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Montag, 25. Januar 2016

Baden-Badener Schlittenfahrt





 
Wir haben zwar heute immer mal wieder Wintereinbrüche, aber außer in den Gebirgen bleibt kaum etwas davon übrig. Was waren das in meiner Kinderzeit für herrliche Tage im Schnee. Besonders gerne erinnere ich mich heute an eine Geschichte, die Meine Mutter mir später einmal berichtete
 
 
 
Baden-Badener Schlittenfahrt




 

Wir wohnten damals in Baden- Baden. In der Leopoldstraße. In direkter Falllinie zum Alten Schloß. Damals gabs da noch Wege, eben jener Beschaffenheit, sehr steil und holperig. Einer davon war der Knochenbrecherweg und wir hassten ihn.

Ob der nun wirklich so hieß, bezweifle ich, wäre ja gegen Baden-Badens Ethik als Kurbad gegangen, bei uns hieß der so.
Er war der nächstgelegene aufwärts führende Weg und Sonntag für Sonntag trieb uns unser Vater über diesen Weg in die Pampa. Nein, wir mochten ihn nicht. Den Weg! Und Sonntag für Sonntag beim Heimtrieb über selbigen, holte sich ein Kind seinen verknacksten Knöchel, sein aufgeschlagenes Knie oder sein ramponiertes Schienbein. Wir waren vier.

Allerdings , unserer Mutter hat er einmal wohl ganz besonders zugesetzt.

Es war Winter. Wir Kinder waren den ganzen Nachmittag auf der Engelswiese Schlitten gefahren und lagen nun in den Betten. Da kamen meine Eltern auf die Idee, doch auch einmal Schlitten fahren zu gehen, der stünde ja eh noch draußen.

Gesagt, getan. Mütze, Schal, Handschuhe, unten rum Stiefel. Und los. Im Vollmond zu Berge.
Getreulich zogen sie ihren Schlitten hinter sich her. Romantik pur. Die trügte allerdings bald.

Inzwischen war man oben angekommen. Wer und wieso man den Knochenbrecherweg gewählt hatte, wusste man später nicht mehr zu sagen. Aber er war es.
Dick eingeschneit, unschuldig unter einer jungfräulichen Schneedecke, lag er da im Mondlicht, zu ihren Füßen die schlafende Stadt.

Da hinunter sollte es nun gehen

Also, Schlitten an den Start. Vati als Lenker vorne drauf, Mutti als Sozia hinten drauf. Wo aber vier schmächtige Kinderärschle noch bequem passten, war´s für zwei Erwachsene, samt Beinen, doch bisschen knapp. Jene von Mutti klemmte sich Vati fest unter die Arme, der besseren Statik wegen.

„Sitzte gut? Halt dich fest!“ Und los ging´s.

Hui! Jeder Hopser des Schlittens verursachte kleine Freudenschreie. Mutti war entzückt. Nicht lange. Denn der unberührte Weg war es wohl nicht. Er stellte den Beiden ein Bein, Tschuldigung , Stein. Der Schlitten machte einen Schlag und Mutti saß eine Etage tiefer. Im Schnee.

„Herbert !“kreischte sie, „Herbert!“

„Ja, schön, Elsele! Gell, schööön!“ kam es zurück und der Schnee begann sich zu türmen. Wo? Na , daaa!

Weiter kreischte sie. Aber mein Vater vermochte vor eigener Wonne wohl nicht zwischen Freuden- und Schreckensschreien zu unterscheiden.

Sie rief ihr „Herbert.!! Herbert!!“, in der Hoffnung, er möge ihre Beine los lassen, er sein „Elsele, gell schön, Elsele“. Der Schnee türmte sich weiter.

Nein, Strumpfhosen gab es damals noch nicht und lange Hosen für Frauen waren noch nicht obligatorisch. Frau von Welt trug unten rum Kunstseidene, Strapse und schlüpfrige Halbseide.

So hoppelten die Beiden gen Baden – Baden, den Knochenbrecherweg hinab, Vati auf dem Schlitten, Mutti auf Charmeuse.

Als der Schlitten zum stehen kam und mein Vater sich um drehte, traute er seinen Augen nicht. Da stand doch hinter ihm ein Schneemann. Und hinter ihm schaute kläglich Mutti hervor.

Bemerkung:
Von einer weiteren Schlittenfahrt ist mir nichts bekannt........

 

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