffnungsvolle Zukunft sehen.

Es begriff,, dass ein Igel immer den Igel brauchte und dass das etwas Wunderschönes sein konnte. Es begriff, dass es hin gehen müsse, wohin der Himmel es stellte, und der würde dann auch weiter sorgen. Es begriff auch, dass es dem Strippenzieher dort oben vertrauen dürfe und kein Übel ewig währte. Der, welcher Himmel und Erde geschaffen hatte, würde auch einen kleinen Igel mit blauen Punkten nicht im Stich lassen.

Oder zwei kleine Igel ?




Ankunft in Kavala
 
 
1. Mal Kavala.
Februar 2015  Wohnungssuche
 
 
Nachtrag
 
nach ihrem ersten längeren Griechenlandaufenthalt, zusammen wieder zurück in Deutschland, starb Gerdalein am 13. Oktober. Ich war ein Jahr zu spät gekommen , um ihr noch helfen zu können. Die Krankheit war schon zu weit fortgeschritten.
 
 

Freitag, 19. Februar 2016

Kleine Naturkunde

.Aus dem Nähkästchen geplaudert:





                     Kleine Naturkunde




Meine beiden Kleinen Töchter wurden recht frei erzogen. Wir tanzten nackig mit ihnen auf dem Arm durch den warmen Sommerregen und atmeten den feuchten Gartenduft und wir genossen zusammen laut kichernd wohlige Badefeste. Papa war Papa und Mama war Mama. Das war eben so.
Obwohl , eines Tages kam Jaanele aufgeregt aus dem Bad, wo sie gerade mit Papa war, ins Schlafzimmer gelaufen und während sie unter meine Decke hüpfte, barst sie fast vor Neuigkeiten. Ihr muss wohl doch der kleine Unterschied aufgefallen sein. Denn sie resümierte, wobei sie mit "wir" bereits unbewusst zwischen den Geschlechtern unterschied.. Sie sagte:
"Also, WIR, haben eine Puschi, gell?"
"Hm-hm---"
Und da gockerte sie los
 :
"Hahahahaha, und der Papa eine Hängepuschi....  hihihihihi....."
Danach blieb Papa wieder Papa und Mama  Mama....



                                                                                                 H.M.Ka


Dann, irgendwann, fragte mich Corabell, mein etwas älteres Töchterlein:
"Mama, was heißt ´praktisch` ?"
"Hm, praktisch ist...ja , was ist praktisch? also praktisch ist, wenn du etwas hast, was du gut gebrauchen kannst. Also, wenn du im Garten arbeiten willst, umgraben zum Beispiel, dann ist ein Spaten sehr praktisch... Oder wenn du etwas tun willst und irgend etwas erleichtert dir das, dann ist eben DAS sehr praktisch..."
Nun, sie hatte es wohl verstanden, wie sich eines schönen Tages zeigte.
Ich war mit den Kindern, wie  immer nachmittags, in Feld und Wald unterwegs und wir hatten das Nachbarsbüble, selber Jahrgang  wie Isabell, dabei, Andres. Gerade hatten wir uns auf einer sonnigen Lichtung nieder gelassen, da kommt Andres an:
"Du, Frau Ka, i muss mal en Rolle mache!" (Schwäbisch wenn Kinder auf´s  Klo müssen)
"Kannst du das schon allein, oder soll ich dir helfen?"
"Nei, i ka des scho älloi."
Da schickte ich ihn hinter den nächsten Baum und wand mich wieder dem Spiel mit Jassy zu. Meine sehr sozial veranlagte Corabell bedachte ich gar nicht.
Da ,ein Schrei, quer über die Lichtung:
" Mama, Mama, DAS ist ja vielleicht praktisch !!!"






Sie war mitgegangen und betrachtete die Angelegenheit von der anderen Seite des Baumes...

Samstag, 13. Februar 2016

Oh, diese peinlichen Busfahrten

Wie es so ist, man sucht etwas und findet alles andere , bloß nicht das Gesuchte.





Oh, diese peinlichen Busfahrten 



Bei meiner Suche nach einem bestimmten alten Negativ, fand ich in einem Heft ein paar Notizen. ich hatte mir immer vorgenommen, meine beiden kleinen Töchter mit einem Bleistift zu begleiten. Frisch gespitzt , sowohl zum Schreiben, wie auch Zeichnen. nicht immer ist es mir gelungen, aber einmal wurde etwas sogar in einer namhaften Zeitschrift veröffentlicht.
Mal sehen, dass ich es noch einmal zusammen bekomme.
Wir wohnten damals auf dem Land, eine junge Familie, und ein Zweitwagen war noch nicht vorhanden. So waren wir auf den Bus angewiesen , egal in welche Richtung wir mussten.  So gerne wir da auch mitfuhren, meine beiden kleinen Mädchen schienen immer genau da sehr interessiert an ihrer Umwelt und fragten munter drauf los. Oder sie langweilten sich und benützten die Zeit zum Nachdenken, was wiederum aufs Fragen heraus lief. Corabell war da etwas zurückhaltender, sie war da wie eine alte englische Lady : wer ihr nicht in Bausch und Bogen vorgestellt wurde, mit dem redete sie nicht; und im Bus saßen lauter fremde Leute. Anders Jasmin.

Da hatten die Beiden ein winzig kleines Kätzchen angeschleppt. "Mama, die Frau  hat gesagt , wenn wir es nicht nehmen, wird es ertrunkt" Das war zwar pure Erpressung von dieser Frau, aber welche Mutter läßt sich schon gerne als potentielle Kätzchen-Mörderin hinstellen. So hatte das kleine Mullchen....es war so weiß und weich wie Mull...erst einmal bei uns Einzug gehalten.

Geschlecht? Sächlich.

Und genau das war die Crux. Nun sollte man ja meinen, auf dem Land kenne man sich aus mit der  Bestimmung der Geschlechter und ihrer Merkmale. Jedoch keiner konnte mir sagen, was es denn nun für ein Tierchen wäre. Es sei einfach zu klein, war noch die konkreteste Aussage. Besondere Witzbolde glaubten, mich veräppeln zu können und da kamen Hinweise auf : große Ohren , kleine Ohren, großer Kopf, kleiner Kopf , langer Schwanz. kurzer Schwanz.

Nun ja. dann dachten wir, es sei ein Weibchen und aus Mullchen wurde Mulli. Dann endlich die Gewissheit , es war ein "Müller".

Genau damit schien sich jetzt meine Jasmin zu beschäftigen. Wir saßen im Bus, der Motor schnurrte vor sich hin und es herrschte eine schläfrige, entspannte Stimmung bei den Leuten.  Man döste mehr oder weniger anonym vor sich hin. In diese Ruhe hinein, krähte meine kleine Tochter, sehr akkurat jedes Wort sprechend:

"....und an wo...kannst du denn... jetzt sehen...dass der Herr Müller...ein Mann ist...?"






Schwupp, da ging schlagartig eine Veränderung im Bus vor. Die Leute saßen plötzlich mit gespanntem Rückgrat da und die Ohren schienen auf Handgröße gewachsen zu sein und alle Antennen zu uns gerichtet. Was würde die jetzt dem Kind antworten???  Und ich begann erst mal den "Herrn" richtig zu stellen.

"Ja, also unser Katerchen....."

Ein leichtes Aufatmen im Bus

" Ja also, bei unserem Katerchen , das ist  wie...ach, du weißt doch , der Papa... . Der Papa....."

Die Ohren schienen auf Pfannkuchengröße anzuwachsen . Einige Leute drehten sich zu uns um, einige hielten gespannt den Atem an.

"Ja, was hat denn der Papa?"

Jassy schaute  gebannt zu mir auf. Im Bus hätte man jetzt eine Stecknadel fallen hören.

"Na ja, der Papi hat doch einen Schnurrbart. Und unser Müller...????"

".....AUCH!!..."

Die Spannung entlud sich schlagartig, Die Leute kicherten, manche lachten laut, wohlwollende Blicke trafen uns  und alle sprachen plötzlich mit einander. Es wurde noch eine sehr kurzweilige Fahrt.

                                                                  *********


Es war die Zeit der Parka´s und der langen Haare. Wieder war ich mit meinen Beiden unterwegs. Die saßen versetzt etwas vor mir, der Bus war fast voll.

Da stieg an der nächsten Haltestelle ein hübscher junger Mann ein. Unisex-Parka,  wunderschöne lange blonde Haare , Milchgesicht und Bärtchen.

Ich, schon vorgewarnt, schaue zu meiner Tochter. Die sitzt kerzengerade, sperrt Mund und Augen auf  und hoppelt und rutscht auf ihrem Ärschle hin und her, ein untrügliches Zeichen, dass da eine Frage in ihr gärt und mit dem nächsten Knall heraus will. Ich sende ein Stoßgebet zum Himmel, aber bevor ich noch zu ihr eilen kann, um das Gröbste ab zu wenden, dreht sie sich um und quakt quer durch den Bus... und noch heute bewunder ich ihre scharfsinnige Fragestellung , sie fragte nicht, ist der Mann...nein sie rief,  korrekt die äußeren Merkmale beachtend, aufgeregt:

"Mama , schau mal , is die TANTE ein Mann, oder eine Frau. ?"





                                                                     ************




Darauf hin habe ich mir meine kleine Tochter mal zur Brust genommen und ihr klar gemacht:

"Schatzelchen, so geht das nicht. Du stellst Fragen, die nicht in die Öffentlichkeit gehören. Das ist peinlich. Man redet nicht öffentlich über andere Menschen. Wenn dir was schleierhaft erscheint, merke es dir und wenn wir dann alleine sind kannst du mich alles fragen. und dann reden wir darüber. Hast du das verstanden?"

Ja sie hat..... wie sich bald zeigen sollte.

Diesmal fuhren wir von Karlsruhe kommend, mit dem Zug nach hause. Es war einer jener Art,  mit offenen Vierergruppen und dazwischen hochgezogenen Wänden. Da schien noch eines frei zu sein und ich schob die Beiden da hinein zum Sitzen. Aber da saß schon eine Dame im Eck. Corabell kletterte auf den Sitz neben ihr, froh , endlich sitzen zu können.  Ich selbst setzte mich gegenüber und Jasmin ans Fenster, der Frau gegenüber. Die Kinder schienen schläfrig. So betrachtete ich jene Dame. Sie trug Rot-Schwarz, Viel rot, viel Schwarz, viel Schminke, viel Parfum. Alles in allem etwas mehr Zurückhaltung hätte der Dame gut gestanden, So wirkte das alles irgendwie billig und ließ Schlüsse auf ihr Gewerbe zu.

Mit der Schläfrigkeit meiner Kinder hatte ich mich allerdings vertan. Zumindest was Jasmin  betraf.  Die schaute derart unverschämt an dieser Dame rauf und runter und mir schwante Schreckliches . Im Geiste errechnete ich schon  die Stationen, die wir noch vor uns hatten. Es war eine reine Zeitfrage, wie lange Jassy noch durch hielt und sich selbst  an unsere Abmachung

Aber da fing es schon an. Erst wenig, dann immer heftiger,  rutschte sie auf ihrem kleinen Pöker hin und her   , mit durchgedrücktem Rückgrat . Ich fragte mich, wie schlimm es kommen würde. Es kam noch schlimmer. Hätte sie doch wenigstens FRAU gesagt, aber dieses Kind sagte wirklich DAME!

"Gell, Mama, " flüsterte sie laut genug, " Wenn wir dann alleine sind, müssen wir über diese DAME aber reden.  Gell, Mama?"




                     

Sonntag, 7. Februar 2016

Nach Griechenland

Dieses war das
erste Nachdenken über das Thema Griechenland

Nach Griechenland


 

 
 
 

Meine Tochter lebt mit ihrer Familie in Griechenland und hätte mich gerne bei sich. Nun habe ich erstmals ernsthaft darüber nachgedacht und Folgendes kam dabei heraus:

Nach Griechenland ! Nach Griechenland ? Ach, Mami , komm doch her.
Die Sonne scheint hier jeden Tag und du liebst doch das Meer.
Ach Töchterlein, lieb Töchterlein, das macht doch keinen Sinn,
hab alle meine Freunde hier, wo sollt ich denn dort hin ?
Nun Mütterlein, lieb Mütterlein, jetzt komm doch einfach her.
Wir suchen Dir ein schönes Haus, vielleicht direkt am Meer.
Lieb Töchterlein, lieb Töchterlein, s ´ist alles gut und fein;
was soll ich dort im Haus am Meer, wenn ich drin sitz allein ?
Ach, Mütterlein, liebs Mütterlein, ich wollt mich freuen sehr,
hätt ich nur hier mein Mütterlein, käm oft ins Haus am Meer.
Ja, Töchterlein, lieb Töchterlein, ja, sicher kämst du her,
doch jedesmal ,wenn du dann gingst, wärs Haus am Meer so leer.
Oh Mütterlein , oh Mütterlein, schau, s´ist ja gar nicht schwer,
wir suchen dir ´nen lieben Mann, für dich und´s Haus am Meer.
Nee, Töchterlein, lieb Töchterlein, ´nen Griechen will ich nicht,
so einen Macho will ich nicht, mit düsterem Gesicht.
Nun Mütterlein , nun Mütterlein, nun reißt mir die Geduld:
den Griechen nicht, kein Haus am Meer, nun bist du selber schuld
Was, Töchterlein, lieb Töchterlein, was also machen wir?
Ich möcht schon gern ´nen lieben Mann, doch der sollt sein , wie er.
Der sollt mit mir ins Haus am Meer, der sollt mein Liebster sein.
Wenn der nur´n bisschen wär wie er, das müsst der Himmel sein.
Wie , Mütterlein, liebs Mütterlein, wie sollt der schauen aus?
Muss ja wohl wer Besondres sein, kein Hinz, kein Kunz, kein Klaus.
Wohl, Tochter, liebe Tochter mein, das ist er allemal.
Nur seine Stimme hör ´n und dann ist alles andre schal.
Ein Mann, der Sonne trinkt und dann, meinen Namen spricht, wie er,
sag selber, wär das nicht der Mann für mich und ´s Haus am Meer?
Nur, Tochter, liebe Tochter mein, nur, fragen kann ich nicht.
Wenn ich komm, komme ich allein, auch wenn mein Herz zerbricht.



 


 

 
 
 


 

 
 

Griechenland forever

Heute will ich mal wieder ein bisschen von meiner neuen Heimat Griechenland berichten.

 
 




Griechenland for ever

 
oder



Mit Humor geht alles


 

 

 

 

 

 

 

 

Nun lebe ich bereits schon ein Dreivierteljahr hier in Griechenland über der Stadt. Was mein neues Zuhause anbelangt, bin ich angekommen, fühle mich wohl. Dass mir mein deutsches Umfeld, meine Freunde und Bekannten fehlen und ich an manchem Abend auf dem Balkon stehe und mit Wehmut in das Abendrot blicke, wo etwas nördlich dran vorbei Deutschland liegt, ist inzwischen halt so






Vieles ist hier eben viel anders.


Ja, wie soll ich das erklären?






Ich sage mal so: In Deutschland war alles..ausser Politik...so perfekt, Die Straßen plan und eben, Die Häuser sauber verputzt, und auf Beton versiegelt. Die Fassaden glatt. Bäume sauber gestutzt, Gehwege breit und die Bordkanten , wo nötig , sanft und ordentlich abgesenkt Und ein Tor ist ein Tor ist ein Tor. Ein Vorgarten ist sauber geschleckt , die Autos blinken und selbst der Himmel wird durch nichts verunstaltet, eine Aussicht ist eine Aus - sicht. Und heißes Wasser kommt direkt aus der Wand. Und Stadtbusse sind ein Wunder an modernster Technik






So..






Was soll ´s, das alles gibt es hier auch. Natürlich gibt’s hier Straßen und Häuser. Aber alles in allem scheinen das doch mehr oder weniger Fälle für die Bauaufsichtsbehörde zu sein. Was die Straßen anbelangt, so erinnern sie an die Vorpommersche Seenplatte. Was dort die Seen, sind hier die Schlaglöcher. Ist es trocken, offenbaren sie sich ausgedrieselt, ist es nass, steht das Wasser darinnen. Mittelstreifen? Seitenbefestigung? Was ´n des??? Dazu passen dann die Stadtbusse, oft etwas alt und klapprig. Die brauch ich nicht weiter zu beschreiben, die kennen wir, denn es sind unsere alten. Richtig gerührt war ich, als ich jenes Schild am Fenster fand:






Wie köstlich ist ein Eis am Stil

denn es hält im Sommer kühl.

Aber dennoch raten wir,

laß es draußen vor der Tür.

Denn es ist ´ne schlechte Pose,

wenn es hüpft auf Nachbars Hose.

Das erzeugt ein Weh und Ach

und alsbald ne Menge Krach.

Darum komme zu dem Schluß:

Iß nie ein Eis im Autobus.






Die Überlandbusse allerdings sind wirklich sehr komfortabel. Die fahren dafür auch über schöne Straßen, die wunderschön und üppig von Oleanderhecken gesäumt sind






Die Häuser. Selbstverfreilich sind die verputzt. Immer da, wo der grad abfiel. Kommt halt geschwind neuer Putz und Farbe drüber, muss nicht die gleiche sein. Das wirkt doch, im Sinne des Wortes, malerisch und mit einem Pott Blumen davor, wildromantisch Und von unten deckts ja sowieso das Unkraut zu. Glatte Fassaden? gibt’s nicht. Die Häuser sehen aus, wie kubistische Pagoden. Sie, wie die Straßenfluchten, werden durch die obligatorischen Balkons rund herum geprägt. Ich selbst habe sechs davon.






Gehwege sind hier Buckelpisten, und jedes Haus scheint sein eigenes Niveau zu haben, wobei es auf 10 cm +/- nicht so ankommt. Neulich habe ich sogar einen Walk of fame entdeckt, oder sollte es doch eher Kunst an der Straße sein? Mich hätt´s beinahe meinen Knöchel gekostet . Da war ein Neuer Geweg hin geschmissen worden, Verzeihung , ich meine Beton... und dann glatt gezogen. Ja, und darüber sind dann süße, liebe, kleine Kinderfüßchen gelatscht. Nun sieht das aus, wie ´ne große Scheibe Tilsiter Die Breite ist vielfach variabel, bis auf üppige 40 cm und endet oft vor einem Hausvorsprung. Absenkung brauchste in dem Fall keine mehr...ist aber eine da. Bissel Bitumen an die hohe Bordsteinkante geschmissen, glatt gestrichen, gut is. Aber eben nicht! Viel zu steil. Für´n Scooter unfallträchtig. Aber immerhin, da isse. Ich sage doch, alles ist da. Nur schön oder ordentlich ist anders






Was mir auf fiel, es gibt hier viel pompöse Hauseingänge, Tore. Das schönste, herrliche Schmiedekunst, ist gesäumt von zwei wehrhaften Mauern, ä-hrm Resten, aber immer noch sehr imposant. Dahinter eine breite Treppe. Wohin sie einst führte, ist nicht mehr zu erkennen. Jetzt endet sie oben in einer dicken Erdschicht, auf der sich, liebevoll Unrat verbrämend, Unkraut verbreitet.






Vorgärten sind wild und wenn sie blühen, ist die Hitze zu groß, um sie zu bearbeiten, Da setzt man sich lieber mit einem Frappee müßig mitten rein in den Schatten .

Ja, und natürlich kommt auch hier das Wasser aus der Wand, aber gespeist wird es aus großen silbrig glänzenden Tanks auf dem Dach.






Ja und selbstver-freilich hat jedes Haus Elektrik. Und da isses so stolz drauf, könnte man meinen, dass es das auch aller Welt zeigen muss. Da stehen dann nämlich überall wunderhübsche ellendicke hölzerne Pfosten herum. Damit man sie auch nicht übersieht, diesen Stolz der Zivilisation, hat man sie direkt mitten auf die Gehwege platziert. Wenn man sie jetzt immer noch nicht sieht, so spürt man sie doch wenigstens.






Nun waren das ja mal irgendwie Bäume und vielleicht träumen diese Stämme ja immer noch den Traum vom Baum. Zwar enden sie oben nicht gerade in einer Baumkrone, aber zumindest doch in einem stattlichen , wild anmutendem Geäst. Darauf haben sich mit viel Phantasie die Isolatoren wie Vögel niedergelassen. Und damit die nicht weg fliegen , hat man sie von einem Stamm zum anderen mit langen Drähten verbunden, und jedes Haus hält nun mit einem dicken Kabel seinen Stamm ganz fest.






 





 

 

Tja, so kommt hier der Strom ins Haus. Das ist doch noch Romantik pur. Nicht so profan wie in Deutschland, wo er sich hälingen von unten irgendwo aus der Erde ins Haus schleicht.






Ich selbst lebe in ungefähr der Höhe der obersten Drähte. Die ziehen sich wie eine Notenlinie aus Friedemann Bach´s Notenbüchlein durch meine eigentlich weite hübsche Aussicht. Wenn sich dann echte Vögel darauf niederlassen, ist es immer sehr spannend, die Melodie zu erraten, die sie gerade bilden. Also echt, eine total spannende Aus- sicht. Aber was brauche ich den Blick in die Ferne, wenn ich doch senkrecht über mir diesen immer blauen strahlenden Himmel habe.






Wie gesagt, es gibt also rein gar nichts, was es hier nicht auch gäbe, nur ist hier Vieles ein bisschen sehr viel Anders







Alles in allem, könnte man es auch ganz non chalant so ausdrücken. Es ist reine Anschauungssache. Kommt man als Tourist, kann man es gutwillig, pittoresk" nennen. Als verwöhnte Jermanida, die diese Stadt nun ihre eigene heißt, konstatiert man, eben so mutig ,wie gutwillig: ......aber die Leute hier, die Leute sind unwahrscheinlich nett und lieb...."






Also, die Frauen. Die liebevoll und hilfsbereit über dich herfallen, wenn sie nur hören, dass du deutsch sprichst. Die sind wirklich sowas von lieb.
 
 

 

Die männliche Spezies scheint noch nicht ganz in der Jetztzeit angekommen zu sein. Selbst die jüngeren noch nicht.. Ob die nun wirklich durchweg Macho´s sind , oder sich nur nach aussen hin so geben, daran arbeite ich noch. Auf jeden Fall von Höflichkeit oder gar Galanterie, keine Spur. Wenn mich der Freund meiner Tochter begleitet, warum und wohin auch immer, wir treffen an jeder Straßenecke einen Freund von ihm. Dann wird geredet, geredet, geredet. Ich selbst als Frau, werde geflissentlich übersehen, nicht mal wahrgenommen, stehe blöd daneben und von einer Vorstellung kann nicht mal ansatzweise, die Rede sein.






Dagegen scheinen die Herren sich äußerst wichtig zu nehmen. Da wird palavert und palawert und mit Händen und Füßen gesprochen. Und ich stehe immernoch doof daneben. Ich muß gestehen ,das bin ich aber anders gewöhnt. Das verletzt schon beinahe mein Selbstwertgefühl!






Aber ganz liebe Ausnahmen bestätigen die Regel. Da ist zum Beispiel mein Stoffhändler. Als wir das erste Mal dort waren , lebte Gerda lein ,meine Freundin, noch und hatte ihren Scooter draußen geparkt. Da schleppte der baumlange freundliche Kerl gleich Stühle an und rannte nach nebenan, in ein Geschäft, um mit Gläsern frischen Wassers zurück zu kommen und begleitete uns auch noch in ein anderes Geschäft, wo wir Nähzutaten bekamen. Inzwischen sind wir gute Freunde geworden(...mit enormen Preisnachlass!....)und frischen beide dabei unser Englisch auf. Oder auch jener, der mich auf meine Anfrage einfach von einem Geschäft ins andere begleitete, bis wir gefunden hatten, welches Geschäft das führte, was ich suchte.






Ja, das ist auch so eine Sache mit den Geschäften. Kaufhäuser mit allem unter einem Dach gibt es hier nicht. Dafür viele kleine bis winzige Läden und nicht immer führen sie dann alles, was eigentlich zum entsprechenden Geschäft gehört. Das wissen oft Einheimische nicht mal so recht. Aber bekommen tut man alles, man muss nur wissen, wo, in welchem Lädchen. Und da können einem dann schon die Augen übergehen, was es da dann noch so alles gibt, wahre Schätze. Nein, da kann ich nicht klagen, im Gegenteil, ich liebe diese Lädchen, die oft nur Zimmergröße haben. Also , ich denke mal, wer in Griechenland, ohne der Sprache mächtig zu sein, Klavierband, Spiegelzuschnitte, Glycerin- und Parafin-wachsplatten zur Seifen- und Kerzenherstellung auftreibt, bzw. die entsprechenden Läden, der kann doch ganz zufrieden sein. Wie gesagt, es gibt hier alles.






Nur keinen Speck und keine Blut- und Leberwürstchen zum Kraut. Schluck!






Naja und eine Schwierigkeit gabs da auch noch. Auf dem Bazaari hatte ich Meerrettich gefunden. Oh, da dazu nun so´n schönes Rindfleisch! Also, kluges Buch : vodhino". Auch der Metzger ist hier anders. Sauberer weißgekachelter Raum, winzige Theke , noch weniger Auslage, aber ein Riesenhauklotz mittemang. Ein Tischchen zwei Stühle, darauf ein alter Mann und eine Junge Frau und ein Kind.






Nach meinem Jassas" komme ich mit vodhino" gleich zur Sache. Der Metzger scheint nicht zu verstehen. Dann lächelnd ah , vodhinó", also langes oooo. Da entdecke ich auf der Theke einen Herrn Kuh, eine Frau Kuh und ein kleines Kuh. Und deute auf Herrn Kuh.






Damit fingen die Schwierigkeiten an.






Er deutet ebenfalls auf den und wehrt mit erhobenem Zeigefinger ab. Den also nicht. Und deutet auf das Kleine . Ich will aber kein Kalbfleisch. Ich will vodhinó. Rindfleisch. Schüttel mit dem Kopf und zeige wieder auf das Rindvieh. Er wehrt ab, zeigt wieder aufs Kleine.






Ich will nicht das Kind, ich will den Alten und radebreche: mi micro, ochi micro".... nein klein, nicht klein...und zeige kopfschüttelnd auf das kleine Kind im Laden,: ochi micro", dann auf ihn, esi, megalo"...du...groß....






 

Er schaut etwas ungläubig und schüttelt wie fassungslos den Kopf, grad , als hätt ich ihm gesagt , er sei der Papst von Morgen. Und ich versuche es geduldig noch einmal. Zeig auf das männliche Rind und dann auf ihn,"megalo"...groß... wieder auf den Bullen,"ESI"..DU!..."KYRI"...HERR!!....






Au , jetzt wird er rot, wedelt mit dem Finger, fuchtelt mit den Händen, zeigt auf das Vieh und verwahrt sich mit den Händen vor der Brust, schaut verzweifelt zum Himmel, rollt mit den Augen und bekreuzigt sich. Der alte Mann lacht laut, die Junge Frau lacht leise und ich begreife, Herr Kuh war kein Herr mehr. Herr Kuh war ein Ochse.






Ich darf trotzdem noch in das Geschäft kommen und mir sogar das beste Stück aussuchen. Allerdings vermeide ich, ihn zu fragen, wann er denn eine Ochsenbrust hätte.




 


 

Mittwoch, 3. Februar 2016

Mitten im Leben







 


Mitten im Leben
 
Wiederholung des durcheinander geratenen Post, den ich darauf  gelöscht habe


 
 
 
 
 
 
 
 
 
Leben im Sturm



Wolkentürme

bringen Stürme

über weites Land

Bäume rauschen

Blätter bauschen

fallen in den Sand



Und mein Schritt wird fester

forscher schreit ich aus

tobende Elemente

halten mich nicht im Haus

Windsbraut meine Schwester

trag mich in die Höh´n

möcht die Urgewalten

noch viel näher seh´n

Möchte mich recht geben

in des Sturmes Macht

denn mir scheint, mein Leben

ist aus Sturm gemacht



Und so sing ich lauter

schreie in den Wind

hoff´, das meine Ängste

klein und nichtig sind.




Powerlady



Man sagt

ich sei stark

fast schon autark

wie könn´n sie das sagen

ohne zu fragen

nach dem

was ich immer verbarg

Seele weint

ist so wund

und man meint
 
weil mein Mund
 
lächelt
 
ich sei stark





Wanderin



Wanderin zwschen den Welten

wo wirst du enden, wo wirst du sein,

tausendmal geflohen auf der Flucht allein.

Tränen auf der Seele treiben Treue aus,

zaubern Phantasien in ein leeres Haus.

Malen helle Welten, wo bunte Blumen blühn,

wo Frieden heiter waltet, dorthin möcht ich ziehn.

Möcht schwimmen ans andere Ufer,

hinüber treibt´s mich mit Macht.

Steh immer nur draus vor der Türe,

wenn´s drinnen fröhlich lacht.

Und so flieh ich weiter, Sehnsucht treibt mein Herz.

Verzicht, mein Begleiter. Heimatlos weint Schmerz.

Doch mit wehen Schwingen werd´ am Ende ich sein.

Muss mein zu Hause bald finden,

Seele muss endlich heim.
 
 
 
 
 
 




Nachtrag zu Fontanes

Apfelbaum



Der alte Baum hat´s nicht gewagt, noch einmal aufzublühen.

Der Frühling kommt, der Baum, er zagt,

und Schmetterling muss fliehen.



Er träumte sich ins Blütenmeer, hat sich den Baum erkoren.

Der Wind weht kalt. Der Baum bleibt stumm.

Schmetterling ist erfroren.



Doch Schmetterlings gibt’s jedes Jahr; die spreiten ihre Flügel

der bunten Illusionen aus

Und taumeln über Hügel.



Nur manchmal über Flügels Saum, leis´ die Erinnrung weht,

an einen alten Apfelbaum.

Sehnsucht, die nie vergeht.
 
 





Nach Jahr und Tag



Möchte lachen, möchte weinen,

weiß doch selbst nicht wie mir ist,

weil du mir in meinen Träumen

wieder neu gegeben bist.



Niemals hab ich dich gelassen.

Hab gehofft und hab gebangt.

Hab die Scherben meines Glückes

mit Erinnerung umrankt.



Will nicht eifern. Will nicht fordern.

Will nicht hören, du seist mein.

Will nur so in deinem Traume

wieder einmal bei dir sein.



(c) Heide Marie Kalitta