Hey du, ein liebes Hallo! Freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Hübsch wäre, wenn dir meine Einstellungen gefielen, wunderschön, wenn sie ein Lächeln, Schmunzeln, oder gar eine kleine Freude und paar gute Gedanken hinterließen.
Selber würde ich mich über jeden Kommentar freuen . Und nun viel Spaß beim Lesen

Dienstag, 27. Dezember 2016

Morgengedanken



Morgengedanken




Zwei große Glastüren begrenzen diesen Raum,der sich von Ost nach West über die ganze Breite des Hauses hinzieht. Meinen Frühstücksplatz habe ich mir so gewähltt, dass der Blick über den Balkon in freies Gelände geht und sich in den Weiten des westlichen Himmes verliert, während er in meinem Rücken über eine typisch südliche Häuserszene schweift, um weit am Horizont nach der aufgehenden Sonne zu forschen..

Es ist mir schon zur lieben Gewohnheit geworden, während dem Frühstück den Himmel zu betrachten, zu warten und zu sehen, wie der Hochnebel, meist Staub aus der Sahara, aufsteigt, zu Wolken und Wölkchen aufreißt und sich langsam rötlich färbt. Wenn er dann seine schönste Farbe erreicht hat, ist es soweit. Ich drehe mich um...und da ist sie. In all ihrer Pracht und strahlenden Größe steigt die Morgensonne aus ihrem rotgoldenen Gestade. Der rötliche Schein vergeht, der Himmel wird blau und scheint voller Verheißungen für diesen neuen Tag. Der Raum ist sonnengeflutet und mein Rücken warm beschienen.

Ist es verwunderlich, dass bei diesem allmorgentlichen wunderschönen Spektakel die Gedanken zu wandern beginnen? Sie gehen hier hin und dort hin und manches Mal möchte ich sie festhalten, denn sie scheinen mir wert, sie nicht mehr zu vergessen.

So werde ich nun hier immer wieder einmal unter dem Titel „Morgengedanken“ einige festhalten. Vielleicht kann der Eine, oder die Andere etwas damit anfangen, oder sich selberdarinnen wiederfinden. Das wäre nett.


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Heute hat mich Purzel, mein kleiner Kater, schon sehr früh aus dem Bett geworfen und ich warte heute vergebens auf ein glorioses Schauspiel. DerHimmel vor mir ist zwar blau, aber teilweise bewölkt und hinter mir im Osten grau. Trotzdem ist die Szenerie vor mir heiter und die Gedanken am Wandern. Ich denke an all meine Lieben. An all meine Freunde und Bekannten, die ich in der Heimat zurück ließ. Es waren alles so wundervolle Menschen, und in meinem Elfenbeinturm herrschte eine Athmosphäre von Liebe und Wärme. Sicher, jeder, jede, hatte auch seine Sorgen und ihre Nöte, aber dennoch waren es Menschen, die durch ihre Anwesenheit Licht verbreiteten und den Tag gleich heller machten, die quasi funkelten.

Und da fällt mir eine kleine Geschichte ein.

Die Kinder waren noch klein. Wir hatten Spiele mit ihnen gemacht und Fragen nach dem oder jenem beantwortet, erzählt und erklärt.

Ich weiß es heute nicht mehr, wie es kam, und wie es anfing, aber ich hatte zwei weiße Kieselsteine, wie sie um das Haus herum aufgeschüttet waren, in der Hand und schlug sie immer wieder zusammen, ließ die Beiden daran schnuppern und ließ beim Zusammenschlagen Funken entstehen. Das war ein schönes Spiel, das gefiel ihnen.
Dann wollte Yasmin neue Steine holen und verließ das Haus. Draußen traf sie den Nachbarn. Der fragte, was sie sie so treibe und sie erklärte ihm:
„Mama funkelt.“

„Ä-hm??“
„ Ja, Mama bringt Steine zum Funkeln. Und ich hole ihr nun neue.“ Sprachs und tat´s.

Als ich den Nachbarn das nächste Mal traf, feixte er:

„So so, die Frau, die Steine zum Funkeln bringt!!!! Sogar Steine. Tja ja, das passt!“

Und lachend drehte er sich um und ging weiter. Im Weitergehen hörte ich ihn murmeln:

„Mehr müsste es davon geben...!“

Zuerst dachte ich an die Steine. Doch dann begriff ich, was und wen er meinte und eine wunderbare Freude überkam mich. Er empfand die Worte meiner Tochter über ihre Mutter als ein Gleichnis. Das war keine schlechte Option, dieses „sogar Steine“ Ja, so wollte ich sein, es musste sich ja nicht immer um Steine handeln, die ich zum Funkeln oder Strahlen bringen könnte. Und hatte nicht schon Kierkegaard gesagt, unsere Welt bräuchte mehr Öfen, Kühlschränke gäbe es genug. Ich denke, er meinte in übertragenem Sinne das Gleiche und ich wollte mir das hinter die Ohren schreiben.

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So erhoffe ich euch und mir, uns allen, immer Menschen an die Seite, die uns zum Strahlen bringen und Licht und Wärme in unsere Tage tragen.

Wie sieht das aber nun mit uns selber aus? Könnten unsere Herzen nicht wie diese weißen Kiesel aneinanderklingen und dabei lichte Funken sprühen? Tragen wir nicht alle irgendwo, tief im Innern verborgen, einen kleinen Heiligenschein mit uns herum? Lasst ihn uns polieren!

In diesem Sinne wünsche ich euch ein gesegnetes, lichtreiches neues Jahr.

Eure Heide Mari
























Montag, 26. Dezember 2016

Entschuldigung, die Übersetzung...

Ich möchte mich entschuldigen. Es war gedankenlos, nicht gleich zu übersetzen. Aber der Text war so fertig in mir und musste raus



Auf Anfragen hier also die Übersetzung meines Posts



An manchen Tagen

Sie lautet

Wo immer du bist, und wie immer du bist
ich weiß es nicht-
Es scheint, du bist rund herum in der Luft.
Keiner hat dich je gesehen.
Niemals hat dich irgend jemand in der Realität gefunden-
Aber seit allen Zeiten und über die ganze Welt
singen Menschen: Halleluja, und Preiset den Herrn.

Sie glauben


An manchen Tagen glaube ich auch, immer wenn hübsche Dinge passieren


Aber manchmal wache ich morgens auf und du bist so weit weg.
Es scheint, du bist überall rund herum in der Luft, aber nicht bei mir,
wo immer du bist und wie immer du bist,
ich weiß es nicht.
Ich würde es auch gerne singen,
aber ich flüster und weine: Halleluja, und Preiset den Herrn

und fühle mich so klein.


In solchen Momenten ist es sehr schwer zu glauben.


Aber genau in diesen Momenten, wie du vor langer Zeit versprochen hast,
würde ich in deinen Armen sein und würdest du mich lieb haben.
Dieses ist meine Hoffnung, all meine Hoffnung und mein Weg.
Dieses weiß ich.
So will ich also ( auch) singen: Halleluja, und Preiset den Herrn
.
Ich glaube...


(C) H.M.Kalitta


Vielleicht sagt und geht es manch Anderer/Anderem ebenso. Es ist für mich eine immer wiederkehrende Auseinandersetzung.
Dazu fand ich eine wunderbare Stelle in der Bibel, Hebr. 11,1



Anmerkung: ich bin weder Theologin, noch besonders bibelfest, aber hätte ich IHN nicht auf meine Art und Weise in meinem Leben gehabt, wäre ich nicht bis hier her gekommen.

Samstag, 24. Dezember 2016

Puppenhaus Teil 4

.....und hiermit wünsche ich euch allen ein 



Fröhliches Weihnachtsfest 

und einen guten Start in 2017. 





Erst nochmal richtig gut frühstücken, mit echtem Ei!

Der Herd ist schon eingeheizt und der Karpfen in der Pfanne





Inzwischen ist es dunkel geworden, und drinnen urgemütlich




Kommt herein




Noch  steht der Adventkranz auf dem Tisch und auch der Baum ist schon da. Alles wartet  auf das Christkind, Omi strickt noch die letzten Maschen, Papa  hutscht das Kleine und bald erklingt das Glöckchen 

Endlich ist es soweit









Und mit diesem Bild möchte ich mich für 2016 verabschieden.

 Lasst eure Herzen in Liebe brennen , wie im Kamin das Feuer. 

Möget ihr immer die Gesundheit haben und die Zeit finden, in Muße zu tun, was euch freut. 

Möget ihr immer den Frieden und die Hoffnung der Weihnacht in euch tragen.




Möge es uns allen ein gesegnetes Jahr werden

Sonntag, 11. Dezember 2016

Puppenhaus Teil 3









Puppenhaus Teil 3


Zum 3. Advent grüße ich euch mit dem dritten Teil. Mal sehen, was im 2.Stock so los ist.

Da wäre das Badezimmer. bis auf Wanne,Waschbecken, Klo und W
asserkasten, also die Plastikteile,
ist alles Handarbeit. Klosettpapierrolle war eine Wäscheklammer.




Badezimmer, wer lässt denn da wieder den Deckel offen stehen?



Töchterchen bei der Katzenwäsche



Mutter hat sich mit Kopfschmerzen noch einmal hingelegt



Mutter scheint öfter unter Migräne zu leiden. Im Vordergrund Vaters Unterwäscheeinteiler 




Das Kleine ist derweil auf dem Eisbärenfell sanft eingeschlummert.  In natura hat es 2/3 der hier gezeigten Größe. Alle Puppen sind selbst gemacht aus Fimo   


Lassen wir es schlafen. Ich wünsche euch einen schönen 3. Advent und hoffe, die Bildchen gefallen euch, versetzen Einzelne vielleicht wieder für einen Augenblick in die Kinderzeit.






























Sonntag, 4. Dezember 2016

Puppenhaus Teil 2





Das Treppenhaus




  2. Stock





2. Stock, besseres Foto, Treppenaufgang


    unterm Dach,  Opa repariert Wasserleitung




hier das Neugeborene








Es schläft und ich verabschiede mich für heute




Freitag, 2. Dezember 2016

Puppenhausansichten

Heute mal kein Märchen, aber vielleicht freut sich der Eine, oder die Andere auch hierüber. Ich werde über die nächsten Tagen jeweils ein paar Bilder hier einsetzen.

 

Oh , du fröhliche, oh, du selige...









Die Vorweihnachtszeit hat begonnen und wie jedes Jahr habe ich mein Puppenhaus aus dem Keller geholt.   Es hat den Umzug nach hier heil überstanden und so habe ich doch ein klein wenig Deutsche Weihnacht mit all ihrer Wärme und Behaglichkeit. Wenn auch nur en miniature.

In der Küche flackert ein ordentliches Feuerchen im Herd ( nur im Dunklen durch die Ofentürritzen   zu sehen, denn solch alter Herd schließt eben nicht mehr so dicht). Mamsellche und Magd stärken sich für ihr Tagwerk, während die Hausfrau sich mit Kopfschmerzen nochmal hingelegt hat.
Der Hausherr kümmert sich solange liebevoll um sein Söhnchen,  und  im Kamin verbreitet ein tüchtiges Feuerchen wohlige Wärme.
Omi strickt, Kätzchen spielt mit der Wolle und oben unterm Dach repariert der Opa den Wasserhahn.
 Die Tochter des Hauses hat sich in ihr Reich zurückgezogen. Und im Kinderzimmer schläft das Neugeborene, alldieweil das ältere Geschwisterchen bei Mama auf dem Eisbärenfell eingeschlafen ist.
Zugegebener Maßen folgte der Kindersegen etwas fix hinter einander. Aber das ist nicht den Eheleuten anzulasten. Das war der Klapperstorch. Der war sowas von begeistert bei der Herstellung der kleinen Babies, ihren Händchen, Füßchen und den Speckwurgelen, dass er gar nicht mehr damit aufhören wollte. Am Liebsten hätte er noch etliche Häuser mit ihnen ausgestattet und auch mit Erwachsenen, voll beweglich und agil. So viel Spaß machte ihm deren Herstellung.
Alle Dinge, bis hin zu den  Kleiderknöpfchen  sind selbst gefertigt, bis auf Metall-, Glas- und Porcellangegenstände, den Fuchsschwanz, das Karussell und den kleinen Puppenwagen. Arbeitszeit zwei Jahre und dauert fort.
Das Frühstücksei und die Röschen in den Vasen sind übrigens echt.
So, nun hoffe ich, dass ich einigen hiermit eine kleine Freude in dieser heimeligen Vorweihnachtszeit
bereiten kann. Hier ist sie weder heimelig noch überhaupt sehr ausgeprägt und wenn, doch sehr künstlich und eher etwas kitschig forciert, gibt ja auch rundrum keine Tannen.Lächel, keinen Schnee, keinen Punsch, kein Stille Nacht, heilige Nacht, aber ab und zu ein laut quäkendes Jingle Bells, was einen dann ja bereits auch schon irgendwie freut.

Notiz: Hier feiert man das Osterfest ganz groß, es ist das Hauptfest der Orthodoxen Kirche.



Das Kinderzimmer. die Söckchen sind knapp 1 cm, mit echter Ferse gestrickt, der Teddy 2 cm, voll beweglich

Der Hampelmann funktioniert ebenfalls
Wickelkommode mit Kosmetik-und Windelkorb






Montag, 28. November 2016

Dezembermärchen

Warum der Weihnachtsstern  errötete 
und was im Dornwald geschah



Es war Dezember.

Weihnachten stand vor der Tür. Und in Nazaret war man wie jedes Jahr fest am Packen. Zumindest erzählte man es Jahr für Jahr so.

Und so machten sich auf, Josef aus Nazaret, mit Maria seinem angetrauten Weib, welche war schwanger, nach Bethlehem in die Stadt Davids.

Maria und Joseph passte das ganz und gar nicht. Schließlich war Maria hochschwanger, wie alle Welt ja später wusste. Ausgerechnet jetzt hatte Kaiser Augustus dieses blödsinnige Gesetz erlassen. Dem hatte man zu folgen. Man kannte seine Grausamkeiten, wenn er in Rage war. Nein, nein, da machte man sich doch lieber auf den Weg, auch, wenns beschwerlich würde.

Maria warf vorsichtshalber noch ein paar Windeln in ihr Bündel. Wie man heut auf allen Bildern sehen kann, würde sie diese später notwendig gebrauchen. Und Joseph sattelte den Esel. Dem kam das aber auch nicht gelegen, hatte er doch hinter der Hütte einen Platz mit herrlich frischen Disteln entdeckt, Süß und lecker. Aber er war eben wirklich ein Esel, wusste nicht, welch auserwählte Last er da tragen sollte-

So brach man auf. Joseph hatte Maria auf den Esel gehoben und lief nun, gutmütig, wie immer und in Gedanken nebenher. Dass er es nicht war, von dem sie das Kind bekam, das wusste  er schließlich genau so gut, wie alle anderen auch.Wer aber sonst es gewesen sein sollte, darüber wurde nur hinter vorgehaltener Hand gemutmaßt. Maria selbst konnte es ja kaum glauben, wie ihr geschah und so nannte sie es für sich selbst ein Wunder. Was ja auch wir bis heute noch tun.

Sie saß also lieblich glühend und erblühend und in aller Unschuld auf dem Esel. Allerdings unter dem Lauten Protest des Selben, I - aaaahh!!

So zogen sie also also mal wieder gen Bethlehem hinauf. Einen Tag. zwei Tage, drei oder mehr? Es müssen aber doch wohl mehrere gewesen sein, denn wer setzt sich ein, zwei Tage vor der Geburt noch auf einen Esel. Einen störrischen dazu.

Ünd dann, ganz plötzlich, so, wie ja auch immer Weihnachten ganz „plötzlich“kommt, war da dieser Dornenwald.

Den kennen wir seit Kindertagen hinlänglich. Der starrte nur so von Dornen. Aufmüpfigen, gemeinen Dornen. Die kannten das Lied natürlich auch. Und bösartig, wie sie waren, würden sie diesen Flüchtlingen schon zeigen, wer hier das Sage hatte. Pah, Rosen!! Und wenn es inzwischen 10 x anders geschrieben steht. Wir pfeifen auf Rosen, wir sind Dornen und wir bleiben Dornen, nix Rosen! In ihrem Eifer übersahen sie vollkommen, dass zu dieser Zeit die Beiden noch gar keine Flüchtlinge waren.

Nun wuchs aber da, unter all dem Dornengestrüpp ein kleiner Busch. Dessen Samen muss wohl mit dem Wind dorthin gekommen sein. Weise Männer , Botaniker, nannten ihn Euphorbia pulcherrima.
Der unterschied sich gewaltig von all den Dornen und prangte unter ihnen mit saftigen grünen Blättern. Diese waren so um den Stamm angeordnet und in der Form derart, dass, wenn man von oben auf ihn blickte , es immer neue Sterne ergab. Er machte sich herzerfrischend zwischen der Dürre des Waldes.

Er selber war aber gar nicht zufrieden. Viel zu klein und popelig waren seine Blüten, gelb, als wären sie nichts anderes , als ihre eigenen Staubgefäße.Er träumte von einer schönen Blühte. Rot, lila oder blau. Hatte schon den Fennek, Munk und das Chamäleon befragt, ob sie nicht Rat wüssten. Die hörten zwar halbherzig zu, schüttelten aber entschuldigend ihre Köpfe und trollten sich davon. So hatte er es aufgegeben, jemals eine richtige und attraktive Blütenpflanze sein zu wollen.

Doch nun erreichten unsere Wanderer den Wald. Maria war abgesessen, wohl um den Esel und ihr Hinterteil etwas zu schonen. Der Esel quittierte das mit lautem zustimmenden I-jah und versuchte alsbald von den Dornen. Aber selbst für ihn, waren sie zu hart und Laub trugen sie ja nicht, wie jedes Kind weiß. Und so trottete er hinter Maria her, die durch den Dornwald schritt. Es erbarmte sie , wie unglücklich der Wald schien, wie düster und wahrhaft erbärmlich. In ihrer übergroßen Liebe hätte sie ihm gerne davon abgegeben. Einige Dornenranken schienen das zu spüren.

Traurig schritt sie weiter.

Da! Ja was war denn das? In all der graubraunen Dürre ein frischer grüner Farbtupfer! Sie eilte darauf zu. Voll Freude beugte sie sich hinunter zum Strauch, strich behutsam, fast zärtlich, über die obersten kühlen, weichen Blätter. Fragte: „Ja, wer bist denn du? Wie kommst denn du hier in all diese Dürre. Du bist ja so wunderschön , so frisch und herzhaft grün!“

Ja sowas hatte unser Strauch ja noch gar nie erlebt! So etwas hatte ja noch nie jemand zu ihm gesagt! Sein kleines Pflanzenherz fing an, zu pumpern , alle Säfte stiegen ihm zu Kopf und wo Maria ihn berührt hatte, da errötete er. Das Wunder geschah. Seine kleinen Blütchen blieben klein, aber seine rot gefärbten Blätter glichen einer großen sternförmigen Blüte , in deren Mitte sich die wirklichen Blüten nun tatsächlich wie Staubgefäße ausnahmen. Und Maria jubelte: „ Ein Stern . Ein Stern! Ein
wunderschöner Weihnachtsstern!“

Als das die Dornen mit bekamen, warfen auch die Letzten all ihren Widerstand und Hochmut über Bord, wollten auch nur noch so lieb gehabt und gelobt werden, wie der Weihnachtsstern. Sie rüttelten und schüttelten sich und aktivierten all ihre so lang verborgenen Kräfte. Alsbald öffneten sich überall Blüten,die zu wunderschönen Rosen heraufwuchsen. Was wir eigentlich auch längst wissen könnten, denn es gibt ja jene Bilder in denen Maria in all ihrer Lieblichkeit nach überstandener Geburt im Rosenhag sitzt.

Der Weihnachtsstern aber hat nie vergessen, wie lieb Maria zu ihm war und sich an ihm gefreut hat. Und so errötet er Jahr für Jahr immer noch. Und immer zu Wewihnachten

(C)Heide Marie Kalitta






Samstag, 26. November 2016

An manchen Tagen

Eigenartig, aber





An manchen Tagen









An manchen Tagen wacht man mit einem plötzlich ganz eigentümlichen Gefühl auf und man weiß überhaupt nicht warum. 
Alles ist wie immer. 

Die Sonne scheint, meine geliebten Bergflanken grüßen herüber und doch und doch ist da ein Anflug von Trauer....um was?.....so ganz tief drinnen. 

Dann plötzlich diese Gedanken! Und dann, eigenartigerweise, auch noch in Englisch! Seltsam. Als wolle ich sie vor mir selbst verbergen. Oder ist es, wie mit den Dialekten, die manchen Aussagen die Härte nehmen, Dinge weicher erscheinen lassen..... und mutiger machen, sie zu sagen?

In this morning I woke up and this was in my mind. I asked, looking after my life. And I don´t know why, why in my broken English, in a language, which is not mine. This are the words I thought:

Where ever you are, and how ever you be, 
I don´t know.
It seems you are all around in the air. 
No one has ever seen you.
Never ever found you in reality.
But all over the time and all over the world
peoples are singing: Haleluja, and Praise the Lord.
They believe

Some days I believe,too, ever when nice things happend...

Some days I wake up in the morning and you are so far away.
It seems you are all around in the air, but not with me.
Where ever you are, and how ever you be,
I don´t know.
I would like to sing it, too,
but I weep and cry: Haleluja, and Praise the Lord
and I feel so small

In these moments it´s very hardly to believe

But just in these moments, as you promised a long time ago,
should I be in your arms and you would keep me dearly.
This is my hope, all my hope and my way.
This I know, 
so now also I will sing: Haleluja, and Praise the Lord,
where ever you are, and how ever you be.
I believe....

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Nun, wo es heraußen ist, geht es mir wieder gut . Ich denke wieder normal in Deutsch, sollte es aber alsbald mal mit Griechisch versuchen. ;-)
Und irgendwann mach ich vielleicht eine Melodie dazu......







Freitag, 18. November 2016

Herbst! Tröpfchen, was nun?

Neues von Tröpfchen



HERBST! Tröpfchen, was nun?






Nun also war Tröpfchen in Griechenland zu Hause. Es hatte den wunderschönen Garten verlassen und war eines schönen Tages hier bei mir gelandet. Hatte sich wohl die griech. Flora etwas anders gedacht, vielfältiger und großartiger. Aber das war das erste Problem.

Sommers herrscht hier größtenteils verbrannte Erde, dürre Felder und versengte Wiesen. Üppig sind nur jene Pflanzen und Blumen in den kleinen Vorgärten und in Töpfen und Schalen vor den Häusern und Türen.

Auch bei mir war das nicht anders, es gab nur das, was ich vom Bazaari hier herauf getragen hatte, um meine Balkons damit zu schmücken und die Hände wenigstens ab und an einmal in Erde stecken zu können. Also kaum das geeignete Umfeld für solch eifriges Tröpfchen.
Und so bot ich ihm an, anstatt nur als Wasserträger zu fungieren, sich komplett um die Pflege meiner Planzenkinder zu kümmern und erhob es kurzer Hand zum richtigen Blumenelfen.

Ach wie freute es sich da. Und erst über das Blumenelfenkostüm. Und dann begann es gleich mit der neuen Arbeit.

Es fuhrwerkte mit dem alten Teelöffel durch die Blumenkästen, -töpfe und -schalen, lockerte die Erde, schaute nach den Wurzeln, strich den Blüten den Staub aus den Augen, der von der Sahara herüberwehte, und wischte ihn auch sorgsam von den Blättern. Es nahm seine neue Berufung sehr ernst, es hegte und pflegte, es putzte und stutzte, es grub und hub, und die Pflanzen dankten es ihm. Ich auch. Und bei Bedarf schlüpfte es natürlich in sein altes Wasserträgerkleidchen und goss ausgibig.

Nach getaner Arbeit setzte es sich auf meine Schulter und wisperte mir manches Märchen ins Ohr oder es flog hinüber in die Akazien und Feigenbäume, welche die Straße säumten und hinter denen es ins Freiland und das Wäldchen ging. Dort tollte es dann mit den Vögeln vergnügt umher, oder es saß still, an einen Ast gelehnt. Ob es auch manchmal Heimweh hatte und an Deutschland und den wunderschönen Garten dachte?

So verging die Zeit. Aus der fernen Heimat kamen Berichte von Herbstattacken, Regen und Kälte. Hier saßen wir noch in der Sonne. Aber dann, im November, ergab sich mit dem Hereinbrechen plötzlich recht kühler Tage, ein neues Problem. Fast über Nacht war es nun auch hier Herbst geworden. Der Wind von den Bergen fegte die Blätter von den Bäumen und die Menschen wechselten von hemdsärmelig zur Wintergarderobe.

Noch standen meine Pflanzen in Laub und Blüte, aber wie lang noch? Und dann? Wohin mit Tröpfchen? Hier gab es keine ausladenden Fensterbänke, auf denen sich eine üppige Blumenpracht aufbauen ließ. Außer einer großen Pflanzschale mit Grünpflanzen auf dem Boden und drei Topfpflanzen auf den Tischen, konnte ich Tröpfchen so gar nichts anbieten, womit es über den Winter kommen sollte. Ich hatte auch keine Ahnung, was Elfen in der Ruhephase der Pflanzen so machten. Ob sie Winterschlaf hielten, ob sie unter der Erde Wurzelpflege betrieben, oder sich gar wie Schmetterlingspuppen in kleinen Hängematten unter ein altes Blatt hingen? Keine Ahnung.

Ich selbst hatte mich gerade, mit einem Strickzeug versehen, auf der Couch niedergelassen. Draußen war sonnig und die Balkontür stand einen Spalt offen. In Gedanken strickte ich Reihe für Reihe in den Farben des Sommers vor mich hin. Ich überlegte, was mit Tröpfchen geschehen sollte. Ich muß mit ihm reden und dann würde ich ja sehen....

So beruhigt schnitt ich wieder einige kunterbunte Wollfäden ab, warf sie achtlos zu den anderen.

„ He!“ und „hihihihi“, kicherte es da, „willst du mich begraben?“Tröpfchen saß in Mitten des Wollwustes und befreite sich gerade von den letzten Fäden.

„ Oh, Tröpfchen, da bist du ja. Schön. Draußen fängt es an, kalt zu werden, ich mach die Tür jetzt zu. Aber was ich dich mal fragen wollte....“

„Erst ich,“ fiebste es da. „Was machste denn mit all diesen Wollresten?“

„Ach, entweder ich werfe sie weg, oder ich hebe sie als Füllmaterial für meine gefilzten Blumenkinder auf. Ja, wahrscheinlich Letzteres. Warum?“

„ Weil die soo schön bunt sind, wie die Blumen im Sommer und haste mal daran gedacht, dass ich ja irgendwo schlafen muss und ein warmes Bettchen brauche? Das hier wäre genau richtig.“ Damit warf es eine Ladung Fäden über sich in die Luft und kicherte laut, als sie es unter sich begruben.

„ Moment, das da?“Fragte ich und nickte zu den Wollresten hinunter.

„ Ja, dieser Haufen hier,“lachte es.

„ Auf dem Boden ?“

„ Ja. Oder haste sonst noch einen?“

„ Nö. Aber du kannst da doch nicht schlafen.“

„ Ooch, wieso denn nicht?“begehrte es auf.

„ Weil der Purzel dich da frißt“, antwortete ich etwas drastisch. Auf dem Boden! Tz,tz,tz, man konnte es zertreten. Und wie Purzel, mein kleiner Kater mit ihm „spielen“ würde, daran wollte ich gar nicht denken!

„ Wieso denn nicht,“ stampfte es nun mit dem Fuß auf.

„ Weil ich den Haufen dann wegräume und du nicht auf dem Fußboden schlafen kannst. Basta!“

„ Wer hat denn gesagt, dass ich auf dem Fußboden schlafen will??“

„ Du!“

„ Iiich? Quaaaatsch, ich meinte den Wollhaufen vom Boden. Brauchste den nu noch, oder nicht?“legte es das Köpfchen schief und grinste mich an.

„ Nö, bedien dich. Und ich dachte schon.....“ lachte ich. Aber Tröpfchen hatte meine Antwort gar nicht abgewartet und startete bereits mit einem ganzen Ballen Wollresten im Arm Richtung Grünpflanze. Recht hoch oben fand es zwei nebeneinander liegende Blattachseln und da hinein packte es nach und nach sämtliche Reste
Inzwischen war der Abend gekommen. Tröpfchens Aktivitäten schienen zu Ende. Als ich nach ihm sah, lag es eingekuschelt in den farbigen Fäden , wie in einem Heuhaufen und blinzelte schläfrig.

„ Na, dann schlaf mal gut, mein Kleines. Und träum was Schönes.“

„ Mmmhm, lauter gaaaanz bunte Träume.... von Glitzertautropfen...und Regenbögen.. und meinen bunten Blu....“, damit war es eingeschlafen.


Ich zupfte noch ein paar flauschige Fäden über ihm zurecht und fragte mich insgeheim, würde ich es am nächsten Morgen putzmunter vorfinden, oder erst wieder im nächsten März.....








Sonntag, 30. Oktober 2016

Novembermärchen, Die Gladiole

Novembermärchen
oder
Wie Glaube Schwerter zu Blumen macht

Die Gladiole

(gladius = Schwert, gladiolus = das kleine Schwert)





 Es war lange vor der Zeit, da es Menschen gab , die man die Gladiatoren nannte. Jene mit den Schwertern. Aber immer gab es Kriege, Hass, und Zwietracht seit diesen Tagen, in denen mein Märchen begann.

Da gab es, niemand weiß mehr wo, einmal ein Land.

Ein Land, so wunderschön, so friedlich und mit allem gesegnet, was das Herz begehrte. Seine Bewohner schätzten sich glücklich, taten ihre Arbeiten gerne, achteten und respektierten einander und begegneten sich liebevoll. Man half sich gegenseitig, wenn Not am Mann war und trachtete danach, seinen Mitmenschen Gutes zu tun und sich gegenseitig zu erfreuen. Es wurde gesungen und gelacht und abends saß man fröhlich beisammen, bis der gute alte Mond herauf kam und augenzwinkernd ans Schlafengehen ermahnte. Ja, eben ein Märchen!

Das Land selber bot sich in solch einer Vielfalt. Im Norden hatte es fischreiche Meere, Inseln, lange Strände und im Süden gab es hohe Gebirge, die es gegen andere Länder abgrenzten. Es gab herrliche, fruchtbare Ebenen und romantische Flußlandschaften, sanfte Hügel und bizarre Bergketten, weite Felder und enge Schluchten, blaue Seen und wispernde Bachläufe durch lichte Wälder oder dunklen Tann. Es gab Bodenschätze und im Sommer wogte überall das Ährengold des Korns. Ein gesegnetes Land. Und wo nur irgend ein Plätzchen Erde noch offen war, und in Kübeln, Pötten und Schalen prangten das ganze Jahr hindurch die schönsten, vielfältigsten Blumen und Pflanzen , mit deren Anblick man sich gegenseitig zu erfreuen gedachte. Ein wunderbares Land.

Und so hätte das auch bleiben können, bis ans Ende aller Tage. 

Blieb es aber nicht. Und später konnte keiner mehr sagen, woher es kam und wie es begann. Kam es von hinter dem Gebirge, oder hatte es schon immer mitten unter ihnen in einem der Berge, oder tiefen Wäldern gehaust, keiner vermochte es zu sagen. Jedoch eines Tages erwachte es, streckte und reckte seine Glieder und machte sich auf den Weg zu den Menschen : ein Ungeheuer Namens Habsucht, Vorname Neid.

Dieses Wesen war krank und zwar höchst virulent. Wo es aufkreuzte, verfielen die Leute in seltsame Handlungen. Gab man bisher gerne, so nahm man sich plötzlich lieber.

Es fing ganz harmlos mit einem Blumenpott an, den eine Nachbarin der anderen wegnahm, dachte wohl, „ach sie hätte mir den sowieso gerne gegeben“. Mit der Zeit aber wurden allenthalben Dinge entwendet, Ärger machte sich breit. Und hätte man das richtige Instrument bei der Hand gehabt, so hätte man es dem Anderen schon mal gerne um die Ohren gefegt.

Zur gleichen Zeit hatte der Schmied einen größeren Erzgang im nahen Berg entdeckt, so dass er nicht mehr mit Material zu geizen brauchte. Seine kleinen Pfeilspitzen, Axtklingen und gewöhnlichen Feitl reizten ihn schon lange nicht mehr. Er wollte Größeres schaffen. Zuerst einmal eine große und dann noch eine größere Klinge und dann mal sehen, wofür man sie gebrauchen könnte.

 Dachte und machte. Er verarbeitete einen gehörigen Brocken Erz an einem Strang und hatte plötzlich eine überdimensionierte Klinge vor sich, scharf, eben und glad, nach heutiger Rechtschreibung: glatt.

Während dem war aber zwischen zwei Ortschaften die Sache mit Neid und Habsucht so eskaliert, dass es schon mal zu ernsten Zwischenfällen gekommen war. Schließlich klaute und bediente man sich vorzugsweise im anderen Dorf. Das gab Krieg. Richtig beinharten Krieg und der Schmied bekam Arbeit, viel Arbeit, nachdem man wusste, was er nun schmiedete. Ein paar Burschen warteten nur darauf.

Bald war man hüben ,wie drüben mit einem dieser Gladen ausgerüstet. In unserer Sprache = Schwert. Und noch ein paar Klauereien und man stand sich bewaffnet gegenüber..

Aber wie es so ist, jemand hat immer das Bummerl, den Schwarzen Peter.

In diesem Falle ein junges Mädchen, Iole, heute Jule, genannt. Sie war heimlich in einer tiefen, herzinnigen Liebe zu einem Burschen aus dem nun feindlichen Nachbardorf entbrannt. Was ja damals nicht selten und heute immer noch vorkommen soll.

Iole wusste sich nun keinen anderen Rat, raffte ihre Röcke und rannte, haste was kannste, über die Stoppelfelder in den nahen Wald. Dort, wusste sie, solle ein Eremit hausen, der sich mit allerhand Geheimnissen auskannte und der sogar schon einmal ein Wunder vollbracht haben sollte. So sagte man.

Als sie ihn gefunden hatte, bat sie ihn kniefällig und unter vielen Tränen um seine Hilfe. Wie das gehen sollte, wußte sie zwar nicht und auch er hatte zugegebenermaßen noch keine Ahnung, was er tun könnte. Aber er wollte zumindest mit ihr an den Ort des Geschehens eilen. Möglicherweise fiele ihm ja dort etwas ein.

Als sie eintrafen, war die Schlacht schon in vollem Gange. Ernsthaft verletzt war zum Glück noch niemand. Selbst für hartgesottene Männer war mit der Faust zu zu schlagen eine Sache, ernsthaft aber mit einem Schwert, eine ganz andere. Und so waren es noch eher zaghafte Schwünge. Doch zunehmend wurden sie fester, gezielter und es würde nicht mehr lange dauern, bis der Erste sein Leben aushauchte.

Iole krallte verzweifelt ihre Hände in das Gewand des Einsiedlers. Der stand ratlos. Blickte gebannt auf diese Gebilde aus Erz, wünschte mit aller Kraft, dem bevorstehenden Kampf auf Leben und Tod ein Ende setzen zu können.

Und dann sah er es.

Diese Dinger in den aufgereckten Händen der Männer. Sahen die nicht aus wie versilberte schmale, lange Blätter? Man mußte sie sich nur in Grün vorstellen und sie verloren ihre Gefährlichkeit, wären einfach nur Blätter einer x-beliebigen Pflanze. Fasziniert starrte er weiterhin mit diesem Gedanken auf die Schwerter. Glaubte, Blumen zu sehen.

Und da geschah es.

Der Hieb war dazu geeignet, dem Getroffenen den Schädel zu zertrümmern. Stattdessen schüttelte der den Kopf und ließ sich ungläubig eine wunderschöne Blume um die Ohren hauen. Den anderen erging es gerade so. Wo gerade noch eben scharfe Waffen die Luft zerteilten, da hielten sie alle eine merkwürdig geformte Blume in den Händen.

Fragte man sie später, wieviel seid ihr denn gewesen? So wußte das niemand mehr so genau. Auf jeder Seite so zwischen sieben bis fünfzehn Burschen. Und genau so viele Blüten geben der Blume ihre schwertförmige Silhouette.

Es waren die Frauen, die ins Nachbardorf pilgerten, um sich gegenseitig eine der wunderschönen Blumen zum Freundschaftsangebot zu übergeben.


Kriege gibt es seither überall in der Welt, jenes Ungeheuer schläft nicht. Aber seither gibt es auch die Gladiole am Ende des Sommers in jedem Garten. Eine Erinnerung daran, dass Liebe und Friede machbar sind.

(C) Heide Marie Kalitta










Samstag, 29. Oktober 2016

Jugendfrei?....Altersfrei????

Heute einmal etwas ganz anderes



Jugendfrei?....Altersfrei????





Eben begegnete mir hier der Begriff "jugendfrei" im Zusammenhang mit Gespräch. Hier verbarg sich ein niedlicher kleiner Witz dahinter.




Mir allerdings, fielen Unterhaltungen ein, die ICH als ERWACHSENE an der Haltestelle belauschen musste, als ich einmal eine Zeit lang auf den Schulbus angewiesen war.


Was ich hier an einem Sprachschatz und einem Wissen aufschnappte, reichte für mich, einst Tochter aus gutem Hause, wie man damals so schön sagte, dazu, dass es mir die Schamröte ins Gesicht trieb und sich mir die Nackenhaare hoch stellten. Es waren nicht nur die obszönen Ausdrücke, denen diese "Kinder" mächtig waren, es war auch die Art und Weise, wie sie sich unterhielten.
Erst höchst interessant und humorvoll, empfand ich es letztlich als pure Körperverletzung, getragen z. T. von erschreckendem hierarchischem Denken. Das war für mich alles andere als jugendfrei, und plötzlich bekam dieses Wort für mich ganz andere Dimensionen
.
Jugend-frei...freie Jugend... Jugend ist heute alles erlaubt...Jugend ist in.. ...darf sich alles leisten.... Jugend ist gefragt...Werbung schon bereits auf Kinder zugeschnitten. Jugendschutz?

Vielleicht sollten wir einmal mit einem leichten Augenzwinkern über einen neuen Begriff nachdenken, nämlich "(Erwachsenen-)Altersschutz"
.

Heute kann ich drüber lächeln, damals war ich entsetzt
:

Ich kam an die Haltestelle. Ein Bub, 8-9, oder auch 10 jährig, saß in einer Ecke und wartete auf den Bus. Still, unauffällig, Sohn einer guten Bekannten.

Kamen drei Jung´s, rempelnd, bolzend, laut gestikulierend. Sehr offen ersichtlich in Lakotzt, Ellefresse, Adikrass und was der teuren Marken damals noch üblich war, gekleidet. Hohe Turnschuhe natürlich nachlässig offen getragen. Also so richtige Macker.

Sehen den Kleinen. Bauen sich in Front vor ihm auf. Fangen an zu pöbeln. Die drei überbieten sich an Gemeinheiten. Einer davon lehnt sich jetzt lässig auf den wohl Obermacker, anzüglich, schleimend, dessen Wohlwollen erheischend.

Und da kommt´s !

Sagt doch der, den Schleimer perfide abweisend, wortwörtlich, ich zitiere :

"He, du schwule Sau, nimm deine Flossen da weg, ich bin doch nicht dein Geschlechtspartner!".........

...Oh!...

Wie gesagt...8, 9, oder höchstens 10 Jahre alte "Kinder".



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Freitag, 7. Oktober 2016

Oktobermärch, Weshalb die Sonnenblume so groß ist




Weshalb die Sonnenblume so groß ist





vor Jahr und Tag ging die liebe Mutter Natur einmal wieder über die Erde. Der Sommer ging zu Ende und der Herbst stand vor derTür.  Die Wiesen leuchteten noch einmal in den letzten Blumenfarben. Ja, es war wirklich ein Leuchten, ein Farbspiel sonders Gleichem. Die Herbstsonne gab noch einmal in diesen Tagen ihr Bestes und spendete ein ganz besonderes Licht, Ein Licht in dem alle Farben ganz besondere Leuchtkraft erhielten. Die Menschen pflückten dann die Blumen, auch Früchte, steckten leuchtende Beerenzweiglein dazu und trugen sie erwartungsvoll nach Hause. Aber dort, ohne dieses Sonnenlicht verloren sie ihren Glanz.

Mutter Natur war zufrieden: Sonne, Wiesen, Blumen, Früchte, alle gaben sie noch einmal, wie in einem feurigen Finale, ihr Bestes. Ja, sie war zufrieden.

Sie wollte sich dem Waldrand zuwenden. Der schien in Flammen zu stehen. Er loderte in bunten Farben. Unter dem blitzblauen Himmel ein besonderes Schauspiel. Sie überlegte gerade, welche Jahreszeit ihr die liebste sei, wann ihre Kinderlein sie am meisten erfreuten,. Sie wusste es nicht. Aber der Herbst, dachte sie, der Herbst ist doch etwas ganz besonderes. Er ist wie einer dieser Menschen, von denen man sagt, sie hätten eine raue Schale , doch einen weichen Kern. Er kann wüten wie ein Berserker, um die Blätter von den Bäumen zu fegen, aber er kann auch solch herrliche Tage bescheren, mit dieser letzten, so willkommenen Wärme, diesem Sonnenglanz, dieser Beschaulichkeit, diesen Farben.

Da hörte sie es wispern:

"Hallo, Mutter, große Mutter! Hier bin ich. Kannst du mal zu mir kommen?"

Sie drehte sich um. Schritt nochmal zum Wiesenrand, woher sie meinte, das Stimmchen gehört zu haben. 

Da gewahrte sie ein Blümchen. Unscheinbar. Gelb, wie die meisten Wiesenblumen. Sie selbst liebte schließlich gelb und war auf Absprache ihres Großen Meisters nicht sparsam damit umgegangen. Sie musste nun selber überlegen, welch eine Blume das war. 

Wiesenbocksbart, nein , das Kraut stimmte nicht. Schwarzäugige Susanne, war keine Wiesenblume. Arnika, wuchs hier nicht im Flachland. Topinambur, damit kam sie der Sache schon näher.

"Sonnenblume. Du hast mich Sonnenblume genannt, gesagt, ich sähe aus, wie eine kleine Sonne."

"Ja, stimmt, mein kleines Sonnenblümchen. Was hast du denn auf dem Herzen? Du hast mich doch gerufen, nicht?"

"Jaaa, das war ich. Sieh einmal, große Mutter. Du sagst , ich sei eine Sonnenblume. Aber sieh mich doch einmal an. Ich bin so klein, so unbedeutend und nutzlos. Wie soll ich denn  sonnengleich sein. Nur wegen der Farbe? Schau mal, mich sieht hier niemand. Und niemand ist, der sich an mir freuen kann. Ich bin total nutzlos, zu nichts nütze. Und ich mag nicht länger zu gar nichts nütze sein. Haha, Sonne! Sonnenblume! Du, ich will wirklich sein, wie die Sonne.  Alle sehen sie, alle freuen sich an ihr, und sie sorgt sogar für Wachstum, für Speise. Ist es nicht wunderbar, so sein zu können, für andere zu sorgen und da zu sein? Nicht so nutzlos wie ich."
Damit streckte es die Blätterärmchen der Sonne entgegen. 

"Ach könnte ich doch wirklich eine echte Sonnen -  Blume sein!"

"Tja,mein Kleines, da werde ich nachdenken müssen, was wir da machen können. Und dann muss ich auch eine Eingabe an den Großen Meister machen, was er davon hält. Aber sei getrost, das eine oder andere wird sich vielleicht finden."

Mutter Natur ging in Gedanken versunken hinüber zum Waldrand, und  Sonnenblümchen war erst einmal zufrieden, dass es gewagt hatte, zu reden.

Der Herbst ging vorbei, der Winter kam,  es geschah nichts. Das Frühjahr war voll im Gange und der Sommer begann. 

Sonnenblümchen hatte gut geschlafen , erwachte und kam ans Tageslicht geklettert. Da stand es nun, klein, fein, und dachte , dass man von oben eben anders entschieden habe.

Aber dann schien es doch anders zu gehen, einfach irgend wie anders. 

Merkwürdig war schon mal, dass Nachbars Kuh nun glaubte, sich genau neben Sonnenblümchen  verewigen zu müssen. Und in der Erde, direkt nahe an den Würzelchen schien ein ganzes Regiment von fleißigen Regenwürmern zu arbeiten und zu lockern. Und bildete sich das Blümchen es ein, oder schien es wirklich so, dass der Regen seine sanftesten und wärmsten Tropfen für es selber bereit  hielt und es davon gar nicht genug bekommen konnte? Und die Sonne? Umgab sie es nicht besonders warm und lind? Schien sie es mit ihren Sonnenstrahlenfingern  nicht hinauf in die Höhe zu locken und zu ziehen?

Nun, wie dem auch sei, Sonnenblümchen fühlte plötzlich Leben und eine Kraft in sich und wuchs und wuchs, dass es nur so in den Blattachseln krachte. Schon hatte es höchstes Wiesenniveau erreicht, konnte schon drüber weg in die Ferne blicken und wuchs immer noch. 

War das eine Lust! Auch in seinem Gesicht tat sich etwas. Nein, nein, kein Bart wuchs da heran, aber lauter blitzblanke, pralle Kerne
.
Und eines Tages im Spätsommer kam wieder Mutter Natur geschritten. 

 Unsere Blume konnte sie aus ihrer Höhe schon von weitem sehen, rang etwas genant ihre Blätter, wusste nicht so recht, wie sie sich vor lauter Dankbarkeit und in neuer Gestalt verhalten sollte. War so glücklich.

"Na, mein Kind, da bist du nun ganz schön erwachsen geworden. Und hübsch."

"Ach, Mutter wie hast du das so schön gemacht. Und was hat der großen Meister dazu gesagt und was ist nun meine Aufgabe? Ich habe doch jetzt eine Aufgabe, oder nicht?"

" Nun ja, zuerst meinte er,alles sei gut, wie es ist. Dann, man solle guten Willen fördern. Da habe ich ihn erinnert an seine Vögel unter dem Himmel....die da nicht säen und nicht ernteten und die er ja trotzdem ernähren wolle... Da hat er mir lächelnd mit dem Finger gedroht. Aber du wirst es nun bald erleben, die Vögel werden deine Kerne mit Wonne verspeisen, sobald diese reif sind. Und sogar die Menschen werden von dir leben. Sie werden Generationen von dir anbauen und Öl aus deinen Samen machen, Und selbst, wenn dein Leben zu Ende sein wird, wirst du als Silage ihren Tieren noch Gutes tun. Reicht dir das nun, mit diesem Reichtum an Nutzen? Ganz abgesehen davon, dass du wunderhübsch bist und man so schon allein Freude an dir haben kann. "

Die Sonnenblume rang vor so viel Lob und Nützlichkeit ihre Blätter.

"Apropos, Blätter,"meinte da Mutter Natur, "hast du bemerkt, dass das ganz große Herzen sind? Der Meister war vom kleinen Blümchen mit dem großen Herzen, das Gutes tun wollte,  recht beeindruckt. Meinte , dem solle man auch Ausdruck verleihen, sei eine kleine Zugabe..."

So also wurde aus Kleinem etwas ganz Großes. 

Verwunderlich ist allerdings, dass die Sonnenblume gelb ist. Nach dem letzten Satz von Großer Mutter Natur errötete sie nämlich ganz fürchterlich......

(C) Heide Marie Kalitta